Donnerstag, 20. Oktober 2011

Lasse andere gutes tun und rede darüber, als tätest Du selber Gutes

Unter dem Motto "Helfen ist kinderleicht" rührt McDoof derzeit mal wieder kräftig in seinen Fast-Food-Häusern die Werbetrommel für die eigene Kinderhilfe Stiftung.


Nichts spricht dagegen, wenn man Kindern helfen will und jedes hilfreiche Engagement ist positiv. Aber ist das wirklich der Hauptgrund für die Aktion? Ich vermute eher, es geht darum, ein positives Image aufzubauen und in der Presse ein wenig Werbung für sich selber zu machen. Es ist ja auch einfach praktisch, wenn diese von der "McDonald's Kinderhilfe" und den "Ronald-McDonald-Häusern" spricht, vielleicht sogar noch das lustige Clownsgesicht (oder unverkennbare Körperteile der Imagefigur) abdruckt und so auch dem unbedarften Konsumenten einbläut: McDonald's tut was für hilfsbedürftige und wenn ich da esse, dann tue ich auch was gutes und gut, daß es so hilfsbereite Firmen gibt.

Aber tut McDonald's wirklich Gutes?

Werfen wir einen Blick in den Jahresbericht 2010 (PDF): dort (und auf der Webseite der Stiftung) finden wir eine Übersicht, wo das Geld für die Stiftung her kommt:

 Quelle: http://www.mcdonalds-kinderhilfe.org/wer-wir-sind/finanzierung/

11,616 Mio. Euro Gesamteinnahmen wurden 2010 verzeichnet.
Wie man sieht, stammen 4,898 Mio. davon aus direkten Spenden von Firmen und Privatpersonen und den Spendenhäuschen bei McDonald’s. 0,331 Mio. kamen durch Bußgelder, Sachspenden und weitere Sependensammelboxen zusammen.  Weitere 1,263 Mio. stammen von Spendern bei einer Benefiz-Gala. Beim "World Children's Day" werden ebenso Spenden Dritter direkt oder indirekt (durch den Kauf von ausgesuchten Produkten im Restaurant oder Papphänden) eingesammelt. Die Übernachtung in einem der "Ronald-McDonald-Häuser" ist zwar günstig, aber nicht umsonst, so daß 1,505 Mio. mit Hilfe von Sponsoren etc. erwirtschaftet wurden.Die kassierten Zinsen in Höhe von 166 Tausend Euro sind auch nicht von McDonald's gekommen, sondern von den Banken. Zusammen sind das 8,582 Mio. Euro, die nicht von McDonald's stammen. Das sind knapp 74 % oder anders ausgedrückt: McDonald's hat lediglich 26 % der 11.616 Mio. Euro zu der eigenen Stiftung beigtragen. Wobei auch diese Zahl noch nicht die ganze Wahrheit darstellt: Jeder Euro, den McD Deutschland und dessen Franchisenehmer nämlich einer gemeinnützigen Stiftung überlassen, mindert das zu versteuernde Einkommen (gut an der Sache ist auch, daß jeder Franchisenehmer hierbei eigenständig ist und einzeln veranlagt wird). Sprich: Im Grunde zahlt der steurzahlende Bürger diese Spenden und nicht Mäckes.

Also was bleibt: McDonlad's hat (wie viele andere Firmen auch) einen guten Weg gefunden, selbst wenig Gutes zu tun und mit viel Trommelwirbel dafür zu sorgen, daß man gut über sie redet und Otto-Normal-Gast auch noch mitmacht. Und das erklären Sie jetzt beim nächsten Besuch mal Ihrem Kleinkind, welches auch helfen will angesichts der omnipräsenten Sammelboxen, Aufkleber-Händen und bunten Platzdeckchen auf den Tabletts.

Prost Mahlzeit!

Samstag, 20. August 2011

Soziale Isolation heute

Im Zeitalter digitaler Fotografie und inhaltsleerer Schlagwörter wie "Facetime", "Cloud" und "Online Community" erfährt der medienkritische Papa eine ganz neue Art der gesellschaftlichen Isolation und Ächtung.
Leider bin ich wohl zu gut informiert und mache mir zu viele Gedanken über den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte. Zwar kann jeder regelmäßig darüber lesen, daß Facebook & Co. mal wieder beim Datenschutz versagt hat, doch im Langzeitgedächtnis bleibt das wohl bei kaum einen hängen. Auch die Berichte im Fernsehen, bei denen sich Teenies darüber beklagen, daß andere Teenies sie in irgendeinem Forum mit Bildern mobben und sie deshalb auch keinen Job bekommen, da jeder Personalberater heutzutage den potentiellen Kandidaten zuerst "googelt".
Ich habe etwas dagegen, daß Fotos meiner neunjährigen Tochter, wie sie beim Schulausflug im Bikini am See steht oder sich anderweitig in der Ferien-Kinderbetreuung "zum Horst macht" bzw. einfach nur ihren kindlichen Spaß hat, ihr später zum Verhängnis oder von Kinderschändern mißbraucht werden. Früher war das kein Problem: Jeder machte seine eigenen Fotos und wenn man dann doch mal das Kind der Urlaubsbekanntschaft ablichtete, machte man vielleicht noch einen Papierabzug mehr und gab es der Familie. Heute ist alles digital und jeder meint, alle Welt müsse alle Bilder zu sehen bekommen. Also wird wild fotografiert und anschließend geht's Online. Ist ja alles ganz harmlos und so praktisch. Wen interessiert's denn schon? Mich! Alles, was Online ist, egal für wie kurze Zeit, bleibt Online und läßt sich so gut wie nie mehr vollständig entfernen. Zumal auch in kurzer Zeit sich wildfremde die Bilder auf ihren PC herunterladen können. Schlimm wird es, wenn dann die Bilder auch noch verlinkt werden und jeder Kopf auf dem Foto mit einem Namen versehen wird (Tagging). So lassen sich schnell Profile erstellen. Von Datenkraken wie Facebook aber auch von Behörden. Und schneller als man denkt steht man auf der Abschußliste, weil man um drei Ecken herum einen Terrorverdächtigen kennt und auch mal im mittleren Osten Urlaub machte. Oder das Konterfei landet unversehens (da viele Leute alles als Freiwild ansehen, was sie irgendwo anders kopieren können) in einem Kontext, in dem es nichts zu suchen hat: als Mitläufer einer Partei, als Illustration zu einem Krankheitsbericht, als Gag in einer Talkshow.

All das ist verboten. Wer eine Person so fotografiert, daß sie auf dem Bild deutlich zu erkennen ist und nicht Teil einer großen Menge ist, muß diese Person (schriftlich) um Erlaubnis für jede Art der Veröffentlichung bitten. Viele Organisationen (Schule, Reiseveranstalter, Sportverein) holen sich deshalb gerne eine solche pauschale Erlaubnis für ihre Webseite, den Werbekatalog, Zeitungen usw. im Vorfeld. Und die gebe ich Ihnen meistens nicht. Warum auch? Ist es wirklich notwendig, massenhaft Schnappschüsse zu machen und diese dann alle zu veröffentlichen? Ich denke nicht und ich will die Kontrolle über die Bilder von meiner Tochter (und auch über mich) behalten - denn dazu bin ich verpflichtet: Ich muß alles zum Wohle meines Kindes unternehmen - oder wie soll ich ihr später erklären, daß alle es damals ganz süß fanden, wie sie halbnackt im Schlamm buddelt und sie heute deswegen ausgelacht wird? Entsteht wirklich mal ein Foto, welches unbedingt der Welt gezeigt werden soll, dann kann man ja gerne für dieses eine Bild um mein Einverständnis fragen - unter Angabe von Art und Umfang der Veröffentlichung - und ich kann mir vorstellen, dann im Einzelfall auch nichts dagegen einzuwenden.

Da ich so regide sein will, verweigere ich stets die pauschalen Schreiben, in denen ich mich bereit erklären soll, daß alles, was von meiner Tochter digital festgehalten wird, (irgendwo) veröffentlicht werden darf. Und damit bin ich und leider auch mein Kind der Außenseiter und Querulant, der sich (mal wieder) nicht in die Gruppe einfügen will. Andauernd werden dann Gruppenfotos gemacht und meiner Tochter wird dann gesagt, sie möge sich bitte nicht dazu stellen, weil Fotos von ihr ja nicht veröffentlicht werden dürfen. Als ob jedes dieser dämlichen Gruppenfotos veröffentlicht werden würde. Mein Kind fühlt sich aber als Außenseiter und Gebrandmarkt, da sie natürlich nicht versteht, warum mir das so wichtig ist und ich muß mir Gedanken darüber machen, was für ein schlechter und harter Papa ich bin. Die anderen Eltern oder Erzieher schauen einen dabei dann auch noch völlig verständnislos an und bedauern das arme Kind angesichts einer solchen unsozialen Haltung die nur die Gruppendynamik stört, da man sich ja andauernd daran erinnern muß, daß man das eine Kind da nicht fotografieren darf. Dabei stimmt das gar nicht: Keiner hat was gegen das fotografieren - nur gegen das unkontrollierte Verbreiten.
Wäre es nicht schön, mal wieder Gruppenfotos zu machen und jedem abgebildeten einfach einen Abzug zu schenken? Das ist nämlich keine Veröffentlichung und völlig legitim - auch ohne Papierkram.

Sonntag, 10. Juli 2011

Vorschrift ist Vorschrift ist sicher

Es ist Sommerzeit: Reisezeit. Auf der Autobahn sieht man nun wieder vermehrt Autos auf dem Weg in den Urlaub: Die ganze Karre ist so sehr bis unters Dach vollgestopft, daß sie hinten schon so tief hängt, daß man sich fragt, ob die Stoßdämpfer nicht schon am Anschlag angekommen sind. Fragt sich der/die Fahrer/in eigentlich nicht, was das bedeutet? Die meisten Autos haben eine recht geringe Zuladung. In die etwa 300-600 kg fallen alle Passagiere neben dem Fahrer, der halbe Tankinhalt und eben das Gepäck. Bei einer vierköpfigen Familie bleibt dafür nicht viel Spielraum. Spannend wird's, wenn dann noch ein Wohnwagen hinten dran hängt. Dieser hat oft so gut wie gar keine Zuladung. Mehr als ein paar Teller und Besteck darf da nicht rein. Aber das interessiert ja nicht. Man schüttelt zwar immer den Kopf, wenn man die ganzen bescheuerten (ausländischen) LKW Fahrer sieht, die sich nicht um die Ladungssicherung kümmern und dann von Polizei und BAG angehalten und medienwirksam im Fernsehen lächerlich gemacht werden aber selber ist man noch viel schlimmer. Während ein LKW durchaus einige Tonnen Übergewicht ohne nennenswerte Einbußen bei den Fahreigenschaften verkraftet (das Problem ist nämlich nicht das Fahrzeug, sondern die Beanspruchung der Asphaltschicht, Brücken usw.), kann selbst ABS und ESP bei einem PKW nichts mehr ausrichten, wenn der Federweg an der Achse fehlt und die Grenzen der Physik überschritten werden.
Schade, daß so etwas viel zu selten kontrolliert wird - ist vermutlich einfach zu aufwendig im Vergleich zum Blitzer. Und ist ja auch irgendwie doof, wenn man dann der Familie sagen muß, das hier auf dem Parkplatz in der Walachei der Urlaub zu Ende ist - dem LKW Fahrer gönnt man das ja irgendwie, wenn er bei so einer Kontrolle, die nicht an einer Rastanlage sondern auf extra angelegten Betonpisten in der Ödnis stattfinden, auf das Ersatzfahrzeug warten muß und keinerlei sanitäre Einrichtungen vorhanden sind. Wobei: Im Fernsehen würde das sicher zum Einschaltquotenschlager, wenn massenweise Urlauber stranden und vermutlich über kurz oder lang den Aufstand proben angesichts des "ungerechten Kontrollwahns".

Ähnlich fasziniert bin ich auch von einem ähnlichen Phänomen: Alle Insassen sind vorschriftsmäßig angeschnallt (und würden sich sicherlich mokieren, wenn ich sage, daß ich ein Gurtmuffel bin). Hinten auf der Hutablage liegt dann der dicke Europaatlas oder der Hund turnt auf der Rückbank rum und im Kombi liegt der Einkauf oder das Urlaubsgepäck (bei umgeklappter Rückbank). Gut, daß die Leute angeschnallt sind, denn so können sie sich noch mal schnell die Sinnhaftigkeit eines Gurtes angesichts ihrer Ladungs-Sicherung durch den Kopf gehen lassen, nachdem sich der Staub der Airbagexplosion gelegt hat und sie wieder nach hinten in den Sitz fallen, während von hinten sich 2 kg Atlas auf den Weg nach vorne machen.
Bei Tempo 50 gegen ein nachgebendes Hindernis ergibt das so in etwa eine Beschleunigung (umgekehrte Verzögerung) innerhalb von 1 Sekunde von
a = v / t = 13,89m/s / 1s = 13,89 m/s²
Das ergibt eine Beschleunigungskraft von
F = m * a = 2 kg * 13,89 m/s² = 27,78 N 
Da machen sich also knapp 30 kg mit acht stabilen Ecken auf den Weg nach vorne. Mögen wir hoffen, daß die Kopfstütze hält und hoch genug ist (und der Atlas auch nicht drunter durch geht). Ein Sechserpack Wasser in 1,5l Einwegflaschen auf der Autobahn machen das Experiment sicher noch spannender: so um die 300 N dürften einen bleibenden Eindruck hinterlassen - gut, daß ich angeschnallt war, wenn ich dann von hinten erschlagen werde. Wenigstens kriege ich posthum kein Knöllchen und Punkte.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Pups-Alarm

Das Weltbild der Werbe- und Automobilbranche scheint irgendwann vor 30 Jahren stehengeblieben zu sein. Oder wie erklärt sich der aktuelle Skoda Werbefilm des deutschen VAG-Konzerns?

  1. Familie im Auto unterwegs. Mann fährt.
  2. Kind scheißt sich in die Windel.
  3. Mama muß Kacke wegmachen und schaut dazu nach der vergessenen Windeltasche.
  4. Mann sitzt weiter im Auto und wartet auf Frauchen.

Also das ideale Auto für Ewiggestrige oder solche, die das alte "Familienideal" sich wieder her wünschen.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Prozentrechnen für Anfänger

Nervige Werbung ist wirklich schrecklich. Gemeingefährlich wird es, wenn sie dann auch noch lügt, betrügt und falsch ist.
Die Flugsuchmaschine swoodoo.com/de schaltet im Fernsehen eine solche dummdämliche Werbung, bei der einem vorgegaukelt wird, die Stewardess plaudere mit den Passagieren über deren zuviel gezahlte Beträge.
Quelle: TV-Werbespot swoodoo.com
Abschließend wird dann behauptet, man könne "bis zu 50 % sparen", wenn man diese Suchmaschine benutzen würde.
Quelle: TV-Werbespot swoodoo.com
Rechnen wir doch mal das Beispiel mit dem teuersten Preis von 245,- € nach und wieviel der clevere Herr Schneider mit 49,- € gespart hat:
100 % - (100 % / 245 € x 49 €) = 80 %
Wie kommen die dann auf "nur" 50 %?
Interessant ist, daß man im Internet diesen Fernsehspot gar nicht findet. Dort gibt es nur einen sehr ähnlichen. Dieser unterscheidet sich in einem einzigen Punkt: Am Ende sind es dort tatsächlich 80 %, die gespart werden können.
Wie kommt es zu diesen zwei Rechnungen? Sind die 80 % am Ende übertrieben und haltlos, so daß es zu Klagen kommen würde? Sind vielleicht sogar die 50 % gar nicht realistisch?

Mittwoch, 15. Juni 2011

4 Jahre Einwegpfand und nichts kapiert

Das deutsche Pfandsystem ist krank genug. Anstatt auf echte Mehrweg-(plastik-)flaschen zu setzen, finanzieren wir die Erdölverschwendung mit leichten Plastikeinwegwegwerflaschen und einem Pfandsystem, welches dem unbedarften Verbraucher Recycling und Umweltschonung vorgaukelt. Dabei entstehen aus den Plastikmüllbergen bestenfalls Rasengittersteine, Parkbänke und billige Fleecepullover. Wie umweltfreundlich es ist, wenn wir die Rohstoffe für die Plastikherstellung erst einmal um die ganze Welt transportieren, dann den Müll zurück nach China und dann wieder das Billigtextil nach Deutschland, mag sich jeder selber ausrechnen.
Aber einen Vorteil hat es: Jede Verkaufsstelle, die Einweggetränkeverpackungen des DPG anbietet, muß auch Verpackungen zurücknehmen. Es ist egal, ob ich das Produkt dort gekauft habe und ob genau dieses Produkt dort überhaupt angeboten wird.
Einzige Ausnahme sind besonders kleine Geschäfte. Die Drogeriekette Rossmann betreibt sicherlich keine so kleinen Filialen.
Nun wollte ich dort im Rahmen eines Einkaufs auch eine einzelne Einweg-Bierflasche abgeben. An der Kasse wurde diese zuerst pikiert einfach weitergeschoben. Als ich dann sagte, ich will sie abgeben, wurde mir mitgeteilt, daß sie diese nicht haben. Ich dann: Das ist egal, es ist eine Pfandflasche und zeigte auf das deutliche Logo. Sie haben zahlreiche Plastikeinwegflaschen und sind also verpflichtet, auch diese anzunehmen. "Ich kann ja mal so nett sein und sie für sie annehmen". Nein, das ist nicht nett, daß ist ihre Pflicht, denn auch Ihr Unternehmen hat sich dazu bereit erklärt, als es sich entschied,  Plastikeinwegpfandflaschen zu verkaufen. Also was soll diese generöse Äußerung? Bitte, liebe Rossmann-Mitarbeiter, informiert Euch - nach vier Jahren sollte sich das Verfahren herumgesprochen haben.

Dienstag, 3. Mai 2011

Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, zu töten.

Gestern machte eine Nachrichtenmeldung die Runde: "Osama bin Laden ist tot". Bei einer sogenannten Kommandoaktion (andere würden Überfall oder Invasion dazu sagen) wurde der Kopf des Terrornetzwerks al-Qaida und Drahtzieher der Anschläge von 9/11 erschossen.

Begleitet wurden die Fernsehberichte von Bildern frenetischer US-Bürger, die hupend, grölend und natürlich fahnenschwenkend sich vor dem Weißen Haus etc. versammelten und ihre Freude darüber zum Ausdruck brachten. Ein beklemmendes Bild, das man sonst eher aus Berichten zum nahen Osten kennt - es fehlten nur noch ein paar Leute, die mit ihrer AK74 in die Luft ballerten.

Im ersten Moment war ich sogar etwas verwirrt: "Osama? Ist der nicht längst tot? Ach nein, das war ja der andere, der auch irgendwie was damit zu tun hatte und nebenbei auch noch den USA im Weg zum Öl im Weg stand. Aber der war ja auch böse". Aber zeigt das nicht, daß gut zehn Jahre nach den Anschlägen die Tragödie zwar immer noch tragisch ist, aber das Rad der Zeit sich eigentlich weitergedreht hat? Ist das Thema wirklich noch so präsent, daß man, wie nach einem gewonnen Fußballspiel, sich darüber freuen und auf die Straße feiern gehen muß?

Mit sehr gemischten Gefühlen habe ich dann die Kommentare der Politiker verfolgt. Alle drückten den USA ihre Glückwünsche zu dieser gelungenen Aktion aus. Unsere Kanzlerin meinte dazu:
Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten.
Das gewählte Oberhaupt eines demokratischen Staates, in dem laut Grundgesetz (Artikel 102) die Todesstrafe abgeschafft ist, freut sich also darüber, daß aus reiner Rache eine Person getötet wurde. Denn nichts anderes ist es: Rache. Die Tötung hat wohl kaum einen anderen Grund, da sie nichts daran ändern wird, daß Mitglieder terroristischer Vereinigungen weiterhin ihre kruden Ideen umsetzen wollen. Mit der Tötung bin Ladens ist die Welt nicht friedlicher geworden.

Klar, bin Laden ist vermutlich im christlichen Sinn kein guter Mensch gewesen. Er dürfte Schuld am Tod vieler Unschuldiger sein. Aber das gibt uns nicht das Recht, ihn einfach gezielt zu töten (denn es darf wohl bezweifelt werden, daß die US-Truppen die Tötung bin Ladens nur als zweite Wahl ansahen und ihn lieber gefangengenommen hätten) und sich darüber dann auch noch zu freuen. Demokratie bedeutet, daß auch Kriegsverbrecher das Recht auf ein Gerichtsverfahren (Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden, sich zu äußern.) und Strafe haben. Auch wenn die USA mit der Praktizierung der Todesstrafe und der Ablehnung des Römischen Statut, sich weiterhin als Weltpolizei aufspielen, so sollte die Bundeskanzlerin sich an die gesetzliche Strafgerichtsbarkeit gebunden sehen und nicht eine Tötung gutheißen und sich sogar darüber freuen. Eine schlichte, sachliche Stellungsnahme zum Sachverhalt wäre ausreichend und angemessener gewesen.

Montag, 4. April 2011

Ich gestehe: auch ich bin schuld

Unter dem Titel "Usenet-Aus bei der Deutschen Telekom" erschien bei heise eine recht unscheinbare Meldung: Die Deutsche Telekom hat ihren eigenen NNTP-Server zum 1. April abgeschaltet. Das ist sicher noch nicht das ganze Aus für das Usenet, aber schon ein Meilenstein.

Heimlich weine ich dem sich abzeichnenden Ende eine Träne nach.

Früher, als ich als Berliner noch für 23 Pfennig die ganze Nacht
telefonieren konnte, saugte ich mit 9600bd. mit einem Kumpel Linux
0.??? aus Finnland. Anschließend freute ich mich über die Möglichkeit
im "Internet" alle Fragen klären zu können. Ganz zu schweigen von den
ersten Pornobildern, die man hier - nach dem BTX-Grausen - das erste
mal in super Qualität zu sehen bekam.

Heute nutze ich es nur noch selten. Wenn ich was wissen will, reicht
oft schon das verpönte "RTFM". Etwas abgewandelt allerdings: Eine
kurze Suche in Google (und Co. - gibt es eigentlich noch "Co."
ernsthaft?) liefert fast immer die benötigte Antwort. Wozu also noch
News? Manchmal, ganz selten allerdings, fand ich keine Antwort; dann
war ich froh, in einem Forum ohne langes Anmeldeprozedere, welches
nur durchgeführt wird, um eine Frage einmalig in einem "Fachforum" zu
stellen und dessen Zugangsdaten dann doch wieder vergessen werden,
meine Frage zu stellen. Und dann war ich doch meistens überrascht,
das ich eine Antwort bekam. Für mich war das Usenet nämlich schon vor
Jahren zu einem reinen Lese- und Fragstellforum "verkommen": Viele
fragen, keiner liest und antwortet. Daran bin ich natürlich auch
selber Schuld, denn auch ich stelle ja nur noch meine Frage und
ansonsten lasse ich es links liegen. Aber ehrlich: man verliert
schnell die Lust, immer wieder die gleichen Fragen zu lesen, die sich
eben per Google schnell beantworten lassen. Und dann die ganzen
Newbies, die einfach nicht raffen, daß Umlaute nichts in einem
Subject zu suchen haben, TOFU fabrizieren usw. Auch ich betreibe ein
spezialisiertes Web-Forum und lese immer die gleichen Fragen, die
sich durch lesen der FAQ etc. beantworten lassen. Und ich reagiere
dann auch meistens knapp angebunden.

Danke für Dein Dasein und lebe wohl Usenet!

Freitag, 1. April 2011

Was nicht verboten ist, ist erlaubt

Ich amüsiere mich immer wieder über Schilder wie
Betreten der Baustelle verboten...
Klare Aussage: Hier hat keine was zu suchen. Ist ja auch meist Realität: kein Mensch zu sehen, der für Fortschritt sorgt.
Auch beliebt:
Durchgang verboten!
Besonders beliebte Objekte, die mit derartigen Proklamationen verziert werden, sind Türen. Macht ja auch Sinn, wenn der idiotische Architekt da 'n Durchgang einplant, wo doch eigentlich die Wand sein soll.
Auch immer wieder zu sehen sind Texte wie
Parken verboten!
an leeren Stellen, die dann auch gerne noch durch einladende Gestaltung in Form von abgetrennten und markierten Stellflächen geradezu dazu einladen, sein Fahrzeug hier abzustellen.

Macht sich derjenige, der so ein Schild aufstellt eigentlich gar keine Gedanken darüber, was er gerade in seinem Ordnungs- und Reglementierungswahn da fordert?
Wenn das betreten der Baustelle pauschal verboten ist, dann darf sich doch keiner wundern, wenn da keiner baut, denn es darf ja keiner auf die Baustelle. Genauso könnte man die Tür, durch die keiner (wirklich gar keiner) durchgehen darf, auch gleich zumauern. Und die frei gehaltenen Parkflächen dürfen dann auch nicht den Eigentümer zugeparkt werden, denn das Parken ist hier grundsätzlich, immer und unumstößlich verboten - für jeden.

Keiner darf hier durch. Eine andere Zufahrt gibt es auch nicht. Und nun?
Gesehen in Neuruppin, Altes Gymnasium. Steuerfinanziert.
Also lieber Schilderaufsteller: Entweder weniger verbieten oder bitte die Formulierung genauer ausführen, damit ihr nicht selber ausgeschlossen werdet:
Betreten der Baustelle verboten - es sei denn, Sie wollen hier arbeiten oder liefern Baumaterial an oder holen was ab.
Durchgang für unbefugte verboten. Befugt sind die Mitarbeiter Herr Müller und Frau Schulze und alle Leute, die so wichtig sind, daß Sie hinter der Tür etwas verloren haben.
Parken für alle verboten, die in diesem Objekt nicht wohnen. Auch die Feuerwehr darf hier gerne stehen, wenn es denn brennt und wir Hilfe benötigen.

Dienstag, 1. März 2011

Big brother is watching you

Wir alle wissen es: Wir werden auf Schritt und Tritt ausgespäht. Überall hängen Videokameras herum: Tankstellen, Einkaufszentren, öffentliche Gebäude, Verkehrsüberwachung usw. Nicht selten sind diese illegal, da sie öffentliche Plätze filmen oder sogar in Arztpraxen und Krankenhäusern laufen. Wie lange da was gespeichert wird, weiß keiner. Wer seine ec-Karte an der Kasse einsetzt, läßt den Kartenbetreiber wissen, wo und für wieviel man einkauft und die Supermarktkette kann dies sogar auf den einzelnen Artikel und die Filiale herunterbrechen - Kunden, die Payback nutzen ist eh nicht mehr zu helfen. All das und mehr wissen wir, doch kümmert es irgend wen?
"Ich habe ja nichts zu verbergen."
Ein Politiker hat nun den Selbstversuch gemacht: Was sagen die Informationen, die mein Handyprovider ansammelt über mich aus? Es ist schon mal erschreckend, daß er diese Daten, die jedem laut Gesetzt zur Verfügung gestellt werden müssen, erst einmal einklagen mußte. Anschließend stellt sich die Frage, warum die Daten so lange aufbewahrt werden? Und wenn man sich dann anschaut, was man aus den Daten heraus lesen kann, wird man nachdenklich. Jeder Schritt kann nachvollzogen und in einer Karte visualisiert werden. Und mit anderen Informationen verknüpft ergeben sich Informationen, die wirklich heikel sein können - dabei wurden in diesem Experiment sogar schon die Rufnummern der Anrufer und Angerufenen ausgeblendet, da sie andere Menschen kompromittieren könnten.

Aber was soll's, ich habe ja (noch) nichts zu verbergen.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Exportschlager

Das einzige Exportgut, welches wir Deutschen im Grunde unendlich haben (könnten), ist Bildung. Wir haben halt keine Rohstoffe. Aber nein, wir bilden lieber schlecht aus und streiten dann über Hartz IV.

Bildung kostet Geld. Aber soll man bei den zu bildenden auch noch für Liedernoten kassieren? Für jede einzelne Kopie in der Schule, Kita, Kirche usw. Und dazu dann auch noch Buch über die Kopien führen. Bei 50.299 Kinderbetreuungseinrichtungen jeweils 56€ + MwSt. (Quelle) macht das schlappe 2,8 Millionen € für die Gema/VG Musikedition und zusätzlich eine gute halbe Millionen Euro für den Staat - jedes Jahr aufs Neue.

Angeblich, weil es so aufwendig ist, Noten zu setzen - im digitalen Zeitalter eigentlich fast genau so einfach, wie Texte schreiben und weil diejenigen, die sich dieser Herausforderung stellen und alte (und nur darum geht es, um "Volkslieder") Lieder neu abtippen, nicht an den verdeckten Geräteabgaben bei Kopieren, Scannern und Druckern beteiligt werden.

Videobeitrag: NDR Extra 3

Gut, daß es dagegen Initiativen gibt: Die Musikpiraten haben bereits ein Liederbuch für Weihnachtslieder veröffentlicht, welches völlig ohne Abgaben zu zahlen kopiert werden darf, da hier für jedes Lied geprüft wurde, ob die Fassung/Überarbeitung frei von Rechten ist (z. B. weil der Autor mehr als 70 Jahre tot ist) und die Noten neu gesetzt wurden und der Setzer auf seine Rechte freiwillig verzichtet hat. Jetzt wird an einem gemeinfreien allgemeinen Liedbuch gearbeitet.
Jeder, der nicht so lang warten will, kann bei Kinder wollen singen schon jetzt viele Kinderliedtexte und Noten legal downloaden, ausdrucken und kostenfrei nutzen.

Sonntag, 30. Januar 2011

Der Weltuntergang ist nahe

Wieder mal wird in den Medien die Tatsache hochgeschaukelt, daß der Mayakalender 2012 endet und dies ein Hinweis auf den bevorstehenden Weltuntergang ist/sein kann.
Wieso eigentlich sieht keiner, wie trivial die Lösung sein kann? Vielleicht hatten die Mayamathematiker einfach keine Lust, einen Kalender zu erstellen, der weiter in die Zukunft reicht?

Wir machen das doch auch - immer wieder.

Erinnern Sie sich noch an den y2k Bug? Die ganze Misere entstand nur, weil Ingenieure zu geizig oder zu faul waren, zwei weitere Zahlen zu speichern, da sie davon ausgingen, daß ihre (minderwertige?) Software sowieso nicht lange genutzt werden wird.

2010 gab es das nächste Drama: 30 Millionen ec Karten wurden unbrauchbar.

Bereits dieses Jahr haben die Taiwaner ein Problem, weil bei einer Art der Zeitrechnung (Minguo-Kalender) das Jahr 2011 zum ersten mal dreistellig ("100") geschrieben wird: Y1C Problem.

Und sind wir nicht selbst alle Propheten des alljährlichen Weltunterganges? Jedes Jahr zu Weihnachten überschwemmen wir unsere Freunde und Verwandten mit kitschigen Fotokalendern und ähnlichen Zeitplanern. Alle haben sie eins gemein: Sie enden willkürliche 12 Monate später. Wieso? Ist dann das Ende der Welt oder der Zeitrechnung erreicht? Warum gibt es keinen Kalender mit 24 Monaten oder mehr? Haben wir etwa nicht genügend Fotos auf Lager? Oder müssen wir uns eine Option für das nächste Weihnachtsgeschenk offen halten?

Und obwohl jedesmal ein beliebiger Kalender, den sich irgendwelche Leute ausgedacht und eingesetzt haben, seinen Lebenszyklus beendete, ging bisher noch nie die Welt unter.Warum also sollte die Welt untergehen, wenn schon die mehr oder weniger ersten Ingenieure dieser Welt sich gesagt haben, daß ihr Kalender erst einmal so weit in die Zukunft reicht, daß es sich gar nicht lohnt darüber nachzudenken, wie es dann weitergeht.Vielleicht dachten sie auch einfach nur "hey, Weihnachten 2012 wäre doch ein tolles Datum, um den Verwandten mal wieder einen neuen Kalender überreichen zu können."

Dienstag, 18. Januar 2011

Wettergötter

Da will man mal ein verlängertes Wochenende Miniurlaub machen und schon juckt es einem der Mitreisenden in den Fingern und er schaut sich im Web um, wie das Wetter wohl werden wird. Angebote gibt es ja genügend. Und je nach Anbieter schwanken dann die Prognosen zwischen frostig, kühl, frühlingshaft, Schnee und Dauerregen. Daraufhin wird dann gleich die Planung dem Wetter angepaßt und alle Outdooraktivitäten bekommen ein dickes Fragezeichen.

Schön, daß das Wetter dann drei Tage bombastisch war und in keiner Weise der Vorhersage und ihrer Wahrscheinlichkeit entsprach.

Ich bin sicher eher kein Optimist, aber beim Wetter lasse ich mich gerne (positiv) überraschen und nicht gleich die ganze Planung davon beeinflussen. Es ist einfach nicht möglich, das Wetter der nächsten Tage und schon gar nicht der nächsten Woche vorauszusagen. Und dabei dann noch die ganzen überraschenden kleinen Einflüsse wie Hochwasser usw. zu berücksichtigen. Zumal das Netz der Wetterstationen sicher eng ist, aber das ja nicht heißt, daß das Vorhersageraster auch so fein aufgelöst ist. Der DWD kann in Deutschland mit dem Vorhersagemodell COSMO-DE (früher LMK) eine Gitterweite von 2,8 km erreichen. Allerdings taugen die so genau aufgelösten Prognosen nur wenige Stunden. 7-Tage-Prognosen sind nur auf Basis des Global-Modell (GME) möglich. Dies hat aber eine Rasterweite von 30 km. In diesem Raster werden Höhenniveaus so stark vereinfacht, daß man wohl kaum erwarten darf, das Wetter für ein einzelnes Kuhkaff mitten im Erzgebirge erfahren zu können - auch wenn die Wetterprotale im Web einen das Glauben machen, in dem sie eine fünfstellige Postleitzahl abfragen.

Fazit: Beim Wettergott mal nachfragen aber dann doch das beste hoffen und sich überraschen lassen - nur nicht die Stimmung kaputt machen lassen und die ganze (Lebens-) Planung darauf aufbauen.

Freitag, 24. Dezember 2010

Katastrophenwinter 2010

Ich erwähnte es schon mal: Wir leben in einem G8-Land. Der Winter ist offiziell gerade mal zwei Tage alt.

Und draußen herrscht das größte Chaos (zumindest, wenn man den dramatischen Medienberichten glauben will), weil ein paar Flocken gefallen sind: Mehr oder weniger alle Züge fallen aus oder kommen zu spät, im Flugverkehr geht tagelang gar nichts mehr, die Paketdienste kommen seit Tagen nicht mit den Lieferungen hinterher und auf den Autobahnen kracht es entweder oder es herrscht Stillstand weil das Streusalz knapp ist, an den Tankstellen geht der Sprit aus, Kommunen wundern sich, daß die Winterreifenpflicht völlig überraschend eingeführt wurde und auch die eigenen Fahrzeuge betroffen sind und die Airlines raten dazu, die Bahn zu nutzen und die Bahn selbst rät davon ab, die Bahn zu nutzen.

Was soll das denn? Kann es wirklich sein, daß niemand ahnt, daß es im Winter kalt wird und Schnee fällt? Es ist ja nicht so, als würde meterhoch Schnee liegen - es sind so um die 10-30 cm in den vergangenen Tagen gewesen. Ist es wirklich zu viel verlangt, daß die Bauhöfe genügend Salz einlagern und die Bahn fährt? Wie kann es kommen, daß Enteisungsmittel auf Flughäfen knapp wird? Wie schaffen es nur die Nordeuropäer, Russen und Chinesen zu überleben, bei denen fast das ganze Jahr über Schnee und Kälte herrscht und da ist es wirklich kalt.
Was bringen dann die Tests moderner Züge in Klimakammern, wenn uralte Weichen vereisen? Und ein LKW Fahrverbot ist natürlich auch praktisch, denn die Brummis sind immer gut als Buhmänner. Nur wer bringt dann die Weihnachtspakete (der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten?), den Sprit zur Tankstelle, das Salz zum Bauhof, das Enteisungsmittel zum Flughafen, die Winterreifen zum Händler?

Vielleicht sollten wir doch wieder dazu übergehen, im Keller ein paar Notfallkonserven und Sprit in Kanistern zu lagern. Jedem Haushalt sein Notstromaggregat. Der alte Kohleofen kommt vermutlich auch bald wieder zu neuen Ehren, wenn wir alle in den Wald ziehen und Brennholz klauen.

Liebe Industrie, Wirtschaft und Regierung: Der Winter kommt jedes Jahr. Und sollten sie es mal vergessen: Sobald die ersten Weihnachtsartikel im Konsum auftauchen, ist es Zeit, sich mit dem Problem zu beschäftigen - und nicht erst dann, wenn am 24.12. die Osterartikel im Regal stehen.

Und das ganze für 25 Cent

Techem hat sich mal wieder zum Ablesen der Verbrauchszähler angemeldet. Super Termin: Ein Tag vor Silvester zwischen den Feiertagen, dann wenn alle verreisen. Gut, also anrufen und anderen Termin vereinbaren. Ich lande bei der Frau des Ablesers:

T.: "Mein Mann ist gerade nicht da."
Ich: "Kann er mich dann bitte zurückrufen?"
T.: "Hach können Sie das nicht machen? Mein Mann bekommt soviele Rückrufwünsche [kein Wunder, Anmerk. d. Red.] und die Telefonkosten bekommt er auch nicht ersetzt und das ganze für 25 Cent, das lohnt sich ja nicht."

Wie bitte? Ich rufe eine Firma an und die jammern über die Telefonkosten? Schon mal was von Flatrate gehört? Und der Ableser arbeitet wirklich für 25 Cent pro Wohneinheit (oder pro Gerät)?

Freitag, 17. Dezember 2010

Äußerst (un-) zufrieden

Heute war ich beim VW/Audi Teilehändler. Ich hatte was bestellt und wollte es nun abholen; da mir ein paar Euro in bar fehlten, wollte ich per Karte bezahlen. Daraufhin wollte der Verkäufer meinen Namen und Adresse wissen. Ich war nicht bereit ihm diese zu geben, denn ich will keine Werbung und sonst was. Nein, er brauche sie aber, da sie sonst bei einer Rückforderung nicht nachweisen könnten, daß ich das war. Blöde Ausrede, denn nirgends sonst braucht ein Händler meine Adresse bei ec-Kartenzahlung. Immerhin haben die meine Karte eingelesen, also sind alle Kontaktdaten für den Notfall ermittelbar. Maximal billige ich zu, einen Blick auf meinen Ausweis zu werfen, um sicher zu gehen, daß ich der Karteninhaber bin. Aber er wollte partout eine Adresse haben. Also suchte er anhand meines für die Abholung schon genannten Namens eine Adresse raus. Ich brummte dann ein ja und kam dann mit der Bemerkung "und woher wollen sie wissen, daß die Adresse (noch) stimmt?". Darauf stutzte der Verkäufer, denn auf die Idee sind die wohl noch gar nicht gekommen. Also braucht er meinen Ausweis, um das zu überprüfen. So, jetzt reicht's aber. Also ihm das Teil hingepfeffert, hinausgestiefelt und gleich nebenan an der Tanke aus dem Geldautomaten Bares geholt. Damit zurück und mein Teil mitgenommen. Als ich nochmal sagte, ich will meine Adresse nicht im System haben, da ich keine Werbung bekommen will, kam nur die Behauptung, sie würden das ja gar nicht machen. Klar, deswegen habe ich ja auch nur letztens die Caddy-Werbung bekommen - mit diesem Autohaus als Absender. Also ob ich mich für einen Caddy interessieren würde. Die Werbung bekam ich übrigens nur deswegen, weil unsere fleißige Postlerin mich kennt und weiß, daß Post an die alte (bei VW gespeicherte) Adresse an meine neue Adresse weitergehen kann.
Vielleicht hätte ich aber auch noch meine Telefonnummer angeben sollen. Denn dann hätte mich ein Kundenbefrager anrufen können, und ich hätte brav sagen können: "ich war äußerst zufrieden" mit dem Service bei Füllgraf (geht das überhaupt? Kann man mehr als zufrieden sein? Weißer als weiß?). So legt es nämlich ein fünzeiliger Hinweis auf der Rechnung mir in den Mund, für den Fall eines Anrufes (den ich ja aber eigentlich genau so wenig haben will, wie Werbung, die sie mir nicht schicken). Schade, daß ich jetzt auch nicht sagen kann, ich war äußerst unzufrieden...

Sonntag, 21. November 2010

Umweltsünde Fast-Food

Gestern war ich bei einer Veranstaltung. In der "Laudatio" sprach dann einer mir direkt aus der Seele: "Gut, daß ihr einem vernünftigen Hobby nachgeht und nicht das Verteilen von McDonald's Tüten im ganzen Landkreis als Ziel habt."

In der Tat: wie kommt es, daß die (wohl meist) Jugendlichen alle Zeit haben, sich beim Fast-Food Drive-In anzustellen, den Bürger im Auto offenbar während der Fahrt mampfen können, dabei das Auto und sich vollkleckern und dann den Müll so schnell wie möglich loswerden wollen und ihn einfach aus dem Fenster schmeißen. Ist es wirklich so peinlich, wenn die Eltern, deren Auto man da oft gerade nutzt oder die Freunde eine McDoof-Tüte (die man später korrekt in den Müll werfen will) im Auto sehen würden?

Vielleicht wird es Zeit, eine Müllgebühr oder noch besser ein Tütenpfand für Fast-Food einzuführen. Wir Deutschen lieben doch so was.

Die PR Abteilung von Mäc findet da so ihre eigenen Worte:
Der Respekt des Unternehmens vor der Umwelt und den Menschen, die in der Nachbarschaft leben, äußert sich auch in der Sauberhaltung der Restaurantumgebung. Denn achtlos weggeworfene Verpackungen stören nicht nur das Stadt- und Landschaftsbild – es werden dadurch auch recyclebare Verpackungen dem Wertstoff-Kreislauf entzogen.
Daher beteiligen sich Mitarbeiter regelmäßig an Sammelaktionen rund um die Restaurants.
Wie weit wohl dieses "rund um die Restaurants" reicht? Maximal bis zur Parkplatzgrenze würde ich meinen. Aber es gibt ja auch noch die Aussage zu diesem heiklen und wohl eher peinlichen Thema:

„Gib Müll eine Abfuhr“ – Offensive gegen achtloses Wegwerfen
Mit einer bundesweiten Offensive baut McDonald’s dieses Jahr sein Engagement aus. Dabei werden die Maßnahmen in und um die Restaurants verstärkt.
 "In"? Was soll das denn helfen? Der Müll entsteht doch durch Leute, die den Freßtempel gar nicht betreten, da sie zu faul sind auszusteigen und auch zu faul sind, ihren Müll richtig zu entsorgen und sich meist auch nicht "um" die "Restaurants" aufhalten. Auch ich gehe da ab und zu mal essen. Ich habe noch rein gar nichts von dieser Initiative bemerkt. Peinlich ist, was man auf der Webseite zu dieser angeblichen "Kampagne" findet: Ein dummdämliches Spielchen ist alles, was denen einfällt.
Wie wäre es mit einem deutlichen Aufdruck auf den Takeaway-Tüten. Und nicht nur verschämt in winzig kleiner Schrift, sondern so groß, wie das schicke i'm lovin' it.

Samstag, 20. November 2010

Shopping für Männer

Das Klischee zeigt ja stets Frau im Shoppingrausch, während sich Mann genervt gelangweilt neben der Umkleidekabine im Sessel fläzt.

Kein Wunder liebe Modehäuser!

Auch ich brauchte mal wieder ein paar modische Bekleidungsstücke. In meiner Kreisstadt gibt es zwar an die zehn Geschäfte hierfür, die jeweils Verkaufsflächen von halben Fußballfeldern aufweisen, aber wehe, Mann betritt diese Läden. Die Hälfte davon ist grundsätzlich schon mal nur auf weibliche Kunden eingestellt. In den anderen muß ich mich dann erst einmal an endlosen Kleiderständern vorbeimogeln, um in die Herrenabteilung zu gelangen, die dann aus Sage und Schreibe zwei Kleiderständern besteht. Was soll denn das? Ziehen Männer nur ballonseidene Jogginghosen an oder fällt den Designern nichts ein? Für Frauen gibt es doch auch unendlich viele raffinierte Teile. Klar, männliche Kunden sind sicher nicht so experimentierfreudig und haben auch nicht unbedingt körperliche Attribute, die sie betonen wollen oder die sich für abwechslungsreiche Mode eignet, aber für ein wenig mehr Phantasie wäre doch wirklich mal Zeit. Für Frauen gibt es wunderbar figurbetonende Schnitte. Für Männer nur Schlabbersäcke. Eine Ausnahme mögen noch athletisch gebaute Typen darstellen. Die können sicher auch hauteng tragen. Aber die Typen mit ein paar Kilos zu viel stehen dann dumm da.
Ich will ein T-Shirt, daß lang genug ist, damit es nicht aus der Hose rutscht, da es bei Frauen zwar sexy sein kann, einen Blick auf den Slip zu erhaschen, wenn sie sich bücken - bei Männern will das aber keiner sehen (auch nicht bei den athletischen). Mal abgesehen davon, daß ich gerne mal einen Blick in die Statistik der weiblichen Nierenentzündungen werfen würde. Damit das besagte Shirt oder auch Oberhemd oder der Pullover lang genug ist, brauche ich 3XL oder gar mehr. Aber wieso gibt's nicht einfach mal ein längeres XL? XXXXL ist nicht nur lang, es ist auch breit. Gut, mein Kreuz ist nicht gerade schmal aber so fett bin ich auch noch nicht, daß ich den gerade nach unten geschnittenen Sack dann füllen würde. Also entweder kalter Rücken oder eine Stoffmenge um mich herum, in die selbst ich dann zweimal passe - super Schlabberlook.
Und gibt es für Männer wirklich nur schlicht gestaltete Oberkleidung? Warum nicht mal was raffiniertes, das nicht gleich lächerlich aussieht und das auch die Mehrheit der potentiellen Kunden tragen kann? Überall hört und liest man, daß die Gesellschaft zunehmend adipös ist nur bei den Modedesignern ist das wohl noch nicht angekommen. Oder sind die schon der Zeit so weit voraus, daß sie diesen Trend überspringen und bereits nur noch für den demographischen Wandel und die zunehmend veraltete Gesellschaft designen?

Ach ja: Ich bin dann in die Hauptstadt gefahren. Da gibt's ja so viele schicke Schoppingmals. Statt zehn, sind hier gleich dutzende Bekleidungsgeschäfte ... für Frauen. Und selbst bei renommierten Läden sieht's mau aus. Also doch zu C&A. Gut, daß es die schon seit meiner Kindheit immer noch gibt und dort die Verantwortlichen für den Einkauf oder die Eigenmarken ein wenig Zeitgeist haben und sich am Kundenstamm orientieren und nicht an den Träumen der Lifestylemagazine. Ärgerlich nur, wenn man dann endlich was schickes gefunden hat, die Farbe paßt, aber die großen Größen alle weg sind und S bis L gleich stapelweise scheinbar wie Blei in den Regalen liegt. Wie kommt das nur? Das lange XL-Shirt habe ich auch nicht gefunden.

Samstag, 6. November 2010

"Paßt nicht durch"

Erinnert sich wer an seine Kindheit? Hat nicht jeder dieses Holzspiel gehabt? Damals hat man gelernt, daß das runde nicht ins eckige paßt.

Hilfsarbeiter in Postfilialen und vor allem Verkaufspunkten haben diese Kindheitserfahrung offenbar durch die Bank weg ausgelassen. Vielleicht ist es auch Einstellungskriterium, bei diesem Spiel zu versagen. Wie sonst erklärt sich die folgende Begebenheit, die sich mehrfach wiederholte:

Ich verschicke regelmäßig Ware in die ganze Welt. EU-weit per Paketdienst aber den Rest verschicke ich per Post, da dies einfacher und in meinem Fall günstiger ist. Die Ware paßt dabei in eine Pappkiste mit den Abmessungen 200x150x70mm. das entspricht in etwa der Größe einer Kosmetiktücherbox. Damit es keinen Ärger gibt, soll die Sendung versichert sein und eine Trackingnummer haben. Als Postkunde ist man ja ein gewisses Angebotchaos gewöhnt und so informiert man sich im Vorfeld, was es an Möglichkeiten gibt. Natürlich denkt man angesichts der paketförmigen Verpackung als erstes an ein Paket. Nehmen wir mal an, das soll nach Kroatien gehen. Nicht so weit weg, eigentlich EU aber bei der Post/DHL dann doch eine Sache von €30,-. Etwas zu teuer. Da gibt's doch Päckchen. Doch leider vergessen die meisten, daß diese zwar teuer (€ 13,90) aber eben nicht versichert sind. Aber da tut sich die Lücke im System auf: Meine Pakete sind leicht (weniger als 2kg) und wenn man sich die Mühe macht, die Broschüre Leistungen und Preise ausgiebig zu studieren, findet man das passende günstige Angebot: Großbrief + Einschreiben bzw. Wertbrief International. Hört sich zwar kompliziert an, ist aber eine einfache Sache, wenn man sich die Teile einzeln anschaut:
  • Großbrief: Kostet in Europa (und nur bei einem Brief liegt Kroatien wirklich in Europa und nicht in der Welt) €3,40.
  • Einschreiben: Leistet für €2,05 eine Versicherung bis ca. €33,- und ermöglicht das Tracking bzw. wenn nicht, ist es das Problem der Post festzustellen, wo die Sendung ist und ob sie zugestellt wurde. Ich brauche auch keine Zusatzleistung wie Rückschein, da man im Zweifelsfall einfach einen kostenlosen Rechercheauftrag Online an die Post schicken kann und die dann den schwarzen Peter haben und einem nach einiger Zeit schriftlich mitteilen, das die Sendung wann und wo zugestellt wurde.
  • Wertbrief International ist notwendig, wenn der Warenwert höher als der Versicherungsbetrag des Einschreibens liegt. Für €2,05 (das ist der gleiche Preis wie fürs Einschreiben, welches beim Wertbrief nicht benötigt wird) kann man dann für je  €1,50 pro €100,- Warenwert beliebig die Versicherungssumme aufstocken.
Für wirklich günstige €5,45 bekommt man also in der Regel was man will.

Jetzt kommt aber der Haken, an dem die Postmitarbeiter scheitern: dem lesen ihrer eigenen Infobroschüre. Wenn man nämlich eine Sendung in Paketform ansieht, denkt man nicht an einen Brief. Der Kunde ist ja blöd. Also nimmt der Postmitarbeiter die Sendung, zieht die Schublade unter seinem Verkaufstisch auf und fördert so eine Paßschablone zu Tage. In dieser gibt es einen Schlitz, welcher die erlaubte Größe eine Großbriefes hat. Nun wird demonstrativ das Paket genommen und probiert, es durch den 2cm breiten Schlitz zu schieben. "Das paßt da nicht durch". Gut erkannt, das weiß ich und das kann man auch durch reine in Augenscheinnahme erkennen, denn meine Sendung ist 7cm dick - das ist der Punkt, an dem eigentlich die Kindheitserfahrung greifen sollten, bei der man lernt Größenverhältnisse per Augenmaß abschätzen zu können und nicht erst dadurch, daß man es hin und her wendet und ausprobiert.

Für den Postmitarbeiter kommt nun der Punkt, wo er dem Kunden erklären muß, daß das, was nicht durch den Schlitz paßt, kein Brief ist. Das wurde wohl auf den (halbstündigen?) Einweisungen für angehende Postverkaufspunktmitarbeiter als Lebensweisheit eingetrichtert.

Jaha. Aber wenn sie da mal ihre eigenen Produkte genauer studieren würden, dann wüßten sie, das es da eine Besonderheit gibt. Gut, ich gebe es zu: sie ist nicht leicht zu finden. In älteren Prospekten mußte man sich dafür über drei Fußnoten weit durchhangeln. Aber es ist so: Für einen Großbrief gelten in Europa und der Welt die Höchstmaße wie beim Maxibrief International. Wenn man diese Erkenntnis gelesen hat, geht's weiter zum Maxibrief International. Dort steht dann: Höchstgewicht: 2kg. Und: Höchstmaße: L+B+H = 900mm. Das ist fast ein Meter - das ist eine riesige Kiste! Und das ist ein Brief - auch wenn's nicht danach aussieht und nicht durch die Schablone paßt, die nämlich nur für nationale Sendungen konzipiert ist.

In meiner Stadt gibt es mehrere Verkaufpunkte. Jeder hat mehrere Mitarbeiter. Und jedesmal muß ich das neu erklären. Selbst allen Mitarbeitern bei der einzigen echten Postfiliale, habe ich das inzwischen beigebracht. Die kennen mich jetzt wenigstens und zicken nicht mehr rum. Die Personalfluktuation an den Verkaufspunkten ist aber so hoch, daß meine missionarische Bereitschaft langsam sinkt und ich genervt reagiere, wenn ich dann auf den Prospekt verweise, den Mitarbeiter auffordere, gemeinsam mit mir einen Blick hineinzuwerfen und dieser dann mit Unwillen reagiert und sagt "wenn sie das so wollen, mache ich das, aber auf ihre Verantwortung wenn's dann zurückkommt". Wow, das ist Servicebereitschaft und man sieht, wie sich der Mitarbeiter mit seinem Produkt, was er verkauft, identifiziert.

Ach ja: Mit der Erkenntnis, daß es ein Brief ist und ich ein Einschreiben will, ist es leider noch immer nicht getan. Jetzt kommt die nächste Hürde: Wenn ich die Sendung in ein nicht-EU Land schicke, handelt es sich um einen Warenexport. Der Empfänger ist also Mehwertsteuerbefreit. In meiner Rechnung wird diese nicht ausgewiesen. Dafür verlangt aber das Finanzamt einen Exportbeleg, da ich sonst zur Nachzahlung der Mehrwertsteuer verpflichtet werde. Kein Problem: Dazu ist der Postmitarbeiter verpflichtet, den Empfänger auf dem Kassenbeleg des Einschreibens (mit der aufgedruckten Trackingnummer) handschriftlich einzutragen. Immerhin: die echten Postangestellten wissen und machen das. Aber bei den Verkaufspunkthiwis stößt mein Hinweis darauf auf ungläubige Ablehnung. Gut, dann bitte einen Kuli, ich mache das selber. Ist ja auch doof, wenn so ein unbequemer Kunde, an dem man vermutlich nur ein paar Cent verdient den Betrieb des Zeitungskiosk lahm legt. Aber ich habe ja eigentlich andererseits keinen gezwungen, diese Postdienste zu offerieren. Aber ich erwarte dann wenigstens, daß in meiner Anwesenheit die Einschreibenaufkleber auf die Pakete geklebt werden und nicht liegengelassen werden ("das mache ich dann später"), um lieber die genervt wartenden Nikotin- und Lottosüchtigen abzufertigen. Sind die eigentlich genervt, weil ich so unbequem bin und eine angebotene Leitung auch wünsche oder weil sie erkennen, daß der Mitarbeiter unwissend ist? leider befürchte ich, daß der Groll gegen mich gerichtet ist.

Donnerstag, 4. November 2010

"Das liegt dann an Ihnen"

Digitalfotos lasse ich normalerweise im Labor auf Papier ausbelichten. Die Qualität ist unschlagbar und es sind echte, rasterfreie, chemisch entwickelte Fotos und keine ausgedruckten. Um mal eben ein paar Schnappschüsse an die Kids vom Handballverein zu verteilen, lohnte der Aufwand nicht und ich probierte die Drucker im Drogeriemarkt aus.

Mit katastrophalem Ergebnis. Fünf Abzüge der gleichen Bilddatei sollten doch eigentlich gleich aussehen. Aber nicht bei Rossmanns Kodakprintern. Bei einigen Ausdrucken gab es starke Farbfehler. Also mal eben zur Fachverkäuferin hin und nachgefragt wie man da vorgeht, damit ich fünf gleiche (halbwegs gute) Abzüge bekommen. Irgendwie verstand die Frau einfach nicht worauf es ankommt. Erst begriff sie gar nicht die Aufgabenstellung und dann kam "wenn die Bilder unterschiedlich sind, liegt das wohl an ihren Daten". Wie bitte? Eine Datei, fünf Abzüge, manche davon sind OK, andere nicht, das ist dann mein Fehler? Auch nachdem sie dann zustimmte, weitere Ausdrucke zu machen ("aber nicht zu viele, denn wir wollen ja nicht lauter Abzüge haben und wenn das an ihnen liegt..."), begriff sie das Problem nicht und zuckte nur die Schultern: "liegt dann an den Bildern, kann man nichts machen".

Freitag, 29. Oktober 2010

Präimplantationsdiagnostik

Ein heißes Thema derzeit. Eigentlich bin ich eher für die Möglichkeiten, schwerwiegende Erbkrankheiten zu erkennen und ggf. sich sogar dann gegen eine Befruchtung auszusprechen.

Was aber, wenn PID zum Standard wird? Ein Argument der Gegner ist derzeit, daß die Zulassung des Verfahrens die (derzeit) lebenden Behinderten abwertet. Was aber ist mit zukünftig behinderten Menschen? Wenn es erst einmal Standard ist, Behinderungen ausschließen zu können, wie wird dann die Gesellschaft über diejenigen denken, die dann behindert auf die Welt kommen? Vielleicht weil sich die Eltern den Test nicht leisten konnten oder nicht in einem Industrieland leben oder nicht wollten? Zum Beispiel, weil das Elternpaar auf natürlichen Sex und nicht auf Reagenzglasbefruchtung steht? Der Behinderte wird dann stets gebrandmarkt sein.

Zudem wird die Politik schnell wieder eine neue Minderheit entdecken, die man weiter diskriminieren kann: Es ist doch klar, daß die Krankenkassen-
versorgungsleistungen, Bildungsmöglichkeiten usw. für behinderte Menschen ganz schnell gekürzt werden. Schon heute ist nicht genug Geld für diese Menschen da - später wird es noch weniger sein, denn alle gesunden werden sagen, daß für diese Menschen kein Geld aus der Gemeinschaft ausgegeben werden soll, wenn ihre Situation doch hätte vermieden werden können. Es trifft immer die ärmsten und hilflosen, für die es keine große Lobby gibt.

Und was ist mit denjenigen, die zwar gesund sind, aber bei denen das Risiko besteht, doch noch krank zu werden? Klar wird man gleich ein Gesetz erlassen, daß Diskriminierung von nicht genetisch reinen Menschen verhindert. Aber welche Wirkung hat das denn in der Praxis? Schon heute funktioniert das nicht. Arbeitgeber stellen z. B. junge Frauen teilweise ungern ein, weil die ja dann bald ein Kind bekommen und im Betrieb ausfallen - verboten, aber gängige Praxis. Und ein Gentest von ein paar beim Vorstellungsgespräch verlorenen Hautschuppen oder Haaren ist so einfach und unauffällig durchführbar. Wie das dann aussieht, wird in dem sehenswerten Film Gattaca gezeigt.

Ich weiß auch keine Lösung, denn ich kann gut verstehen, wenn man als Elternteil schwerwiegende Behinderungen für Neugeborene vermeiden will. Aber es muß wohl die Ausnahme bleiben. Z. B. bei hoher Wahrscheinlichkeit für eine Behinderung aufgrund der Erbeigenschaften der Eltern und nicht einfach wahllos alle Verdachtsmomente abklären.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Alfred der Ritter

Gestern war ich mit meiner Tochter im Kölner Schokoladenmuseum. Eigentlich ist es ja eher ein Verkaufsshop mit angeschlossenem Alibi-Museum. Darüber kann man ja noch hinwegsehen (wenn man sich denn erst einmal den horrenden Eintritt leisten kann). Was dem Faß aber wirklich den Boden ausschlägt ist die Abteilung "Kult" und die dortigen Computerspiele für Kids.
Eins der Spiele verlangt vom Spieler, daß er Geschmackssorten, die es nicht gibt, einer handelsüblichen Schokoladensorte auszusortieren. Was hat so ein Spiel in einem "Museum" zu suchen? Ich kann hier weder einen pädagogischen Nutzen sehen, noch erschließt sich mir, was ein Kind hier über Schokolade lernt. Es ist doch vielmehr ein Test, wie gut mein Kind das Produkt kennt. Also im Grunde, wie gut die Werbung funktioniert und wie aufmerksam das Produkt wahrgenommen wird. Ginge es einzig um ein kurzweiliges Vergnügen, hätte man sicher auch anderen Motive finden und vielleicht ein Memoryspiel entwickeln können. Paranoid wie ich bin, nehme ich sogar gleich an, daß die Spiele mitprotokolliert werden und die Werbeabteilung dann die Ergebnisse nutzt, um neue Sorten, Verpackungen oder Kampagnen zu entwickeln.

Auch wenn meine Tochter sehr erbost war, als ich sie vehement von dem Spiel wegzog, so denke ich, sind hier die Grenzen des guten Geschmacks (um den es doch in diesem Haus überall gehen soll), stark überschritten. Leider weisen auch andere Spiele hier eine ähnlich perfide Ausrichtung auf, so daß ein schaler Geschmack im Mund verbleibt, über den auch das Schockotäfelchen zur Begrüßung oder der wiederholte Gang zum Schokobrunnen nicht hinweg hilft.

Freitag, 24. September 2010

Frohe Ostern!

Es ist der 24. September. Bis Heiligabend sind es noch genau drei Monate oder 91 Tage. Gestern erst war Herbstanfang. Die letzten Tage herrschte schönstes Frühlingswetter.

Aber im Supermarkt ist bereits Weihnachtszeit. Bereits in den letzten Wochen füllten sich die Regale langsam mit Stollen und Lebkuchen. Jetzt sind ganze Gänge bis zur Decke hoch vollgestapelt mit allem erdenklichen Weihnachtsnaschwerk. Haben die Hersteller Platznot? Müssen sie die Lagerhallen für die Osterartikel frei räumen? Was soll das? Wie soll ich meinem Kind nun zweieinhalb Monate bei jedem Einkauf erklären, daß wir erst im Dezember davon kaufen werden und der Adventskalender die letzten 24 Tage anzeigt und nicht 91 Türen hat? Klar, frisch ist auch der echte Dresdner Christstollen und der Lebkuchen sowieso garantiert nicht. Der wurde vermutlich bereits Anfang des Jahres abgepackt.
Bereits im Sommer mußte man sich ja schon die Herbstdekoartikel anschauen. Wer will denn da in die Sommerfrische fahren, wenn zu Hause schon Herbst angezeigt ist. Gut, der deutsche Sommer ist auch nicht mehr das, was er mal war, aber muß man das denn so deutlich zeigen? Oder ist das ein Verkaufstrick in Absprache mit den Reiseunternehmern: Früh die kalte Jahreszeit androhen und gleichzeitig Werbung für die Karibik machen?

Von den Klamottengeschäften kennt man das ja schon lange: Wer einen warmen Wintermantel braucht, muß den im Sommer kaufen. Damit man dann im Winter feststellt, daß der Mantel bei -10 Grad nicht so kuschelig warm ist, wie damals bei 35° im Laden. Und das es doch einen Unterschied macht, ob Frau nur ein sexy Top an hat oder in drei Lagen Winterpullis gehüllt ist. Aber Klamotten kaufe ich nicht zweimal die Woche,  so daß ich nicht so oft darauf aufmerksam werde.

Ich muß gestehen: Auch ich bin der Sache erlegen: Es gibt ein paar Weihnachtssüßigkeiten, die könnte ich immer essen. Gut, dann verkauft doch auch Zimtsterne und Marzipan das ganze Jahr über bei den normalen Süßigkeiten, wenn die Jahreszeit eh keine Rolle mehr spielt.

Sonntag, 19. September 2010

Noch mehr Abzocke - jetzt bei BB Radio

Statt Fernsehen nun im Radio - da ist es ja irgendwie noch penetranter:

An einer Birke hängen 90 Birnen. 13 reife Birnen fallen ab, 24 Birnen werden von Kindern gepflückt und 8 von Raupen gefressen. Wieviele Birnen hängen am Baum?


Eine Birke hat keine Birnen

Das ist nicht nur frech, ist aber wohl die Masche, denn man findet diese und andere Lösungen auf deren Webseite:

  • Wie wird die Hauptstadt Spaniens richtig ausgesprochen, Barselona oder Barzelona? Madrid
  • Eine E-Lok fährt von Norden nach Süden. Der Wind kommt von Westen, wohin weht der Dampf? Eine E-Lok produziert keinen Dampf
  • Ein Hahn legt in einem Stall ein Ei. Vor dem Stall lauern ein Dachs, ein Fuchs und ein Kuckuck. Wer holt sich das Ei? Ein Hahn legt kein Ei.
  • Wie oft kann man einen 1000-Euroschein in 10-Euroscheine wechseln? Es gibt keinen 1000-Euroschein.
  • Wenn man 7 Heuhaufen und 11 Heuhaufen zusammenträgt, wieviele Haufen hat man dann? Einen Heuhaufen!

Anscheinend sind die Hörer so verblödet, nicht nur da anzurufen. Die machen sich nicht einmal die Mühe, sich neue Fragen auszudenken, sondern nehmen heute die gleiche Frage, wie schon am 23.5.2010
Peinlich ist auch das heruntergeleiere der Teilnahmebedingungen. Aber immerhin erfährt man so etwas spannendes: Die Gewinnchance beträgt 1:200.000 (oder auch vielleicht mal 2:200.000)!
Rechnen wir mal: 50 Cent pro Anruf kostet der Spaß. Ich gehe davon aus, daß die genau wissen, wieviel sie verdienen wollen. Also rufen 200.000 Leute an. Das macht 100.000 Euro Umsatz. Der Telefondienstleister verdient auch was. Mal wahllos einen gegriffen: Ausschüttung "ab 31 Cent/je Anruf". Macht also für den Sender schlappe 62.000 Euro Gewinn! Klar, da kann man es sich leisten lächerliche 500 Euro Gewinn zu vergeben. Vielleicht bleibt ja auch noch was übrig, um sich weitere pseudo-wohltätige Aktivitäten auszudenken und generös Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

Montag, 13. September 2010

Lidl lohnt sich. Für Ihren Orthopäden

Einem Einkauf bei Lidl stehe ich immer zwiespältig gegenüber. Einerseits ist es günstig und sie haben einige interessante Artikel und es geht auch meist recht zügig; andererseits sind da die Einkaufswagen: ich hasse sie!

Es sind die wohl größten, die es gibt. Vor allem sind es die tiefsten. Jeden Artikel muß man sorgfältig bis zum Korbboden begleitend ablegen, da der freie Fall zu weit wäre. Warum müssen die Dinger nur solche Baumarktmaße haben? Ich habe Rücken. Jedes mal bücken, um ein Paket hineinzulegen, ist unbequem. Und an der Kasse alle wieder raushieven  und anschließend gleich wieder reindrapieren und am Auto noch mal alles raus.
Klar: Psychologisch ist das günstig - für den Discounter - denn so wirkt der Wagen leer und der Hamsterinstinkt will ihn füllen. Aber bitte, wer kauft denn bei Lidl primär ein? Renter, die nur ein paar Dinge kaufen/benötigen/tragen und niedrige Einkommensschichten. Letztere haben gar kein Geld, um die Karre voll zu stopfen. Schon mal bei Lidl regelmäßig jemanden gesehen, der einen Großeinkauf aufs Band stapelt und die Kapazitäten dieser Lastkähne wirklich braucht? Selbst beim Tochterunternehmen Kaufland sind die Wagen kleiner - und da sehe ich öfter Großeinkäufer. Warum also dann diese Psychotricks? Rentner bücken sich bestimmt nicht gerne - auch wenn sie kleiner sind. Und mich törnen die Einkaufswagen extrem ab - bin ich alleine?

Montag, 6. September 2010

VW Abzocke mit Murx

Gestern habe ich mal wieder meine Einzelsitze in meinen Bus einbauen wollen. Mal abgesehen davon, daß ich mir wieder den Rücken verrenkt habe, beim Teile aus dem Keller tragen, konnte ich den einen nicht verschieben.

Also mal ein wenig gesucht und nach erfolglosem fetten festgestellt, daß einer der in die Schiene einrastende Verriegelungsbolzen abgebrochen ist. Da haben die VW Techniker aber auch mal wieder gepfuscht: Die ganze Mechanik ist ausreichend massiv, um einen halben Panzer daraus zu schmieden, aber das fragilste Teil ist dann aus sprödem Plastik. Kein Wunder, daß das irgendwann bricht. Auch der Halter für den anderen Bolzen zeigt schon Risse.

Als mein Kumpel sagte, "daß kannst Du dann ja als Ersatzteil kaufen", lächelte ich erst mal mild und meinte, bei VW bekommt man bestimmt nur die ganze Konsole und nichts einzeln. Aber siehe da: das Teil hat eine Nummer. Also zu VW und zwei kaufen. Als der Freundliche dann lapidar meinte, er wolle pro Stück 30 Euro haben, verschlug es mir die Sprache. Da kann ich mir die Teile ja vom Schlosser gleich komplett aus Metall drehen lassen. Ohne mich. Das nenne ich mal abzocke: erst Murks bauen und dann kassieren. Jetzt werde ich im ersten Schritt mal probieren, wie gut Zweikomponentenkleber hält.

Ökotussi

Was mich (auch) nervt, sind unnötige Eintrittskarten. Wenn ich für eine Veranstaltung Eintritt zahle, zeige ich zwei Schritte später einem Eintrittskartebabreißer diese. Warum nötigen die mich immer, diese entwertete Karte dann wieder zurückzunehmen? Es mag Leute geben, die sammeln diese. Ich nicht. Warum soll ich mich um die Müllentsorgung ihres Verwaltungsapparates (bezahlen - kontrollieren) kümmern? Gestern im Oranienburger Schloßgaten wieder. Kommentar des Kontrolettis: "Ich habe hier gar keinen Papierkorb". Ja, ist das mein Problem? Und deswegen soll ich die Karte nun zum nächsten Mülleimer tragen? Oder einfach auf den geharkten Parkboden fallen lassen?

Grummel.

Später machte mich meine Begleitung dann darauf aufmerksam, daß ich mich nicht so anstellen soll. So was törnt jede Frau bis auf eine Ökotussi ab. Recht hat sie vermutlich. Vielleicht werde ich mich bessern und den Kampf im erziehen von Eintrittskontrollsystemen aufgeben.

Donnerstag, 2. September 2010

Arbeits-Mutter

Ich glaubte mich verhört zu haben: "Deutschlands Job-Moms ..." Aber dahinter verbirgt sich tatsächlich eine Werbekampagne für die Wii. Wenn das kein Kandidat fürs Unwort des Jahres ist. Was ist nur aus der Emanzipation geworden, daß sich Frauen nun so nennen lassen müssen? Wo ist Alice Schwarzer, wenn's wirklich mal d'rauf ankommt? Und was machen die Job-Dads? Die dürfen gar nicht erst mitmachen - ich fordere Gleichberechtigung!
Zum Glück haben die Werbeprofis eine dermaßen dämliche URI gekauft, daß der Werbekampagne vermutlich viel Aufmerksam entgehen wird (man sollte denen vielleicht auch mal sagen, daß reine Flash-Sites ohne alternatives HTML-Angebot im Rahmen von Barrierefreiheit out sind - aber Menschen mit jedweder Art von Behinderung sind vermutlich nicht cool genug für Nintendo oder haben keinen Job und/oder sind keine Mom), denn intuitiv landet man woanders (bei einer noch dämlicheren Werbeabzocke).

Dienstag, 31. August 2010

Abzocke

Mein Tagesablauf bringt es mit sich, daß ich morgens Fernsehen kann, während ich die ersten Arbeiten am PC verrichte und z. B. meine emails durchgehe. Meistens läuft Pro7, denn da gibt's wenigstens ein paar - wenn auch eher blöde und schon zig mal gesehene - Serien und kein dummes Wetter-ach-sind-wir-und-die-Promis-alles-lustige-Leute-gequatsche. An Werbung hat man sich ja schon gewöhnt, was mich aber noch viel mehr nervt, sind die zwei Quizbreak-Unterbrechungen. Gut, wer so doof ist und 9Live schaut, der will's nicht anders. Aber muß ich mir wirklich anschauen, wie Leute abgezockt werden? Wen trifft es denn? Arbeitslose Harz-IV-Empfänger, um mal beim Klischee zu bleiben, denn der Rest der Bevölkerung arbeitet um die Zeit schon. Und der Mensch, der für sein Geld schuftet, wird es wohl kaum zum Fenster raus werfen und auch nur einmal 50 Cent in einen Anruf investieren. Aber ein Mensch, der nicht viel Einkommen hat, zu Hause sich langweilt und frustriert ist, der ist für so ein "kleines Glück" sicher empfänglich.

Es g'winnt a jeder irgendwann,
weil man net nur verlier'n kann!
Es kommt a jeder an die Reih',
der ane nie, der and're glei! [...]

Ansonsten würden die ja nicht Sätze wie

Einige unserer Zuschauer haben [...] ihr Telefonierverhalten nicht immer unter Kontrolle, so dass ihnen außergewöhnlich hohe Telefongebühren [...] in Rechnung gestellt werden.

in ihre Teilnahmebedingungen schreiben.

Aber trotzdem: Wie gutgläubig muß man denn sein, wenn man bei der Frage "Welche Tiere die auf E enden suchen wir?" mit drei verdeckten Lösungen anruft? Kaum ein Mensch wird eins der Lösunsworte Alpenkrähe, Herbstschnake oder Regenbremse kennen. Und Hase, Löwe und Co. wird da mit Sicherheit nicht stehen - so weit sollte man doch denken können, denn dann würden die nie den fiktiven Preis in vierstelliger Höhe über die Telefonkosten finanzieren können. Übrigens: Nicht einmal die Wikipedia kennt die Herbstschnake und Google findet auch nur 19 Treffer (bing ganze 3 auf 2 Websites).

Montag, 30. August 2010

Prima Klima in der Tupperwarenkasse

Ich esse zwar nicht gerne Möhren, aber der Figur wegen ist es wohl besser sich daran zu gewöhnen. Nur dumm, daß die immer nach wenigen Tagen Kühlschrank die Konsistenz von Gummi annehmen. Nach ein wenig suchen stoße ich auf die bekannten quietschbunten Plastikdosen. Allerdings trifft mich der Schlag bei den aufgerufenen Neupreisen: 20 Euro ist ja wohl heftig und weder mit Material-, noch mit Entwicklungskosten zu begründen. Aber gut, was investiert man nicht alles in seine Gesundheit? Und im Auktionshaus habe ich dann eine Dose für etwas unter 10 inkl. Versand ersteigert. Bei mir angekommen bin ich angesichts des primitiven Funktionsprinzips enttäuscht: Da sind einfach zwei Löcher in der Seite, die je nach Inhalt geöffnet oder geschlossen werden. Und für Karotten sind beide Löcher zu - also nichts weiter als eine dichte Frischhaltedose.
 
Für alle, die etwas sparen wollen, hier ein Tip: Kauf Dir drei billige große Dosen im Schnäppchenmarkt à etwa 4 Euro und bohre in eine ein Loch und in eine zwei Löcher mit ca. 3 mm Durchmesser. Jetzt kannst Du Dein Grünzeug je nach Notwendigkeit in eine der drei Dose packen. Ob der geriffelte Boden wirklich bdeutsam ist, um Kondenswasser vom Grünzeug fernzuhalten, weiß ich noch nicht, aber da kann man sicherlich ein billiges Plastikgitter finden und auf den Boden legen.

Samstag, 28. August 2010

Ich will doch nur 'n Telefonanschluß haben. Teil XII

Vodafone hat wirklich ein Problem: Da bekomme ich doch tatsächlich wieder eine Rechnung in der sie mir 53 ct für Internet flat für Juli/August berechnen. Wie gerne hätte ich die bezahlt, wenn ich doch irgendwann mal einen Flatrateanschluß bekommen hätte. Frech sind dann schon die 1,23 für Überweisung kostenpflichtig - soll ich etwa dafür zahlen, daß ich zahlen kann und kein Vertrauen in den Saftladen haben und meine Einzugsermächtigung zurückziehe?

Donnerstag, 26. August 2010

Oh Mann Bill

Ich habe mir eine externe Festplatte zugelegt. Sagenhafte 1,5 TB für € 80,- und das auch noch mit WD Markenplatte. Da konnte ich einfach nicht widerstehen, nachdem ich mal eben grob überschlagen habe, daß da dann um die 1.000 Filme drauf passen und ich keine CDs mehr brennen muß, wenn ich mal einen Film sehen will, denn ich kann dann den Film einfach per USB auf die Platte kopieren und die Platte per USB an meinem DVD Player anschließen.
Da die Platte mit NTFS formatiert ist, erkennt der Player die Platte erst einmal nicht. Also mit FAT32 formatieren. Unter Windows klappt das gar nicht. Also per DOS. Nach einigen Stunden ackerns, dann diese Info:
Wirklich clever dieses System, dafür ein paar Stunden Zeit zu brauchen.

Also ein wenig surfen und rausfinden, warum es nicht klappt. Und siehe da: MS Windows ist einfach zu doof und will das aus irgendwelchen philosophischen Gründen einfach nicht. Also ein Tool wie Fat32Formatter 'runterladen, 10 Sekunden warten und glücklich sein. Warum nicht gleich so, jetzt steht dem FIlmvergnügen nichts mehr im Weg.

Datenselbstauskunft

Seit April kann man nun endlich von den Datensammlern erfragen, welche Daten über einen gesammelt werden. Beim Handyvertrag, Kredit (-kauf), Payback usw. sammelt nicht nur die Schufa fleißig Daten. Viele Auskunfteien kennt man nicht mal. Infos von Plusminus lesen.
Allerdings muß man jede einzeln Anschreiben. Die Verbraucherzentrale hat eine Liste (PDF) mit den wichtigsten Anbietern erstellt. Keine Ahnung welcher Bürohengst das PDF erstellt hat, aber gebrauchen kann man es nicht. Will man die Adressen per cut&paste in einen Brief einfügen (Musterbrief, PDF), muß man feststellen, daß die es irgendwie geschafft haben das PDF so zu erzeugen, daß der markierte Text beim Einfügen total verwurschtelt wird. Da ich keine Lust zum abtippen hatte, dachte ich, das PDF mit Acrobat konvertieren zu können - ergebnislos. Also OCR. Im Web gibt es einige kostenlose Onlineanbieter. Flugs von dem PDF einen Screenshot gemacht und mal sehen, was die Anbieter daraus machen. Allerdings spucken die dann einfach eine Textliste aus, die mir nicht hilft. Aber nach einigem suchen doch was gefunden: http://www.novadys.net/ konvertiert in verschiedene Zielformate. So, nach knapp einer halben Stunde habe ich aus dem PDF den Text in kopierbarer Form. Abtippen hätte wahrscheinlich weniger Zeit gekostet, ist aber eben nicht so elegant.
An alle acht Datensammler einen Brief geschickt und mal abwarten.

Heute kam dann nach nicht mal drei Tagen auch schon eine Antwort von Creditreform: Wo ich nicht alles schon einen Handyvertrag hatte... Und Zahlungswillig bin ich laut Scorewert auch nur zu 96,20 %. Das ist Klasse E. "Aufgrund von Daten zur Person (Alter und Geschlecht) und von Adressdaten." Naja, immerhin ist Klasse A auch nur zu 98,67 % sicher - wirklich trauen tun die also keinem.

Facebook

Ich kann ja einfach nicht das Prinzip Facebook verinnerlichen. Aber brauche ich auch nicht. Aber eine Bekannte war bei Facebook angemeldet, hat nun erkannt, daß es da nur darum geht, eine große Zahl bei seiner Freundestatistik zu sehen und Datenschutz eher klein geschrieben wird und wollte nun ihr Profil gelöscht haben.
Gar nicht so einfach. Nachdem sie es nicht geschafft hat, bat sie mich. Auch ich mußte suchen. Hat sicher Methode, daß man erst über die Hilfe was zum Thema findet und dann auch noch genau lesen muß, um zu erkennen, daß es deaktivieren und löschen gibt. Der Link zum wirklichen löschen ist dann auch noch mal unauffällig. Und gelöscht wird dann auch nicht sofort, sondern erst in 14 Tagen. So was nennt man wohl Kundenbindung. Echtes Interesse am Verlust von Daten haben die vermutlich auch nicht.

Mittwoch, 25. August 2010

Ich will doch nur 'n Telefonanschluß haben. Teil XI

Man glaubt es kaum: Ich habe ISDN und DSL!

Keine 2h nach meinem Anruf kam auch schon der Techniker, der gerade in der Gegend war. Und siehe da: jetzt läuft's - nach knapp drei Monaten.

Und die Geschwindigkeit geht auch: DSL 3000 ist verfügbar:

Ich will doch nur 'n Telefonanschluß haben. Teil X

Hat irgendwer geglaubt, daß nach Ablauf der 24h der Anschluß läuft?

Tut er nicht. Beim Service hat die Frau dann die Leitung getestet und welch Wunder: da liegt eine Unterbrechung vor. Da muß ein Techniker kommen. Und welch Wunder: der will sogar heute von 13-16 Uhr kommen. Mal sehen.

Dienstag, 24. August 2010

Ich will doch nur 'n Telefonanschluß haben. Teil IX

Heute sollte mein Anschluß kommen. Dem Schreiben zu entnehmen im Laufe des Tages - voraussichtlich bis spätestens 19 Uhr.
Es ist nach 19 Uhr und kein Techniker in Sicht und auch kein ISDN, wie ein Test durch Anschluß von Splitter und NTBA bestätigt. Also mal anrufen. "Der Tag ist ja auch noch nicht um, der hat 24h". Schlaumeier, aber da kommt ja jetzt wohl kein Techniker mehr. "Der kommt sowieso nicht." Aha. Woher soll man das denn wissen? Gut, daß ich mir nicht einen weiteren Tag von meiner Arbeit frei nehmen mußte. Dafür einen Urlaubstag zu opfern hätte mich ja noch mehr angekotzt. Wenn also bis Mitternacht nichts passiert, dann darf ich den Service noch mal anrufen, denn "19 Uhr ist nur ein Richtwert".

Montag, 23. August 2010

Bloggen

Neu hier und schon mißfällt mir was: Wieso steht immer der neuste Eintrag oben und es läßt sich nirgends ändern? Ist doch bescheuert. Wenn ich Tagebuch schreibe, fange ich doch auch nicht hinten im Buch an und schreibe mich dann nach vorne durch. wenn der Leser etwas dann im temporal richtigen Kontext lesen will, ist er ja nur mit blättern beschäftigt: von oben nach unten lesen und dann wieder hochblättern.

Na mal sehen, wie lange meine Blogleidenschaft anhält. Ich frage mich eh, wer hier liest oder ob man nur für sich selber tippt.

Sonntag, 22. August 2010

Beach-Party

Gestern war hier bei uns Beach-Party. Angesichts meines Frauen-Defizit ist das natürlich ein Muß-Termin. Also hin und mit ein paar Leuten getroffen. Leider war es mal wieder der reinste Kindergeburtstag.
Mädels waren zwar da, aber man müßte schon nach der Devise "zweimal vierzehn ist auch achtundzwanzig" vorgehen, wenn man sich nicht strafbar machen will. Wo nur treiben sich die ab echten 28 rum? Die können doch nicht alle Mami spielen und wenn doch, müssen sie doch trotzdem mal raus, denn angeblich werden doch so viele Mamis von Papi verlassen und dann?
Aber auch die Musik: zum Davonlaufen. Umpf-Umpf-Umpf. Alles nur Techno-Resamples. Gibt es heute keine Lieder mehr, die man in der Disco spielen kann, in denen auch Text vorkommt? Sonst haben deutsche Musiker uns doch so viel mitzuteilen und alle hören mit verklärtem Blick im Radio zu oder wählen die dann sogar zum Eurovision-Star. Ich will tanzen, mitfeiern, mitgrölen können und nicht "put your hands in the air", weil der DJ-Fuzzi das gerade in sein Mike grölt.

Samstag, 21. August 2010

Ich will doch nur 'n Telefonanschluß haben. Teil VIII

Ich dachte eine kleine Pause zum kräftig ablachen ist hilfreich.

Ich, denen vertrauen? Womit hat sich das denn ein Telefonanbieter verdient? Keine Chance. Bitte alles stornieren.

Ich habe das dann noch mal Online gemacht. Dann eben nur drei MSNs. Muß ich mit leben lernen. Hauptsache endlich mal ein Anschluß. Und selbst wenn ich dann später noch weitere Bestelle, ist das immer noch billiger, wenn das € 10 ,- kostet und ich 50,- sicher gutgeschrieben bekommen habe.

"Vielen Dank für Ihren Auftrag. Gern kümmern wir uns [...]. Bevor (ohoh) wir für Sie tätig werden (sind sie es nicht schon geworden - mit der Auftragsbestätigung und mit diesem neuen Schreiben - egal, auf 'nen Formulierungskurs habe ich jetzt keine Lust), haben wir noch eine Frage an Sie. Leider können wir Sie nicht telefonisch erreichen. Bitte rufen Sie zurück."

Klar mache ich sofort. Ich will ja nicht Schuld an irgendwelchen Verzögerungen sein.

"Ah ja. Ja, wir konnten Sie unter der Nummer 12345 nicht erreichen". Kann ich mir denken. Warum sollte ich denen auch meine echte Handynummer nennen? Nur damit ich dann Werbeanrufe von denen, und sonst wem erhalte? Also: "Isch abe doch gar keine Auto - äh Telefon". "Aber ich muß doch hier was eingeben. Wenn Sie nun der Techniker anrufen will." Haha. Selten so gelacht. Wann hat mich denn je ein Techniker oder sonst wer angerufen in den letzten Monaten, als der Techniker definitiv bei mir vorbeikommen sollte. "Ich habe kein Telefon". "Auch nicht...". "Nein!". "Aber dann kann ich den Anschluß nicht bearbeiten". "Ich habe kein Telefon. Ich will eins haben. Deshalb habe ich bei Ihnen einen Anschluß bestellt. Wenn ich den habe, dann habe ich auch ein Telefon. Bis dahin habe ich keins." Bin ich hier beim Hauptmann von Köpenick gelandet? "Na gut, dann trage ich hier halt keine Angabe ein." Geht doch. Ach übrigens, wo wir uns jetzt so gut verstehen: Ich hätte doch eigentlich gerne fünf MSNs und das konnte ich doch Online nicht auswählen. Können Sie da nicht was machen? Sie kann.

Ich habe inzwischen sogar einen Anschalttermin: Der war am vergangenen Donnerstag. Wer kam nicht? Der Techniker. Er rief auch nicht an. Aber  nachmittags kam die nette Christel von der Post. Die ruft nicht an, die kommt einfach. Und die hatte einen Brief: Meine fünf (yes!) zukünftigen MSNs. Und noch einen Brief: mein neuer Anschalttermin. Der ist in drei Tagen - vielleicht.

Donnerstag, 5. August 2010

Ich will doch nur 'n Telefonanschluß haben. Teil VII

Was nun? Alle Hoffnung fahren lassen? Zurück in die Steinzeit, Eremit werden, Insel in der Südsee?

Nein, noch mal dem rosa Elefanten ins Maul blicken. Neuer Auftrag Online. Hm, da kann ich irgendwie nicht angeben, daß ich mehr als drei MSNs will. Aber die stehen mir zu. Ich zahle viel Geld zukünftig monatlich. Ich will sie. Also bei der Bestellhotline anrufen. "Ja, das kann ich jetzt auch nicht machen. Aber Sie können dann später ja einen Änderungsauftrag machen." Ich bin ja nicht doof: "Der kostet doch aber was oder?". "Ja." "Wieso? Mir stehen die doch zu bei Auftragserteilung - nicht als Änderung." Ah, ein unbequemer Kunde: abwimmeln! "Ich verbinde sie mal." ... "Ja, das geht. Wieso konnte die das nicht komisch. Egal, mal schauen. Wow, alle Daten schon da (haha, woher die wohl stammen - bloß den Mund halten). So, alles fertig." Ich bin ja nicht doof (hat ich's schon gesagt?): Was ist denn mit den 50 Euro Online Gutschrift auf die happigen 60 Anmeldegebühr? "Ne, das geht nicht, wir sind ja hier nicht Online". "Ja, aber Online kann ich nicht meine Mehr-MSNs bestellen." Ohoh, unbequemer Kunde! "Moment mal." Dummdidumm, Trallalala. Hat eigentlich schon mal jemand sich über die nervigen Wartemusiken und Ansagen gemeckert? Bestimmt. Aber vielleicht mache ich das auch bald noch mal. "Hallo. Haben Sie ein Handy? Da könnten wir dann was machen" "Ja, aber ich will kein Handy. Ich will ISDN und DSL!" Schweigen. "Na gut, dann kann ich 30 Euro machen." "Nein! 50 ist angesagt! Ich will meine 50!". Unbequemer Kunde... "Na gut." Ich bin immer noch nicht doof: "Das steht aber dann auch auf der Auftragsbestätigung?" "Nö, das kann ich nicht machen. Das wird Ihnen dann auf der ersten Rechnung gutgeschrieben." Jaja, und wenn nicht? Wer hält dann den Kopf hin? Nene, nur was ich schwarz auf weiß habe usw. Und jetzt kommt's: "Da müssen Sie mir einfach mal vertrauen."

Dienstag, 13. Juli 2010

Ich will doch nur 'n Telefonanschluß haben. Teil VI

So, geben wir doch Vodafone noch mal eine Chance. Veräppeln lassen muß ich mich nicht, wenn der rosa Riese als Marktführer auch nicht seine Daten im Griff hat, Aufträge nicht bearbeiten kann und ich dafür auch einiges mehr monatlich zahlen soll. Diesmal will ich aber Service. Jemand nettes zum anlächeln: Also in den schicken Vodafone Shop gepilgert. Hier kriege ich zwar keine € 50,- Online-Gutschrift, denn fürs nette Lächeln muß man ja bezahlen aber ich kann mein neues Modem gleich mitnehmen und auch den Surfsofortstick diesmal und er ist gleich freigeschaltet- nett. Das hatte die Dame von O2 auch gemacht und da habe ich keine 50 Tacken auf den Tisch legen müssen - aber von der wollte ich ja auch keinen langfristigen Vertrag bei dem ich mich 24 Monate binden muß und regelmäßig was zahle.

Die Zeit verstreicht. Der Surfsofortstick ist schrottig. Ist aber an die Hardware gebunden, kann also nicht meinen Alice-Stick-Trick nutzen und muß mit einem langen Kabel durchs Fenster leben. Das Vodafone Modem ist noch viel grottiger. Andauernd wird die Online-Vebrindung getrennt, dann muß man den Stick rausziehen oder das Teil neustarten. Die Sprachqualität ist unter aller Sau. Angerufen kann ich auch irgendwie nie werden und wenn ich mal telefonieren will, klappt's auch erst nach einem Neustart. Hatte ich schon erwähnt, daß ich einen Onlinehandel habe, daß Kunden mich anrufen wollen?

Keine Post. Also mal Online gehen. Da kann man doch irgendwie seinen Status abfragen. Ah ja:  "Ihr Auftrag wurde storniert." Nein! Wieso? Glaubt mir keiner? Bitte:







Das war am 13.8. Neun Tage später warte ich noch immer auf das avisierte Schreiben mit den Beweggründen.

Was mache ich falsch? Wieso mögen die mich nicht? Ich will doch nichts ungewöhnliches. Immerhin geht noch der Surfstick. Mal sehen wie lange noch, wann sich der Vertrag automatisch von den drei kostenlosen Monaten in einen Dauervertrag verlängert, den ich nicht will und wann ich dafür wieviel zahlen muß. Da freue ich misch drauf Ihnen mitzuteilen, daß ich dazu nicht gewillt bin.

Freitag, 2. Juli 2010

Ich will doch nur 'n Telefonanschluß haben. Teil V

So, wenn die Billiganbieter alle schlecht oder inkompetent sind oder mich übervorteilen wollen, dann eben zum rosa Premiumanbieter Telekom oder T-Online oder wie nennen die sich jetzt?

Das Spiel kenne ich ja: Online auswählen was man will, Online Verfügbarkeitscheck, warten. Ach nee, die rufen ja auch zurück. Also per Telefon bestellen. Dann kann ich auch gleich das mit den MSNs klären - vie statt drei. Und der Tussi mein Leid klagen. O-Ton "Bei uns passiert das nicht, wir sind die guten, wenn wir einen Termin machen, dann steht der Felsenfest." Hört man gern.

Sieben Tage später (noch schneller - aber warum eigentlich nicht am nächsten Tag/inerhalb fünf Stunden? UPS kann das auch, wenn's schnell sein muß und Geld zweitrangig ist. Gibt's nicht genügend arbeitslose, die da ein wenig mehr Service reinbringen könnten? Bei den hohen Preisen kann man doch eigentlich auch noch etwas mehr Tempo erwarten) soll der Schalttermin sein. Gut, daß ich selbständig bin und von zu Hause arbeite: Warten Sie arbeitnehmerfreundlich den ganzen Tag auf unseren Techniker - genauere Terminierungen kriegen wir leider nicht hin, aber vielleicht sind sie ja auch (bald) arbeitslos wie unsere ganzen im Zuge des Volksaktien Börsengangs gefeuerten Servicetechniker und haben dann als Kunde auch Zeit auf uns zu warten, damit wir Ihnen die Installation dann auch noch mit € 60,- berechnen können (nur das Anschalten, da kommt nicht etwa einer, der mir hilft). Kein Problem.

Es ist Freitag, es wird 18 Uhr. Es kommt kein Techniker. Also mal anrufen. Da kann man doch am Wochenende bestimmt noch was bewegen. Ja, kann man: Ich erhalte ein paar Tage später eine neue Auftragsbestätigung für einen völlig neuen Auftrag. Von ISDN ist gar keine rede mehr (nennt sich bei "den guten" Standard und ISDN dann Universal) Wieso? Nur weil ich meinen Frust abgelassen habe, weil ich jetzt schon seit Anfang Juni halb Offline bin? Ich will keinen Neuauftrag, ich will Telefon!

Um nicht irgendwas doppelt und dreifach bezahlen zu dürfen, was ich nicht bestellt habe und auch nicht bekommen habe, kündige ich schriftlich einfach mal alles.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Ich will doch nur 'n Telefonanschluß haben. Teil IV

Irgendwann bekomme ich einen Brief von Vodafone: eine Rechnung. € 39,95 für ein Modem, € 2,05 für Internet-flat und 2,44 für eine Papierrechnung.

So nicht! Nicht mit mir. "Internet-flat"? Wann denn, habe doch gar keinen Anschluß geschaltet bekommen. Geht doch angeblich gar nicht. Papierrechnung bezahlen? Rechnung per email oder Online ist meistens illegal, da sie nicht digital signiert sind. Solche Rechnungen sind also gar nicht geschrieben und wenn die Geld haben wollen, müssen sie schon eine gültige Rechnung ausstellen. Also Brief hin und reklamiert.

Anruf von irgendeinem Callcenter-Hiwi: Sie haben meine Beschwerde erhalten. Ich müsse das Modem einsenden, dann kann muß ich die € 39,95 auch nicht zahlen: Kein Problem, denn ein Rücksendeaufkleber lag ja bei.

Es vergehen nur ein paar Tage und eine neue Rechnung ist da: Kein Modem aber immer noch Internet-flat und Pappierrechnung. Nö. Habe denen ja schon geschrieben, da die Forderungen nicht berechtigt sind, Nochmal kriegen die das nicht zu hören. Sollen sie doch auf Granit beißen.