Samstag, 30. Juni 2012

Bildungslücken

Mal was erfreuliches: Google entzückt immer wieder mit lustigen Designs für ihr Logo ("Doodle" im Fachjargon genannt) - passend zu diversen Anlässen. Manchmal sind diese auch animiert und dann wirklich geeignet, Bildungslücken auf ganz unaufdringliche Weise zu schließen. Es erfreut mich dann sogar noch mehr, wenn ich dabei auf Themen treffe, von denen ich denke, dass sich dafür kaum einer interessiert und Dank Doodle nun Millionen Leute inspiriert werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Wer kennt nicht die Frage (auch von Kindern), ob ein Pferd im Galopp zu irgendeinem Zeitpunkt alle vier Hufe in der Luft hat. Wer aber weiß, wie die Frage beantwortet wurde und womit?

Sind Sie schon älter als 30? Dann kennen Sie Pac-Man noch "in echt". Es wird Zeit, sich mal wieder was auf die Ohren zu geben und den Kampf gegen die Verfolger etc. anzutreten. 256 Level warten!

Wer Musik mag, kann sich an einer Elektrogitarre austoben und sogar den Song speichern und weitergeben. Wer noch nie was von einer Moog gehört hat, der kann nun mal ausprobieren, wie viele Klänge man aus einer mehr oder weniger simplen Schwingung erzeugen kann.

Der neuste Geniestreich widmet sich einem wirklich abstrakten Thema: der Turingmaschine. Sie wissen nicht, was das ist? Nun, im Grunde sitzen Sie gerade vor dem Nachfolger. Drücken Sie auf Play und programmieren Sie die Anweisungsfolge so, daß auf dem Speicherband der rechts oben gezeigte Code entsteht. Dieser entspricht den ASCII-Buchstaben für das Wort "Google". Ihnen stehen folgende Operatoren zur Verfügung:
  • Ändere den Wert an der aktuellen Position in 0/1/(Leer)
  • Gehe eine Position nach Links/Rechts. Dazu wird das Speicherband in die gegenläufige Richtung bewegt.
  • Vergleich mit 1/0/Leer. Wenn Vergleich wahr, dann folge den alternativen Befehlen
  • Schleife. Springe an die markierte Stelle zurück.
 

Dienstag, 12. Juni 2012

Darf ich oder darf ich nicht?

Der zweitschwachsinnigste Text im Internet nimmt in emails immer mehr Verbreitung. Zuerst einmal der überflüssigste (ist nicht steigerbar, ich weiß):
Mit dem Urteil vom 12. September 1998 - 312 0 58/98 - „Haftung für Links“ hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dieses kann - so das Landgericht - nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten der von mir verlinkten Seiten.
Wer hat den Satz nicht schon mal auf einer Webseite gelesen.  Wie im Internet üblich, wird einfach alles blind kopiert- cut and paste macht's möglich. Daß es bei dem "Hamburger Urteil" um etwas anderes geht, scheint kaum einer zu bemerken. Das ist nicht neu und wer will, findet auch zahlreiche Texte im Web, die sich über die falsch informierten Webmaster mehr oder weniger lustig machen.

Auch nicht ganz neu ist der zweite unnütze Text:
Diese E-Mail beinhaltet Informationen, die vertraulich oder nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sein könnten. Sollten Sie nicht der designierte Empfänger sein, ist das Lesen, Kopieren, Weiterleiten sowie anderweitiger Gebrauch des Inhalts dieser E-Mail untersagt. Sie werden gebeten, diese E-Mail unverzüglich zu löschen.
Das befindet sich am Ende der email. Also habe ich die mail schon sehr ausführlich lesen müssen, um bis hierhin zu gelangen.  Aber mal abgesehen davon, daß die Stelle falsch gewählt ist (wenn, müßte der Text am Anfang stehen), kann ich ja gar nicht richtig reagieren und die mail löschen, denn es ist mir ja verboten, die mail und damit die Löschanweisung zu lesen, sollte ich nicht der richtige Empfänger sein. Sollte ich sie löschen, gestehe ich ja ein, sie gelesen zu haben - fast schon ein Schuldeingeständnis. Also ist die mail auf Ewig dazu verdammt, meinen Posteingang zu verstopfen. Zumal mir ja der anderweitige Gebrauch der mail auch Untersagt ist. Also ist auch das geforderte Löschen untersagt. Zumal (auch wenn das noch immer viele Leute nicht wissen) beim Löschen die mail kopiert wird (nämlich in den Papierkorb - mal abgesehen davon, was alles im Dateisystem damit passiert) und das ist ja auch verboten worden.
Anstatt sich mit derartigen, vermutlich durch blödsinnige US-amerikanische Gesetzesauslegungen  inspirierte ("Vorsicht, Kaffee ist heiß") Texte zu blamieren, sollten die Firmen viel lieber mal die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zum Impressum in ihre email aufnehmen. Diese fehlen nämlich noch immer oft (so auch bei UPS, von denen obiges exemplarische Zitat stammt).

Sonntag, 10. Juni 2012

Kreisende Geier

Kennen Sie noch Fahrkartenschalter? Früher gab es die an jeder U-Bahnstation und jedem (Fernreise-) Bahnhof. Heute zockt die DB jeden Fahrgast mit einer Bearbeitungs-/Beratungs-/Servicegebühr von bis zu fünf Euro ab, wenn man am Schalter sein Ticket holen will und die Verkaufsbuden sind verwaist. Heute sind viele der Kartenverkäufer wohl arbeitslos, denn die Bahn hat es geschafft, Kunden zu vergraulen, die nicht Online kaufen können/wollen und die anderen wurden zwangsweise in das Umerziehungslager namens "Onlinebuchung" geschickt. Oder man darf sich durch kryptische Zonenmodelle hangeln - auf einem schlecht justierten und durch häufiges angrabbeln halb defekten Touchscreen.
Nun steht seit einigen Jahren die nächste Revolution an, die wieder Arbeitslose produziert und den Kunden zum Mitarbeiter im Unternehmen macht. Bisher in Deutschland noch eher selten, aber im Ausland doch schon öfter anzutreffen, sind SB-Kassen. Anstatt einer professionellen Kraft das Scannen in Rekordgeschwindigkeit zu überlassen (nach dem mit Aldi auch der letzte Vertreter des Preiseintippens umgestellt hat), greift der Kunde selbst zur Pistole und kassiert sich selber ab. Der Vorteil für den Kunden? Keiner. Es dauert länger da man nicht geübt ist und den Barcode auf der Verpackung erst einmal suchen muß (davon was passiert, wenn der Barcode mal wieder im System fehlt, wie es ja auch nach mehr als 35 Jahren Strichcode fast bei jedem Einkauf vorkommt, wollen wir gar nicht reden). Und dann muß man sich auch noch durch das oft grottenschlechte Bedienmenü des Terminals quälen. Das es schneller geht, glaubt man nur, weil man aktiv ist, statt nur die Ware im Einkaufswagen zu deponieren. Trotzdem erproben die großen Handelsketten das System mit Begeisterung, denn so können wieder Personalkosten gesenkt werden. Und nur darum geht es oder fällt irgendwem ein anderes Argument ein? Nur was habe ich davon? Sinken die Preise dann oder dauert es länger bis zur nächsten "Preisanpassung" nach oben, gibt es mehr Service?
Mir bleibt vorerst einmal der Spaß am elektronischen Spielkram. Und meine Tochter kann gleich mal in ein aussterbendes Berufsfeld hineinschnuppern. Also nichts wie ran an die "Expresskassen" beim schwedischen Möbelhaus.
Expresskasse. Quelle: Ikea

Aber kaum steht man da, schleicht sich eine Kassenaufsicht an einen heran und weicht nicht mehr von der Seite. Dein Kind ist ganz fasziniert von den roten und grünen Lichtern und piepsen, wenn der Strichcode erkannt wurde. Die genialen Kassensystemprogrammierer haben zwar eine rudimantäre Funktion vergessen, um zu sagen, man hat einen Artikel gleich mehrfach, aber das ist ja kein Problem, scannt man halt den gleichen Artikel mehrmals, ohne die anderen anzurühren. Aber der Cleverness mißtraut die Aufsicht und schiebt sich auffallend unauffällig noch näher und schielt in die Tasche (die man übrigens schon weit vor dem Kassenbereich hätte leeren müssen, um dann den gesammelten Kleinkram vermutlich im Arm zur Kasse zu tragen, was aber  den Vorteil hätte, daß die Anschleicherin besser sehen kann). Ups, da haben wir doch glatt einen Artikel zweimal gescannt, aber nur einen dabei. Na das sollte so ein Hightechsystem schnell ("expreßartig") regeln können. Also "Storno" anklicken. Aber nein, das geht ja nicht, da muß erst die Kassenaufsicht Ihre Magnetkarte durchziehen und einen Bon für sich ausdrucken. Aber natürlich erst, nach einem gründlichen Verhör, warum man denn den Artikel stornieren will. Scheint ein suspektes Verhalten zu sein. Anschließend wird der Artikel dann weggenommen, weil man ihn ja stornieren wollte. Ja, das heißt aber nicht, daß ich ihn nicht mitnehmen will, er ist doch schon einmal gebucht. Falsche Antwort, jetzt wird das Verhör intensiver, wo ist er denn schon gebucht, man möge das bitte auf dem Terminal zeigen. Von so viel Mißtrauen genervt versuche ich nebenbei dann noch in Ruhe meinem Kind den Unterschied zwischen einem Storno und einer Buchung klarzumachen. Ab jetzt ist man ganz verdächtig und die anderen Aufsichtskräfte samt offenbarem Oberaufseher (vier Kassen, drei Aufseher in Ikeagelb und ein Oberaufseher in Zivil) beäugen den weiteren Vorgang argwöhnisch. Ob der Oberaufseher in Zivil einer Sicherheitsfirma angehört, der sich heroisch vor den voll bepackten Einkaufswagen wirft, sollte man es wagen Ikea zu betrügen? Oder warum trägt der immer kein Ikea-Shirt und steht noch weiter weg, ohne daß er verheimlichen kann, was seine Aufgabe ist? Vielleicht sind es auch alte Stasimitarbeiter - die waren auch immer so unauffällig. Langsam wird aus dem Scannerspiel ein Ärgernis bei dem man sich nur noch Unwohl fühlt, weil die Aufsicht einen auf die Pelle rückt und man jetzt bloß keinen Fehler mehr machen will. Andere SB-Kassenanbieter kontrollieren übrigens auch. Ohne geht es wohl nicht. Aber das läuft dann wenigstens unaufdringlicher ab, in dem einfach alle Waren gewogen werden oder anschließend eine Aufsicht einen schnellen Blick auf den Kassenbon und den Einkaufswagen wirft. Wer mal in der Metro eingekauft hat, der weiß, wie fit diese Leute sind und den Wert eines Einkaufswagens ziemlich gut abschätzen können, ohne jeden Artikel abzuhaken. Kurz vor dem Finale dann aber der GAU. Da haben wir es wieder: wir haben das eine Brett aus dem riesigen Stapel Einlegeböden erwischt, welches keinen Code aufgedruckt hat. Und nun? Hilfe durch die Aufsicht? Nicht doch. Ratlos werden Listen gewälzt, zieht man sich zurück und kommt dann irgendwann zurück mit einer Artikelnummer. Inzwischen habe ich die anderen Teile bezahlt und spiele aus Langeweile mit dem Scanner. Piep! Wieder was gescannt. Jetzt ist aber aus mit lustig! So geht das ja nicht, werde ich zurechtgewiesen.
Wohnen und kaufen darf man, leben und Spaß haben besser nicht. Quelle: Werbespot Ikea

Ja, ich schäme mich, wie kann ich nur. Ist doch ein Storno wie wir wissen so eine komplizierte Sache und die vier Kräfte sind doch schon so überfordert mit dem Spionieren und Preis fürs Brett sondieren. Wo sind nur die netten fröhlichen Leute aus den Werbespots und Werbeaufstellern, die uns alle zu einer Ikea-Family machen wollen und mich duzen? Eine bemitleidenswerte Familie, in der so viel Mißtrauen herrscht. Aber jetzt geht's weiter, hier ist der Code, noch mal zwölf Euro bitte. Nein, das Teil kostet nur sieben! Kann nicht sein, der Kollege hat es doch ausgedruckt. Ja, aber ich weiß es auch, ich habe es aus dem Regal genommen, ich habe zuvor im Internet nachgeschaut, meine Tochter hat fein säuberlich Regalplatz, Artikelnummer und Preis mit einem dieser netten kleinen Bleistifte auf einen Merkzettel geschrieben (nach dem wir übrigens unseren Spaß an einem Infoterminal hatten, an dem es auch einen Scanner gab - hier zum Glück ohne Aufsicht, wer weiß ob wir nicht längst des schnöden Hochregallagers verwiesen worden wären, hätten die uns dabei zugesehen) und all unsere Angaben weichen von denen des allwissenden Kollegen ab. Langes hin und her, der Kollege muß per se Recht haben. Dem Kunden ist zu mißtrauen, wie uns ja nun bereits vorgelebt wurde. Also hole ich mir wutschnaubend ein neues Brett und zahle sieben Euro an einer Bummelkasse (oder wie nennt man die nicht-Expresskassen jetzt?) mit Kassiererin (bei der so wenig Andrang herrscht, daß Sie nebenbei noch die Regale in ihrem Bereich sortieren konnte, bevor Sie mich nett begrüßte und sich zu ihrer Kasse begab). Das geht schneller! Und wenn ich gewollt hätte, hätte ich mir auch noch die Zeit für einen kurzen Schwatz oder gar Flirt nehmen können (wäre ich nicht noch immer so auf expressartigen 180). Mit den Kontrollkräften will ich bestimmt nicht quatschen oder flirten und irgendwann werden auch die wegrationalisiert sein.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Sex sells

Vor ein paar Tagen habe ich noch bei meiner favorisierten PC-Redaktion darüber gelesen, wie sich der Autor darüber echauffierte, daß eine Firma mit halbnackten Tatsachen Werbung macht. Als ob das was neues wäre oder jemand noch verwerflich finden würde. Dabei sind nackte Tatsachen (erst ab 18!)  im Internet nun wirklich leicht zu finden.
Heute schreibt dann die Redaktion des gleichen Hauses etwas über die zu den Sommerferien gültigen neuen Mobilfunktarife. Keine große kreative Leistung ist wohl dabei, den Artikel mit einem sommerlichen Foto zu illustrieren - wie wäre es mit der Teilansicht einer hübschen Frau im Bikini (plus Handy als Alibi)?

Quelle: http://www.heise.de/

Sonntag, 26. Februar 2012

Weil 99,99 % der Internetnutzer dumm sind, muß ich mich beugen und Gläserner Bürger sein

Drastisch, aber leider ist es so: Alles, wirklich alles, was man im Internet macht, hinterläßt Spuren und kann (automatisch) analysiert werden. Emails gehören auch dazu. Jede mail, die man verschickt, wird über viele Computer im Internet weitergeleitet - und das im Klartext, also als lesbarer Text. In Schurkenstaaten und Diktaturen geht man ja davon aus oder hört es auch andauernd, daß die Regime den Bürgern auf die Finger schauen und alles mitlesen und auswerten und dann unliebsame Bürger wegsperren etc. Aber hätten Sie gewußt, daß auch die demokartische BRD zu den "Schurkenstaaten" zu zählen ist? Klar, gegen ACTA auf die Straße zu gehen ist schon gutbürgerlich normal. Aber wie wäre es mal damit, vor der eigenen Haustür zu schauen? Emails können und werden von der Bundesregierung bzw. den Geheimdiensten mitgelesen und ausgewertet: Deutsche Geheimdienste überwachten 2010 mehr als 37 Millionen E-Mails und Datenverbindungen.
Wie immer werden jetzt die meisten Nutzer sagen: "Na und? Ich habe ja nichts zu verbergen". Und: "Wenn so Kriminelle gefangen werden, ist das doch gut."
So fängt es an. Und irgendwann kommt das Erwachen und keiner kann mehr zurückrudern. Bradbury und Orwell lassen grüßen.
Dabei ist es ganz einfach: Ein anständiges Emailprogramm wie z. B. Thunderbird und Enigmail OpenPGP (oder von mir aus auch Outlook, wenn's denn sein muß) nutzen und dort PGP installieren. Damit kann man dann jede Email ohne Mehraufwand signieren (stellt sicher, daß die Nachricht nicht nachträglich manipuliert wurde) oder verschlüsseln (und zwar so gut, daß wirklich keiner das Ding mehr lesen kann außer der richtige Empfänger). Das ist wirklich ein Kinderspiel und jede verschlüsselte Email zeigt den Schnüfflern, daß man sich nicht ausspionieren läßt. Übrigens: Wirklich gefährliche Kriminelle wird man nicht durch wahllosen mitlesen von Emails, in denen das Wort "Bombe" oder "Krieg" steht, finden, denn die Bösewichte wissen genau, was PGP leistet und nutzen das dann auch.
Dumm an der Sache ist nur: Wenn keiner mitmacht, dann hilft mir das als informierter und sensibilisierter Bürger fast gar nichts. Denn wenn ich meine Emails verschlüsseln möchte, dann muß der Empfänger die auch entschlüsseln können. Und wenn der nicht mitmacht, dann geht das nicht. Also bin ich dazu gezwungen, unverschlüsselte Mails zu schreiben, weil alle anderen zu faul/doof/unsensibel/uninformiert und unqualifiziert sind, sich um ihre Grundrechte und ureigenen Interessen zu kümmern.
Und solange das mit der Verschlüsselung mangels Beteiligung nicht klappt, ist die PGP Signierung schon ein guter Schritt. Das übt, wie man PGP installiert und einsetzt und zeigt jedem, wie leicht es ist, mitzumachen, denn eine Signierte Email sieht so aus und kann an jeden gesendet werden, auch wenn der kein PGP nutzt:
-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1

Hier steht die eigentliche Email
 
-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
Version: GnuPG v1.4.11 (MingW32)

iEYEARECAAYFAk9KvUkACgkQ2AP4QMqw24CFGACgtDxkg8YFECPdW68qGflIAWfx
tEUAmgPOPRlBECzVzUZiSlIW7F802B0R
=yFEl
-----END PGP SIGNATURE-----
Die Signatur stört also nicht und je mehr Leute mitmachen, desto leichter fällt es dann auch verschlüsselte Mails zu verschicken.

Ich bin dafür, daß alle Leute, die nicht PGP nutzen, keine Emails mehr schreiben dürfen - zu ihrem eigenen Schutz. Schließlich werde ich auch so oft gezwungen Dinge zu tun, die ich nicht will, weil sie ja für mich so wichtig sind und ich so doof bin, das einzusehen, so daß die Nichteinhaltung unter Strafe gestellt ist, obwohl ich nur mich persönlich gefährden würde (Anschnallen im Auto/Flugzeug, Rettungsübungen auf einer Kreuzfahrt, keine Drogen usw.).

Also, worauf warten Sie? Mitmachen und Emails im ersten Schritt mit PGP signieren.

Mittwoch, 8. Februar 2012

App-Blödsinn

"Jeder" hat ja heute ein Smartphone. Und überall sieht man Werbung für Apps und Leute, die darüber reden. Wenn man über die meisten Apps aber mal nachdenkt, dann sind diese völlig überflüssig und dienen nur den Herausgebern, Geld zu machen, Kundendaten zu sammeln und ein altes Produkt mit neuer Werbung am Markt als innovativ zu vermarkten.
Ein Blick in zwei von zahlreichen "must have" Artikeln zeigt, daß Apps wie
  • Google Goggles
  • Bibel
  • Google Earth
  • Zeitungen
  • CHIP Bestenlisten Android-App
  • YouTube
  • Street View in Google Maps
  • Google Übersetzer
  • ebay
  • Shazam
  • TuneIn Radio
  • Öffi
  • Zedge Ringtones & Wallpapers
  • IMDb
  • Weather.com (und auch wetter.com)
  • Facebook
  • g+
  • WhatsApp
  • Doodle
  • Clever Tanken
  • miCal
  • 1Password
  • SAT.1
wirklich überflüssig sind.

Die meisten Apps sind nämlich nichts weiter als Programme, die Inhalte abrufen, die bereits (kostenlos) im Web angeboten werden. Die App ist nicht selbständig und Offline lauffähig, sondern ruft ihre Daten im Netz ab. Dann kann man auch gleich im Internet surfen. So müllt man sich nicht den Speicher voll und der Herausgeber hat auch keinen Vollzugriff auf GPS Positionsdaten und meine Kontakte und es können auch keine überraschenden Kosten versteckt entstehen.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Ganz Deutschland ... verblödet

"Ganz Deutschland" ist begeister/hat die Show gesehen/will mehr.
Jedesmal, wenn ich derartige reißerischen Texte im Fernsehen höre, ärgere ich mich. Ich bin auch ein Teil von Deutschland und ich habe es weder gesehen, noch bin ich begeistert, geschweige denn, daß ich mehr davon sehen will. Meistens geht es um irgendwelche dummdämlichen Castingshows oder Selbstinszenierungen von möchtegern Stars.
Liebe TV-Redaktion: Eine Sendung mit 4,58 Millionen Zuschauern wurde nicht von ganz Deutschland gesehen. Deutschland hat 81,729 Mio. Einwohner. Selbst wenn man großzügig rundet, kommt man von 4,58 nicht auf 81. Im Gegenteil:
Ganz Deutschland hat ... nicht gesehen!
Klingt natürlich doof, aber so ist die bittere Wahrheit nun mal. Bitte, schmeißt mich nicht in die Schublade der hirnverbrannten Zuschauer Eurer Werbeveranstaltungen.

Freitag, 11. November 2011

Schlafwandler

Als Autofahrer kennt man das ja: vor einem trödelt mal wieder einer herum und man selber ist genervt. Dabei muß es sich nicht einmal um den berühmten "Mann mit Hut (fährt nicht gut)" oder Vertreter der Häkel-Klorollen Fraktion sein. Auch junge Menschen holen ihren Schlaf zunehmend im Auto bei der Fahrt nach.
Ich kann diejenigen ja gar nicht verstehen, die sich irgendeinen blödsinnigen Trödel an ihren Innenspiegel hängen. Mich würde das total nerven. Mal abgesehen davon, daß die überdimensionalen Hawaiketten auch noch die Sicht behindern und CDs nichts gegen Blitzerfotos ausrichten. Über Gläubige, die da ihren Rosenkranz oder Jesus aufhängen, kann man ja noch schmunzeln, wenn sie glauben, daß dieses Teil sie beschützt und nicht eher ablenkt und dann Schuld an dem Unfall ist, den der Talisman eigentlich verhindern soll.

Peinlich wird es aber, wenn man die immer beliebteren Traumfänger sieht: machen die Leute sich eigentlich keine Gedanken darüber, was sie da zu hängen haben? Im Grunde doch ein Schuldeingeständnis: Der Unfall (oder was auch immer) ist passiert, weil sie so fest geschlafen haben - wozu sonst sollte das Kultobjekt da baumeln? Wenn man nicht schläft, bringt's gar nichts. Also schläft der Fahrer die ganze Zeit?

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Lasse andere gutes tun und rede darüber, als tätest Du selber Gutes

Unter dem Motto "Helfen ist kinderleicht" rührt McDoof derzeit mal wieder kräftig in seinen Fast-Food-Häusern die Werbetrommel für die eigene Kinderhilfe Stiftung.


Nichts spricht dagegen, wenn man Kindern helfen will und jedes hilfreiche Engagement ist positiv. Aber ist das wirklich der Hauptgrund für die Aktion? Ich vermute eher, es geht darum, ein positives Image aufzubauen und in der Presse ein wenig Werbung für sich selber zu machen. Es ist ja auch einfach praktisch, wenn diese von der "McDonald's Kinderhilfe" und den "Ronald-McDonald-Häusern" spricht, vielleicht sogar noch das lustige Clownsgesicht (oder unverkennbare Körperteile der Imagefigur) abdruckt und so auch dem unbedarften Konsumenten einbläut: McDonald's tut was für hilfsbedürftige und wenn ich da esse, dann tue ich auch was gutes und gut, daß es so hilfsbereite Firmen gibt.

Aber tut McDonald's wirklich Gutes?

Werfen wir einen Blick in den Jahresbericht 2010 (PDF): dort (und auf der Webseite der Stiftung) finden wir eine Übersicht, wo das Geld für die Stiftung her kommt:

 Quelle: http://www.mcdonalds-kinderhilfe.org/wer-wir-sind/finanzierung/

11,616 Mio. Euro Gesamteinnahmen wurden 2010 verzeichnet.
Wie man sieht, stammen 4,898 Mio. davon aus direkten Spenden von Firmen und Privatpersonen und den Spendenhäuschen bei McDonald’s. 0,331 Mio. kamen durch Bußgelder, Sachspenden und weitere Sependensammelboxen zusammen.  Weitere 1,263 Mio. stammen von Spendern bei einer Benefiz-Gala. Beim "World Children's Day" werden ebenso Spenden Dritter direkt oder indirekt (durch den Kauf von ausgesuchten Produkten im Restaurant oder Papphänden) eingesammelt. Die Übernachtung in einem der "Ronald-McDonald-Häuser" ist zwar günstig, aber nicht umsonst, so daß 1,505 Mio. mit Hilfe von Sponsoren etc. erwirtschaftet wurden.Die kassierten Zinsen in Höhe von 166 Tausend Euro sind auch nicht von McDonald's gekommen, sondern von den Banken. Zusammen sind das 8,582 Mio. Euro, die nicht von McDonald's stammen. Das sind knapp 74 % oder anders ausgedrückt: McDonald's hat lediglich 26 % der 11.616 Mio. Euro zu der eigenen Stiftung beigtragen. Wobei auch diese Zahl noch nicht die ganze Wahrheit darstellt: Jeder Euro, den McD Deutschland und dessen Franchisenehmer nämlich einer gemeinnützigen Stiftung überlassen, mindert das zu versteuernde Einkommen (gut an der Sache ist auch, daß jeder Franchisenehmer hierbei eigenständig ist und einzeln veranlagt wird). Sprich: Im Grunde zahlt der steurzahlende Bürger diese Spenden und nicht Mäckes.

Also was bleibt: McDonlad's hat (wie viele andere Firmen auch) einen guten Weg gefunden, selbst wenig Gutes zu tun und mit viel Trommelwirbel dafür zu sorgen, daß man gut über sie redet und Otto-Normal-Gast auch noch mitmacht. Und das erklären Sie jetzt beim nächsten Besuch mal Ihrem Kleinkind, welches auch helfen will angesichts der omnipräsenten Sammelboxen, Aufkleber-Händen und bunten Platzdeckchen auf den Tabletts.

Prost Mahlzeit!

Samstag, 20. August 2011

Soziale Isolation heute

Im Zeitalter digitaler Fotografie und inhaltsleerer Schlagwörter wie "Facetime", "Cloud" und "Online Community" erfährt der medienkritische Papa eine ganz neue Art der gesellschaftlichen Isolation und Ächtung.
Leider bin ich wohl zu gut informiert und mache mir zu viele Gedanken über den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte. Zwar kann jeder regelmäßig darüber lesen, daß Facebook & Co. mal wieder beim Datenschutz versagt hat, doch im Langzeitgedächtnis bleibt das wohl bei kaum einen hängen. Auch die Berichte im Fernsehen, bei denen sich Teenies darüber beklagen, daß andere Teenies sie in irgendeinem Forum mit Bildern mobben und sie deshalb auch keinen Job bekommen, da jeder Personalberater heutzutage den potentiellen Kandidaten zuerst "googelt".
Ich habe etwas dagegen, daß Fotos meiner neunjährigen Tochter, wie sie beim Schulausflug im Bikini am See steht oder sich anderweitig in der Ferien-Kinderbetreuung "zum Horst macht" bzw. einfach nur ihren kindlichen Spaß hat, ihr später zum Verhängnis oder von Kinderschändern mißbraucht werden. Früher war das kein Problem: Jeder machte seine eigenen Fotos und wenn man dann doch mal das Kind der Urlaubsbekanntschaft ablichtete, machte man vielleicht noch einen Papierabzug mehr und gab es der Familie. Heute ist alles digital und jeder meint, alle Welt müsse alle Bilder zu sehen bekommen. Also wird wild fotografiert und anschließend geht's Online. Ist ja alles ganz harmlos und so praktisch. Wen interessiert's denn schon? Mich! Alles, was Online ist, egal für wie kurze Zeit, bleibt Online und läßt sich so gut wie nie mehr vollständig entfernen. Zumal auch in kurzer Zeit sich wildfremde die Bilder auf ihren PC herunterladen können. Schlimm wird es, wenn dann die Bilder auch noch verlinkt werden und jeder Kopf auf dem Foto mit einem Namen versehen wird (Tagging). So lassen sich schnell Profile erstellen. Von Datenkraken wie Facebook aber auch von Behörden. Und schneller als man denkt steht man auf der Abschußliste, weil man um drei Ecken herum einen Terrorverdächtigen kennt und auch mal im mittleren Osten Urlaub machte. Oder das Konterfei landet unversehens (da viele Leute alles als Freiwild ansehen, was sie irgendwo anders kopieren können) in einem Kontext, in dem es nichts zu suchen hat: als Mitläufer einer Partei, als Illustration zu einem Krankheitsbericht, als Gag in einer Talkshow.

All das ist verboten. Wer eine Person so fotografiert, daß sie auf dem Bild deutlich zu erkennen ist und nicht Teil einer großen Menge ist, muß diese Person (schriftlich) um Erlaubnis für jede Art der Veröffentlichung bitten. Viele Organisationen (Schule, Reiseveranstalter, Sportverein) holen sich deshalb gerne eine solche pauschale Erlaubnis für ihre Webseite, den Werbekatalog, Zeitungen usw. im Vorfeld. Und die gebe ich Ihnen meistens nicht. Warum auch? Ist es wirklich notwendig, massenhaft Schnappschüsse zu machen und diese dann alle zu veröffentlichen? Ich denke nicht und ich will die Kontrolle über die Bilder von meiner Tochter (und auch über mich) behalten - denn dazu bin ich verpflichtet: Ich muß alles zum Wohle meines Kindes unternehmen - oder wie soll ich ihr später erklären, daß alle es damals ganz süß fanden, wie sie halbnackt im Schlamm buddelt und sie heute deswegen ausgelacht wird? Entsteht wirklich mal ein Foto, welches unbedingt der Welt gezeigt werden soll, dann kann man ja gerne für dieses eine Bild um mein Einverständnis fragen - unter Angabe von Art und Umfang der Veröffentlichung - und ich kann mir vorstellen, dann im Einzelfall auch nichts dagegen einzuwenden.

Da ich so regide sein will, verweigere ich stets die pauschalen Schreiben, in denen ich mich bereit erklären soll, daß alles, was von meiner Tochter digital festgehalten wird, (irgendwo) veröffentlicht werden darf. Und damit bin ich und leider auch mein Kind der Außenseiter und Querulant, der sich (mal wieder) nicht in die Gruppe einfügen will. Andauernd werden dann Gruppenfotos gemacht und meiner Tochter wird dann gesagt, sie möge sich bitte nicht dazu stellen, weil Fotos von ihr ja nicht veröffentlicht werden dürfen. Als ob jedes dieser dämlichen Gruppenfotos veröffentlicht werden würde. Mein Kind fühlt sich aber als Außenseiter und Gebrandmarkt, da sie natürlich nicht versteht, warum mir das so wichtig ist und ich muß mir Gedanken darüber machen, was für ein schlechter und harter Papa ich bin. Die anderen Eltern oder Erzieher schauen einen dabei dann auch noch völlig verständnislos an und bedauern das arme Kind angesichts einer solchen unsozialen Haltung die nur die Gruppendynamik stört, da man sich ja andauernd daran erinnern muß, daß man das eine Kind da nicht fotografieren darf. Dabei stimmt das gar nicht: Keiner hat was gegen das fotografieren - nur gegen das unkontrollierte Verbreiten.
Wäre es nicht schön, mal wieder Gruppenfotos zu machen und jedem abgebildeten einfach einen Abzug zu schenken? Das ist nämlich keine Veröffentlichung und völlig legitim - auch ohne Papierkram.

Sonntag, 10. Juli 2011

Vorschrift ist Vorschrift ist sicher

Es ist Sommerzeit: Reisezeit. Auf der Autobahn sieht man nun wieder vermehrt Autos auf dem Weg in den Urlaub: Die ganze Karre ist so sehr bis unters Dach vollgestopft, daß sie hinten schon so tief hängt, daß man sich fragt, ob die Stoßdämpfer nicht schon am Anschlag angekommen sind. Fragt sich der/die Fahrer/in eigentlich nicht, was das bedeutet? Die meisten Autos haben eine recht geringe Zuladung. In die etwa 300-600 kg fallen alle Passagiere neben dem Fahrer, der halbe Tankinhalt und eben das Gepäck. Bei einer vierköpfigen Familie bleibt dafür nicht viel Spielraum. Spannend wird's, wenn dann noch ein Wohnwagen hinten dran hängt. Dieser hat oft so gut wie gar keine Zuladung. Mehr als ein paar Teller und Besteck darf da nicht rein. Aber das interessiert ja nicht. Man schüttelt zwar immer den Kopf, wenn man die ganzen bescheuerten (ausländischen) LKW Fahrer sieht, die sich nicht um die Ladungssicherung kümmern und dann von Polizei und BAG angehalten und medienwirksam im Fernsehen lächerlich gemacht werden aber selber ist man noch viel schlimmer. Während ein LKW durchaus einige Tonnen Übergewicht ohne nennenswerte Einbußen bei den Fahreigenschaften verkraftet (das Problem ist nämlich nicht das Fahrzeug, sondern die Beanspruchung der Asphaltschicht, Brücken usw.), kann selbst ABS und ESP bei einem PKW nichts mehr ausrichten, wenn der Federweg an der Achse fehlt und die Grenzen der Physik überschritten werden.
Schade, daß so etwas viel zu selten kontrolliert wird - ist vermutlich einfach zu aufwendig im Vergleich zum Blitzer. Und ist ja auch irgendwie doof, wenn man dann der Familie sagen muß, das hier auf dem Parkplatz in der Walachei der Urlaub zu Ende ist - dem LKW Fahrer gönnt man das ja irgendwie, wenn er bei so einer Kontrolle, die nicht an einer Rastanlage sondern auf extra angelegten Betonpisten in der Ödnis stattfinden, auf das Ersatzfahrzeug warten muß und keinerlei sanitäre Einrichtungen vorhanden sind. Wobei: Im Fernsehen würde das sicher zum Einschaltquotenschlager, wenn massenweise Urlauber stranden und vermutlich über kurz oder lang den Aufstand proben angesichts des "ungerechten Kontrollwahns".

Ähnlich fasziniert bin ich auch von einem ähnlichen Phänomen: Alle Insassen sind vorschriftsmäßig angeschnallt (und würden sich sicherlich mokieren, wenn ich sage, daß ich ein Gurtmuffel bin). Hinten auf der Hutablage liegt dann der dicke Europaatlas oder der Hund turnt auf der Rückbank rum und im Kombi liegt der Einkauf oder das Urlaubsgepäck (bei umgeklappter Rückbank). Gut, daß die Leute angeschnallt sind, denn so können sie sich noch mal schnell die Sinnhaftigkeit eines Gurtes angesichts ihrer Ladungs-Sicherung durch den Kopf gehen lassen, nachdem sich der Staub der Airbagexplosion gelegt hat und sie wieder nach hinten in den Sitz fallen, während von hinten sich 2 kg Atlas auf den Weg nach vorne machen.
Bei Tempo 50 gegen ein nachgebendes Hindernis ergibt das so in etwa eine Beschleunigung (umgekehrte Verzögerung) innerhalb von 1 Sekunde von
a = v / t = 13,89m/s / 1s = 13,89 m/s²
Das ergibt eine Beschleunigungskraft von
F = m * a = 2 kg * 13,89 m/s² = 27,78 N 
Da machen sich also knapp 30 kg mit acht stabilen Ecken auf den Weg nach vorne. Mögen wir hoffen, daß die Kopfstütze hält und hoch genug ist (und der Atlas auch nicht drunter durch geht). Ein Sechserpack Wasser in 1,5l Einwegflaschen auf der Autobahn machen das Experiment sicher noch spannender: so um die 300 N dürften einen bleibenden Eindruck hinterlassen - gut, daß ich angeschnallt war, wenn ich dann von hinten erschlagen werde. Wenigstens kriege ich posthum kein Knöllchen und Punkte.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Pups-Alarm

Das Weltbild der Werbe- und Automobilbranche scheint irgendwann vor 30 Jahren stehengeblieben zu sein. Oder wie erklärt sich der aktuelle Skoda Werbefilm des deutschen VAG-Konzerns?

  1. Familie im Auto unterwegs. Mann fährt.
  2. Kind scheißt sich in die Windel.
  3. Mama muß Kacke wegmachen und schaut dazu nach der vergessenen Windeltasche.
  4. Mann sitzt weiter im Auto und wartet auf Frauchen.

Also das ideale Auto für Ewiggestrige oder solche, die das alte "Familienideal" sich wieder her wünschen.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Prozentrechnen für Anfänger

Nervige Werbung ist wirklich schrecklich. Gemeingefährlich wird es, wenn sie dann auch noch lügt, betrügt und falsch ist.
Die Flugsuchmaschine swoodoo.com/de schaltet im Fernsehen eine solche dummdämliche Werbung, bei der einem vorgegaukelt wird, die Stewardess plaudere mit den Passagieren über deren zuviel gezahlte Beträge.
Quelle: TV-Werbespot swoodoo.com
Abschließend wird dann behauptet, man könne "bis zu 50 % sparen", wenn man diese Suchmaschine benutzen würde.
Quelle: TV-Werbespot swoodoo.com
Rechnen wir doch mal das Beispiel mit dem teuersten Preis von 245,- € nach und wieviel der clevere Herr Schneider mit 49,- € gespart hat:
100 % - (100 % / 245 € x 49 €) = 80 %
Wie kommen die dann auf "nur" 50 %?
Interessant ist, daß man im Internet diesen Fernsehspot gar nicht findet. Dort gibt es nur einen sehr ähnlichen. Dieser unterscheidet sich in einem einzigen Punkt: Am Ende sind es dort tatsächlich 80 %, die gespart werden können.
Wie kommt es zu diesen zwei Rechnungen? Sind die 80 % am Ende übertrieben und haltlos, so daß es zu Klagen kommen würde? Sind vielleicht sogar die 50 % gar nicht realistisch?

Mittwoch, 15. Juni 2011

4 Jahre Einwegpfand und nichts kapiert

Das deutsche Pfandsystem ist krank genug. Anstatt auf echte Mehrweg-(plastik-)flaschen zu setzen, finanzieren wir die Erdölverschwendung mit leichten Plastikeinwegwegwerflaschen und einem Pfandsystem, welches dem unbedarften Verbraucher Recycling und Umweltschonung vorgaukelt. Dabei entstehen aus den Plastikmüllbergen bestenfalls Rasengittersteine, Parkbänke und billige Fleecepullover. Wie umweltfreundlich es ist, wenn wir die Rohstoffe für die Plastikherstellung erst einmal um die ganze Welt transportieren, dann den Müll zurück nach China und dann wieder das Billigtextil nach Deutschland, mag sich jeder selber ausrechnen.
Aber einen Vorteil hat es: Jede Verkaufsstelle, die Einweggetränkeverpackungen des DPG anbietet, muß auch Verpackungen zurücknehmen. Es ist egal, ob ich das Produkt dort gekauft habe und ob genau dieses Produkt dort überhaupt angeboten wird.
Einzige Ausnahme sind besonders kleine Geschäfte. Die Drogeriekette Rossmann betreibt sicherlich keine so kleinen Filialen.
Nun wollte ich dort im Rahmen eines Einkaufs auch eine einzelne Einweg-Bierflasche abgeben. An der Kasse wurde diese zuerst pikiert einfach weitergeschoben. Als ich dann sagte, ich will sie abgeben, wurde mir mitgeteilt, daß sie diese nicht haben. Ich dann: Das ist egal, es ist eine Pfandflasche und zeigte auf das deutliche Logo. Sie haben zahlreiche Plastikeinwegflaschen und sind also verpflichtet, auch diese anzunehmen. "Ich kann ja mal so nett sein und sie für sie annehmen". Nein, das ist nicht nett, daß ist ihre Pflicht, denn auch Ihr Unternehmen hat sich dazu bereit erklärt, als es sich entschied,  Plastikeinwegpfandflaschen zu verkaufen. Also was soll diese generöse Äußerung? Bitte, liebe Rossmann-Mitarbeiter, informiert Euch - nach vier Jahren sollte sich das Verfahren herumgesprochen haben.

Dienstag, 3. Mai 2011

Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, zu töten.

Gestern machte eine Nachrichtenmeldung die Runde: "Osama bin Laden ist tot". Bei einer sogenannten Kommandoaktion (andere würden Überfall oder Invasion dazu sagen) wurde der Kopf des Terrornetzwerks al-Qaida und Drahtzieher der Anschläge von 9/11 erschossen.

Begleitet wurden die Fernsehberichte von Bildern frenetischer US-Bürger, die hupend, grölend und natürlich fahnenschwenkend sich vor dem Weißen Haus etc. versammelten und ihre Freude darüber zum Ausdruck brachten. Ein beklemmendes Bild, das man sonst eher aus Berichten zum nahen Osten kennt - es fehlten nur noch ein paar Leute, die mit ihrer AK74 in die Luft ballerten.

Im ersten Moment war ich sogar etwas verwirrt: "Osama? Ist der nicht längst tot? Ach nein, das war ja der andere, der auch irgendwie was damit zu tun hatte und nebenbei auch noch den USA im Weg zum Öl im Weg stand. Aber der war ja auch böse". Aber zeigt das nicht, daß gut zehn Jahre nach den Anschlägen die Tragödie zwar immer noch tragisch ist, aber das Rad der Zeit sich eigentlich weitergedreht hat? Ist das Thema wirklich noch so präsent, daß man, wie nach einem gewonnen Fußballspiel, sich darüber freuen und auf die Straße feiern gehen muß?

Mit sehr gemischten Gefühlen habe ich dann die Kommentare der Politiker verfolgt. Alle drückten den USA ihre Glückwünsche zu dieser gelungenen Aktion aus. Unsere Kanzlerin meinte dazu:
Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten.
Das gewählte Oberhaupt eines demokratischen Staates, in dem laut Grundgesetz (Artikel 102) die Todesstrafe abgeschafft ist, freut sich also darüber, daß aus reiner Rache eine Person getötet wurde. Denn nichts anderes ist es: Rache. Die Tötung hat wohl kaum einen anderen Grund, da sie nichts daran ändern wird, daß Mitglieder terroristischer Vereinigungen weiterhin ihre kruden Ideen umsetzen wollen. Mit der Tötung bin Ladens ist die Welt nicht friedlicher geworden.

Klar, bin Laden ist vermutlich im christlichen Sinn kein guter Mensch gewesen. Er dürfte Schuld am Tod vieler Unschuldiger sein. Aber das gibt uns nicht das Recht, ihn einfach gezielt zu töten (denn es darf wohl bezweifelt werden, daß die US-Truppen die Tötung bin Ladens nur als zweite Wahl ansahen und ihn lieber gefangengenommen hätten) und sich darüber dann auch noch zu freuen. Demokratie bedeutet, daß auch Kriegsverbrecher das Recht auf ein Gerichtsverfahren (Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden, sich zu äußern.) und Strafe haben. Auch wenn die USA mit der Praktizierung der Todesstrafe und der Ablehnung des Römischen Statut, sich weiterhin als Weltpolizei aufspielen, so sollte die Bundeskanzlerin sich an die gesetzliche Strafgerichtsbarkeit gebunden sehen und nicht eine Tötung gutheißen und sich sogar darüber freuen. Eine schlichte, sachliche Stellungsnahme zum Sachverhalt wäre ausreichend und angemessener gewesen.

Montag, 4. April 2011

Ich gestehe: auch ich bin schuld

Unter dem Titel "Usenet-Aus bei der Deutschen Telekom" erschien bei heise eine recht unscheinbare Meldung: Die Deutsche Telekom hat ihren eigenen NNTP-Server zum 1. April abgeschaltet. Das ist sicher noch nicht das ganze Aus für das Usenet, aber schon ein Meilenstein.

Heimlich weine ich dem sich abzeichnenden Ende eine Träne nach.

Früher, als ich als Berliner noch für 23 Pfennig die ganze Nacht
telefonieren konnte, saugte ich mit 9600bd. mit einem Kumpel Linux
0.??? aus Finnland. Anschließend freute ich mich über die Möglichkeit
im "Internet" alle Fragen klären zu können. Ganz zu schweigen von den
ersten Pornobildern, die man hier - nach dem BTX-Grausen - das erste
mal in super Qualität zu sehen bekam.

Heute nutze ich es nur noch selten. Wenn ich was wissen will, reicht
oft schon das verpönte "RTFM". Etwas abgewandelt allerdings: Eine
kurze Suche in Google (und Co. - gibt es eigentlich noch "Co."
ernsthaft?) liefert fast immer die benötigte Antwort. Wozu also noch
News? Manchmal, ganz selten allerdings, fand ich keine Antwort; dann
war ich froh, in einem Forum ohne langes Anmeldeprozedere, welches
nur durchgeführt wird, um eine Frage einmalig in einem "Fachforum" zu
stellen und dessen Zugangsdaten dann doch wieder vergessen werden,
meine Frage zu stellen. Und dann war ich doch meistens überrascht,
das ich eine Antwort bekam. Für mich war das Usenet nämlich schon vor
Jahren zu einem reinen Lese- und Fragstellforum "verkommen": Viele
fragen, keiner liest und antwortet. Daran bin ich natürlich auch
selber Schuld, denn auch ich stelle ja nur noch meine Frage und
ansonsten lasse ich es links liegen. Aber ehrlich: man verliert
schnell die Lust, immer wieder die gleichen Fragen zu lesen, die sich
eben per Google schnell beantworten lassen. Und dann die ganzen
Newbies, die einfach nicht raffen, daß Umlaute nichts in einem
Subject zu suchen haben, TOFU fabrizieren usw. Auch ich betreibe ein
spezialisiertes Web-Forum und lese immer die gleichen Fragen, die
sich durch lesen der FAQ etc. beantworten lassen. Und ich reagiere
dann auch meistens knapp angebunden.

Danke für Dein Dasein und lebe wohl Usenet!

Freitag, 1. April 2011

Was nicht verboten ist, ist erlaubt

Ich amüsiere mich immer wieder über Schilder wie
Betreten der Baustelle verboten...
Klare Aussage: Hier hat keine was zu suchen. Ist ja auch meist Realität: kein Mensch zu sehen, der für Fortschritt sorgt.
Auch beliebt:
Durchgang verboten!
Besonders beliebte Objekte, die mit derartigen Proklamationen verziert werden, sind Türen. Macht ja auch Sinn, wenn der idiotische Architekt da 'n Durchgang einplant, wo doch eigentlich die Wand sein soll.
Auch immer wieder zu sehen sind Texte wie
Parken verboten!
an leeren Stellen, die dann auch gerne noch durch einladende Gestaltung in Form von abgetrennten und markierten Stellflächen geradezu dazu einladen, sein Fahrzeug hier abzustellen.

Macht sich derjenige, der so ein Schild aufstellt eigentlich gar keine Gedanken darüber, was er gerade in seinem Ordnungs- und Reglementierungswahn da fordert?
Wenn das betreten der Baustelle pauschal verboten ist, dann darf sich doch keiner wundern, wenn da keiner baut, denn es darf ja keiner auf die Baustelle. Genauso könnte man die Tür, durch die keiner (wirklich gar keiner) durchgehen darf, auch gleich zumauern. Und die frei gehaltenen Parkflächen dürfen dann auch nicht den Eigentümer zugeparkt werden, denn das Parken ist hier grundsätzlich, immer und unumstößlich verboten - für jeden.

Keiner darf hier durch. Eine andere Zufahrt gibt es auch nicht. Und nun?
Gesehen in Neuruppin, Altes Gymnasium. Steuerfinanziert.
Also lieber Schilderaufsteller: Entweder weniger verbieten oder bitte die Formulierung genauer ausführen, damit ihr nicht selber ausgeschlossen werdet:
Betreten der Baustelle verboten - es sei denn, Sie wollen hier arbeiten oder liefern Baumaterial an oder holen was ab.
Durchgang für unbefugte verboten. Befugt sind die Mitarbeiter Herr Müller und Frau Schulze und alle Leute, die so wichtig sind, daß Sie hinter der Tür etwas verloren haben.
Parken für alle verboten, die in diesem Objekt nicht wohnen. Auch die Feuerwehr darf hier gerne stehen, wenn es denn brennt und wir Hilfe benötigen.

Dienstag, 1. März 2011

Big brother is watching you

Wir alle wissen es: Wir werden auf Schritt und Tritt ausgespäht. Überall hängen Videokameras herum: Tankstellen, Einkaufszentren, öffentliche Gebäude, Verkehrsüberwachung usw. Nicht selten sind diese illegal, da sie öffentliche Plätze filmen oder sogar in Arztpraxen und Krankenhäusern laufen. Wie lange da was gespeichert wird, weiß keiner. Wer seine ec-Karte an der Kasse einsetzt, läßt den Kartenbetreiber wissen, wo und für wieviel man einkauft und die Supermarktkette kann dies sogar auf den einzelnen Artikel und die Filiale herunterbrechen - Kunden, die Payback nutzen ist eh nicht mehr zu helfen. All das und mehr wissen wir, doch kümmert es irgend wen?
"Ich habe ja nichts zu verbergen."
Ein Politiker hat nun den Selbstversuch gemacht: Was sagen die Informationen, die mein Handyprovider ansammelt über mich aus? Es ist schon mal erschreckend, daß er diese Daten, die jedem laut Gesetzt zur Verfügung gestellt werden müssen, erst einmal einklagen mußte. Anschließend stellt sich die Frage, warum die Daten so lange aufbewahrt werden? Und wenn man sich dann anschaut, was man aus den Daten heraus lesen kann, wird man nachdenklich. Jeder Schritt kann nachvollzogen und in einer Karte visualisiert werden. Und mit anderen Informationen verknüpft ergeben sich Informationen, die wirklich heikel sein können - dabei wurden in diesem Experiment sogar schon die Rufnummern der Anrufer und Angerufenen ausgeblendet, da sie andere Menschen kompromittieren könnten.

Aber was soll's, ich habe ja (noch) nichts zu verbergen.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Exportschlager

Das einzige Exportgut, welches wir Deutschen im Grunde unendlich haben (könnten), ist Bildung. Wir haben halt keine Rohstoffe. Aber nein, wir bilden lieber schlecht aus und streiten dann über Hartz IV.

Bildung kostet Geld. Aber soll man bei den zu bildenden auch noch für Liedernoten kassieren? Für jede einzelne Kopie in der Schule, Kita, Kirche usw. Und dazu dann auch noch Buch über die Kopien führen. Bei 50.299 Kinderbetreuungseinrichtungen jeweils 56€ + MwSt. (Quelle) macht das schlappe 2,8 Millionen € für die Gema/VG Musikedition und zusätzlich eine gute halbe Millionen Euro für den Staat - jedes Jahr aufs Neue.

Angeblich, weil es so aufwendig ist, Noten zu setzen - im digitalen Zeitalter eigentlich fast genau so einfach, wie Texte schreiben und weil diejenigen, die sich dieser Herausforderung stellen und alte (und nur darum geht es, um "Volkslieder") Lieder neu abtippen, nicht an den verdeckten Geräteabgaben bei Kopieren, Scannern und Druckern beteiligt werden.

Videobeitrag: NDR Extra 3

Gut, daß es dagegen Initiativen gibt: Die Musikpiraten haben bereits ein Liederbuch für Weihnachtslieder veröffentlicht, welches völlig ohne Abgaben zu zahlen kopiert werden darf, da hier für jedes Lied geprüft wurde, ob die Fassung/Überarbeitung frei von Rechten ist (z. B. weil der Autor mehr als 70 Jahre tot ist) und die Noten neu gesetzt wurden und der Setzer auf seine Rechte freiwillig verzichtet hat. Jetzt wird an einem gemeinfreien allgemeinen Liedbuch gearbeitet.
Jeder, der nicht so lang warten will, kann bei Kinder wollen singen schon jetzt viele Kinderliedtexte und Noten legal downloaden, ausdrucken und kostenfrei nutzen.

Sonntag, 30. Januar 2011

Der Weltuntergang ist nahe

Wieder mal wird in den Medien die Tatsache hochgeschaukelt, daß der Mayakalender 2012 endet und dies ein Hinweis auf den bevorstehenden Weltuntergang ist/sein kann.
Wieso eigentlich sieht keiner, wie trivial die Lösung sein kann? Vielleicht hatten die Mayamathematiker einfach keine Lust, einen Kalender zu erstellen, der weiter in die Zukunft reicht?

Wir machen das doch auch - immer wieder.

Erinnern Sie sich noch an den y2k Bug? Die ganze Misere entstand nur, weil Ingenieure zu geizig oder zu faul waren, zwei weitere Zahlen zu speichern, da sie davon ausgingen, daß ihre (minderwertige?) Software sowieso nicht lange genutzt werden wird.

2010 gab es das nächste Drama: 30 Millionen ec Karten wurden unbrauchbar.

Bereits dieses Jahr haben die Taiwaner ein Problem, weil bei einer Art der Zeitrechnung (Minguo-Kalender) das Jahr 2011 zum ersten mal dreistellig ("100") geschrieben wird: Y1C Problem.

Und sind wir nicht selbst alle Propheten des alljährlichen Weltunterganges? Jedes Jahr zu Weihnachten überschwemmen wir unsere Freunde und Verwandten mit kitschigen Fotokalendern und ähnlichen Zeitplanern. Alle haben sie eins gemein: Sie enden willkürliche 12 Monate später. Wieso? Ist dann das Ende der Welt oder der Zeitrechnung erreicht? Warum gibt es keinen Kalender mit 24 Monaten oder mehr? Haben wir etwa nicht genügend Fotos auf Lager? Oder müssen wir uns eine Option für das nächste Weihnachtsgeschenk offen halten?

Und obwohl jedesmal ein beliebiger Kalender, den sich irgendwelche Leute ausgedacht und eingesetzt haben, seinen Lebenszyklus beendete, ging bisher noch nie die Welt unter.Warum also sollte die Welt untergehen, wenn schon die mehr oder weniger ersten Ingenieure dieser Welt sich gesagt haben, daß ihr Kalender erst einmal so weit in die Zukunft reicht, daß es sich gar nicht lohnt darüber nachzudenken, wie es dann weitergeht.Vielleicht dachten sie auch einfach nur "hey, Weihnachten 2012 wäre doch ein tolles Datum, um den Verwandten mal wieder einen neuen Kalender überreichen zu können."

Dienstag, 18. Januar 2011

Wettergötter

Da will man mal ein verlängertes Wochenende Miniurlaub machen und schon juckt es einem der Mitreisenden in den Fingern und er schaut sich im Web um, wie das Wetter wohl werden wird. Angebote gibt es ja genügend. Und je nach Anbieter schwanken dann die Prognosen zwischen frostig, kühl, frühlingshaft, Schnee und Dauerregen. Daraufhin wird dann gleich die Planung dem Wetter angepaßt und alle Outdooraktivitäten bekommen ein dickes Fragezeichen.

Schön, daß das Wetter dann drei Tage bombastisch war und in keiner Weise der Vorhersage und ihrer Wahrscheinlichkeit entsprach.

Ich bin sicher eher kein Optimist, aber beim Wetter lasse ich mich gerne (positiv) überraschen und nicht gleich die ganze Planung davon beeinflussen. Es ist einfach nicht möglich, das Wetter der nächsten Tage und schon gar nicht der nächsten Woche vorauszusagen. Und dabei dann noch die ganzen überraschenden kleinen Einflüsse wie Hochwasser usw. zu berücksichtigen. Zumal das Netz der Wetterstationen sicher eng ist, aber das ja nicht heißt, daß das Vorhersageraster auch so fein aufgelöst ist. Der DWD kann in Deutschland mit dem Vorhersagemodell COSMO-DE (früher LMK) eine Gitterweite von 2,8 km erreichen. Allerdings taugen die so genau aufgelösten Prognosen nur wenige Stunden. 7-Tage-Prognosen sind nur auf Basis des Global-Modell (GME) möglich. Dies hat aber eine Rasterweite von 30 km. In diesem Raster werden Höhenniveaus so stark vereinfacht, daß man wohl kaum erwarten darf, das Wetter für ein einzelnes Kuhkaff mitten im Erzgebirge erfahren zu können - auch wenn die Wetterprotale im Web einen das Glauben machen, in dem sie eine fünfstellige Postleitzahl abfragen.

Fazit: Beim Wettergott mal nachfragen aber dann doch das beste hoffen und sich überraschen lassen - nur nicht die Stimmung kaputt machen lassen und die ganze (Lebens-) Planung darauf aufbauen.

Freitag, 24. Dezember 2010

Katastrophenwinter 2010

Ich erwähnte es schon mal: Wir leben in einem G8-Land. Der Winter ist offiziell gerade mal zwei Tage alt.

Und draußen herrscht das größte Chaos (zumindest, wenn man den dramatischen Medienberichten glauben will), weil ein paar Flocken gefallen sind: Mehr oder weniger alle Züge fallen aus oder kommen zu spät, im Flugverkehr geht tagelang gar nichts mehr, die Paketdienste kommen seit Tagen nicht mit den Lieferungen hinterher und auf den Autobahnen kracht es entweder oder es herrscht Stillstand weil das Streusalz knapp ist, an den Tankstellen geht der Sprit aus, Kommunen wundern sich, daß die Winterreifenpflicht völlig überraschend eingeführt wurde und auch die eigenen Fahrzeuge betroffen sind und die Airlines raten dazu, die Bahn zu nutzen und die Bahn selbst rät davon ab, die Bahn zu nutzen.

Was soll das denn? Kann es wirklich sein, daß niemand ahnt, daß es im Winter kalt wird und Schnee fällt? Es ist ja nicht so, als würde meterhoch Schnee liegen - es sind so um die 10-30 cm in den vergangenen Tagen gewesen. Ist es wirklich zu viel verlangt, daß die Bauhöfe genügend Salz einlagern und die Bahn fährt? Wie kann es kommen, daß Enteisungsmittel auf Flughäfen knapp wird? Wie schaffen es nur die Nordeuropäer, Russen und Chinesen zu überleben, bei denen fast das ganze Jahr über Schnee und Kälte herrscht und da ist es wirklich kalt.
Was bringen dann die Tests moderner Züge in Klimakammern, wenn uralte Weichen vereisen? Und ein LKW Fahrverbot ist natürlich auch praktisch, denn die Brummis sind immer gut als Buhmänner. Nur wer bringt dann die Weihnachtspakete (der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten?), den Sprit zur Tankstelle, das Salz zum Bauhof, das Enteisungsmittel zum Flughafen, die Winterreifen zum Händler?

Vielleicht sollten wir doch wieder dazu übergehen, im Keller ein paar Notfallkonserven und Sprit in Kanistern zu lagern. Jedem Haushalt sein Notstromaggregat. Der alte Kohleofen kommt vermutlich auch bald wieder zu neuen Ehren, wenn wir alle in den Wald ziehen und Brennholz klauen.

Liebe Industrie, Wirtschaft und Regierung: Der Winter kommt jedes Jahr. Und sollten sie es mal vergessen: Sobald die ersten Weihnachtsartikel im Konsum auftauchen, ist es Zeit, sich mit dem Problem zu beschäftigen - und nicht erst dann, wenn am 24.12. die Osterartikel im Regal stehen.

Und das ganze für 25 Cent

Techem hat sich mal wieder zum Ablesen der Verbrauchszähler angemeldet. Super Termin: Ein Tag vor Silvester zwischen den Feiertagen, dann wenn alle verreisen. Gut, also anrufen und anderen Termin vereinbaren. Ich lande bei der Frau des Ablesers:

T.: "Mein Mann ist gerade nicht da."
Ich: "Kann er mich dann bitte zurückrufen?"
T.: "Hach können Sie das nicht machen? Mein Mann bekommt soviele Rückrufwünsche [kein Wunder, Anmerk. d. Red.] und die Telefonkosten bekommt er auch nicht ersetzt und das ganze für 25 Cent, das lohnt sich ja nicht."

Wie bitte? Ich rufe eine Firma an und die jammern über die Telefonkosten? Schon mal was von Flatrate gehört? Und der Ableser arbeitet wirklich für 25 Cent pro Wohneinheit (oder pro Gerät)?

Freitag, 17. Dezember 2010

Äußerst (un-) zufrieden

Heute war ich beim VW/Audi Teilehändler. Ich hatte was bestellt und wollte es nun abholen; da mir ein paar Euro in bar fehlten, wollte ich per Karte bezahlen. Daraufhin wollte der Verkäufer meinen Namen und Adresse wissen. Ich war nicht bereit ihm diese zu geben, denn ich will keine Werbung und sonst was. Nein, er brauche sie aber, da sie sonst bei einer Rückforderung nicht nachweisen könnten, daß ich das war. Blöde Ausrede, denn nirgends sonst braucht ein Händler meine Adresse bei ec-Kartenzahlung. Immerhin haben die meine Karte eingelesen, also sind alle Kontaktdaten für den Notfall ermittelbar. Maximal billige ich zu, einen Blick auf meinen Ausweis zu werfen, um sicher zu gehen, daß ich der Karteninhaber bin. Aber er wollte partout eine Adresse haben. Also suchte er anhand meines für die Abholung schon genannten Namens eine Adresse raus. Ich brummte dann ein ja und kam dann mit der Bemerkung "und woher wollen sie wissen, daß die Adresse (noch) stimmt?". Darauf stutzte der Verkäufer, denn auf die Idee sind die wohl noch gar nicht gekommen. Also braucht er meinen Ausweis, um das zu überprüfen. So, jetzt reicht's aber. Also ihm das Teil hingepfeffert, hinausgestiefelt und gleich nebenan an der Tanke aus dem Geldautomaten Bares geholt. Damit zurück und mein Teil mitgenommen. Als ich nochmal sagte, ich will meine Adresse nicht im System haben, da ich keine Werbung bekommen will, kam nur die Behauptung, sie würden das ja gar nicht machen. Klar, deswegen habe ich ja auch nur letztens die Caddy-Werbung bekommen - mit diesem Autohaus als Absender. Also ob ich mich für einen Caddy interessieren würde. Die Werbung bekam ich übrigens nur deswegen, weil unsere fleißige Postlerin mich kennt und weiß, daß Post an die alte (bei VW gespeicherte) Adresse an meine neue Adresse weitergehen kann.
Vielleicht hätte ich aber auch noch meine Telefonnummer angeben sollen. Denn dann hätte mich ein Kundenbefrager anrufen können, und ich hätte brav sagen können: "ich war äußerst zufrieden" mit dem Service bei Füllgraf (geht das überhaupt? Kann man mehr als zufrieden sein? Weißer als weiß?). So legt es nämlich ein fünzeiliger Hinweis auf der Rechnung mir in den Mund, für den Fall eines Anrufes (den ich ja aber eigentlich genau so wenig haben will, wie Werbung, die sie mir nicht schicken). Schade, daß ich jetzt auch nicht sagen kann, ich war äußerst unzufrieden...

Sonntag, 21. November 2010

Umweltsünde Fast-Food

Gestern war ich bei einer Veranstaltung. In der "Laudatio" sprach dann einer mir direkt aus der Seele: "Gut, daß ihr einem vernünftigen Hobby nachgeht und nicht das Verteilen von McDonald's Tüten im ganzen Landkreis als Ziel habt."

In der Tat: wie kommt es, daß die (wohl meist) Jugendlichen alle Zeit haben, sich beim Fast-Food Drive-In anzustellen, den Bürger im Auto offenbar während der Fahrt mampfen können, dabei das Auto und sich vollkleckern und dann den Müll so schnell wie möglich loswerden wollen und ihn einfach aus dem Fenster schmeißen. Ist es wirklich so peinlich, wenn die Eltern, deren Auto man da oft gerade nutzt oder die Freunde eine McDoof-Tüte (die man später korrekt in den Müll werfen will) im Auto sehen würden?

Vielleicht wird es Zeit, eine Müllgebühr oder noch besser ein Tütenpfand für Fast-Food einzuführen. Wir Deutschen lieben doch so was.

Die PR Abteilung von Mäc findet da so ihre eigenen Worte:
Der Respekt des Unternehmens vor der Umwelt und den Menschen, die in der Nachbarschaft leben, äußert sich auch in der Sauberhaltung der Restaurantumgebung. Denn achtlos weggeworfene Verpackungen stören nicht nur das Stadt- und Landschaftsbild – es werden dadurch auch recyclebare Verpackungen dem Wertstoff-Kreislauf entzogen.
Daher beteiligen sich Mitarbeiter regelmäßig an Sammelaktionen rund um die Restaurants.
Wie weit wohl dieses "rund um die Restaurants" reicht? Maximal bis zur Parkplatzgrenze würde ich meinen. Aber es gibt ja auch noch die Aussage zu diesem heiklen und wohl eher peinlichen Thema:

„Gib Müll eine Abfuhr“ – Offensive gegen achtloses Wegwerfen
Mit einer bundesweiten Offensive baut McDonald’s dieses Jahr sein Engagement aus. Dabei werden die Maßnahmen in und um die Restaurants verstärkt.
 "In"? Was soll das denn helfen? Der Müll entsteht doch durch Leute, die den Freßtempel gar nicht betreten, da sie zu faul sind auszusteigen und auch zu faul sind, ihren Müll richtig zu entsorgen und sich meist auch nicht "um" die "Restaurants" aufhalten. Auch ich gehe da ab und zu mal essen. Ich habe noch rein gar nichts von dieser Initiative bemerkt. Peinlich ist, was man auf der Webseite zu dieser angeblichen "Kampagne" findet: Ein dummdämliches Spielchen ist alles, was denen einfällt.
Wie wäre es mit einem deutlichen Aufdruck auf den Takeaway-Tüten. Und nicht nur verschämt in winzig kleiner Schrift, sondern so groß, wie das schicke i'm lovin' it.

Samstag, 20. November 2010

Shopping für Männer

Das Klischee zeigt ja stets Frau im Shoppingrausch, während sich Mann genervt gelangweilt neben der Umkleidekabine im Sessel fläzt.

Kein Wunder liebe Modehäuser!

Auch ich brauchte mal wieder ein paar modische Bekleidungsstücke. In meiner Kreisstadt gibt es zwar an die zehn Geschäfte hierfür, die jeweils Verkaufsflächen von halben Fußballfeldern aufweisen, aber wehe, Mann betritt diese Läden. Die Hälfte davon ist grundsätzlich schon mal nur auf weibliche Kunden eingestellt. In den anderen muß ich mich dann erst einmal an endlosen Kleiderständern vorbeimogeln, um in die Herrenabteilung zu gelangen, die dann aus Sage und Schreibe zwei Kleiderständern besteht. Was soll denn das? Ziehen Männer nur ballonseidene Jogginghosen an oder fällt den Designern nichts ein? Für Frauen gibt es doch auch unendlich viele raffinierte Teile. Klar, männliche Kunden sind sicher nicht so experimentierfreudig und haben auch nicht unbedingt körperliche Attribute, die sie betonen wollen oder die sich für abwechslungsreiche Mode eignet, aber für ein wenig mehr Phantasie wäre doch wirklich mal Zeit. Für Frauen gibt es wunderbar figurbetonende Schnitte. Für Männer nur Schlabbersäcke. Eine Ausnahme mögen noch athletisch gebaute Typen darstellen. Die können sicher auch hauteng tragen. Aber die Typen mit ein paar Kilos zu viel stehen dann dumm da.
Ich will ein T-Shirt, daß lang genug ist, damit es nicht aus der Hose rutscht, da es bei Frauen zwar sexy sein kann, einen Blick auf den Slip zu erhaschen, wenn sie sich bücken - bei Männern will das aber keiner sehen (auch nicht bei den athletischen). Mal abgesehen davon, daß ich gerne mal einen Blick in die Statistik der weiblichen Nierenentzündungen werfen würde. Damit das besagte Shirt oder auch Oberhemd oder der Pullover lang genug ist, brauche ich 3XL oder gar mehr. Aber wieso gibt's nicht einfach mal ein längeres XL? XXXXL ist nicht nur lang, es ist auch breit. Gut, mein Kreuz ist nicht gerade schmal aber so fett bin ich auch noch nicht, daß ich den gerade nach unten geschnittenen Sack dann füllen würde. Also entweder kalter Rücken oder eine Stoffmenge um mich herum, in die selbst ich dann zweimal passe - super Schlabberlook.
Und gibt es für Männer wirklich nur schlicht gestaltete Oberkleidung? Warum nicht mal was raffiniertes, das nicht gleich lächerlich aussieht und das auch die Mehrheit der potentiellen Kunden tragen kann? Überall hört und liest man, daß die Gesellschaft zunehmend adipös ist nur bei den Modedesignern ist das wohl noch nicht angekommen. Oder sind die schon der Zeit so weit voraus, daß sie diesen Trend überspringen und bereits nur noch für den demographischen Wandel und die zunehmend veraltete Gesellschaft designen?

Ach ja: Ich bin dann in die Hauptstadt gefahren. Da gibt's ja so viele schicke Schoppingmals. Statt zehn, sind hier gleich dutzende Bekleidungsgeschäfte ... für Frauen. Und selbst bei renommierten Läden sieht's mau aus. Also doch zu C&A. Gut, daß es die schon seit meiner Kindheit immer noch gibt und dort die Verantwortlichen für den Einkauf oder die Eigenmarken ein wenig Zeitgeist haben und sich am Kundenstamm orientieren und nicht an den Träumen der Lifestylemagazine. Ärgerlich nur, wenn man dann endlich was schickes gefunden hat, die Farbe paßt, aber die großen Größen alle weg sind und S bis L gleich stapelweise scheinbar wie Blei in den Regalen liegt. Wie kommt das nur? Das lange XL-Shirt habe ich auch nicht gefunden.

Samstag, 6. November 2010

"Paßt nicht durch"

Erinnert sich wer an seine Kindheit? Hat nicht jeder dieses Holzspiel gehabt? Damals hat man gelernt, daß das runde nicht ins eckige paßt.

Hilfsarbeiter in Postfilialen und vor allem Verkaufspunkten haben diese Kindheitserfahrung offenbar durch die Bank weg ausgelassen. Vielleicht ist es auch Einstellungskriterium, bei diesem Spiel zu versagen. Wie sonst erklärt sich die folgende Begebenheit, die sich mehrfach wiederholte:

Ich verschicke regelmäßig Ware in die ganze Welt. EU-weit per Paketdienst aber den Rest verschicke ich per Post, da dies einfacher und in meinem Fall günstiger ist. Die Ware paßt dabei in eine Pappkiste mit den Abmessungen 200x150x70mm. das entspricht in etwa der Größe einer Kosmetiktücherbox. Damit es keinen Ärger gibt, soll die Sendung versichert sein und eine Trackingnummer haben. Als Postkunde ist man ja ein gewisses Angebotchaos gewöhnt und so informiert man sich im Vorfeld, was es an Möglichkeiten gibt. Natürlich denkt man angesichts der paketförmigen Verpackung als erstes an ein Paket. Nehmen wir mal an, das soll nach Kroatien gehen. Nicht so weit weg, eigentlich EU aber bei der Post/DHL dann doch eine Sache von €30,-. Etwas zu teuer. Da gibt's doch Päckchen. Doch leider vergessen die meisten, daß diese zwar teuer (€ 13,90) aber eben nicht versichert sind. Aber da tut sich die Lücke im System auf: Meine Pakete sind leicht (weniger als 2kg) und wenn man sich die Mühe macht, die Broschüre Leistungen und Preise ausgiebig zu studieren, findet man das passende günstige Angebot: Großbrief + Einschreiben bzw. Wertbrief International. Hört sich zwar kompliziert an, ist aber eine einfache Sache, wenn man sich die Teile einzeln anschaut:
  • Großbrief: Kostet in Europa (und nur bei einem Brief liegt Kroatien wirklich in Europa und nicht in der Welt) €3,40.
  • Einschreiben: Leistet für €2,05 eine Versicherung bis ca. €33,- und ermöglicht das Tracking bzw. wenn nicht, ist es das Problem der Post festzustellen, wo die Sendung ist und ob sie zugestellt wurde. Ich brauche auch keine Zusatzleistung wie Rückschein, da man im Zweifelsfall einfach einen kostenlosen Rechercheauftrag Online an die Post schicken kann und die dann den schwarzen Peter haben und einem nach einiger Zeit schriftlich mitteilen, das die Sendung wann und wo zugestellt wurde.
  • Wertbrief International ist notwendig, wenn der Warenwert höher als der Versicherungsbetrag des Einschreibens liegt. Für €2,05 (das ist der gleiche Preis wie fürs Einschreiben, welches beim Wertbrief nicht benötigt wird) kann man dann für je  €1,50 pro €100,- Warenwert beliebig die Versicherungssumme aufstocken.
Für wirklich günstige €5,45 bekommt man also in der Regel was man will.

Jetzt kommt aber der Haken, an dem die Postmitarbeiter scheitern: dem lesen ihrer eigenen Infobroschüre. Wenn man nämlich eine Sendung in Paketform ansieht, denkt man nicht an einen Brief. Der Kunde ist ja blöd. Also nimmt der Postmitarbeiter die Sendung, zieht die Schublade unter seinem Verkaufstisch auf und fördert so eine Paßschablone zu Tage. In dieser gibt es einen Schlitz, welcher die erlaubte Größe eine Großbriefes hat. Nun wird demonstrativ das Paket genommen und probiert, es durch den 2cm breiten Schlitz zu schieben. "Das paßt da nicht durch". Gut erkannt, das weiß ich und das kann man auch durch reine in Augenscheinnahme erkennen, denn meine Sendung ist 7cm dick - das ist der Punkt, an dem eigentlich die Kindheitserfahrung greifen sollten, bei der man lernt Größenverhältnisse per Augenmaß abschätzen zu können und nicht erst dadurch, daß man es hin und her wendet und ausprobiert.

Für den Postmitarbeiter kommt nun der Punkt, wo er dem Kunden erklären muß, daß das, was nicht durch den Schlitz paßt, kein Brief ist. Das wurde wohl auf den (halbstündigen?) Einweisungen für angehende Postverkaufspunktmitarbeiter als Lebensweisheit eingetrichtert.

Jaha. Aber wenn sie da mal ihre eigenen Produkte genauer studieren würden, dann wüßten sie, das es da eine Besonderheit gibt. Gut, ich gebe es zu: sie ist nicht leicht zu finden. In älteren Prospekten mußte man sich dafür über drei Fußnoten weit durchhangeln. Aber es ist so: Für einen Großbrief gelten in Europa und der Welt die Höchstmaße wie beim Maxibrief International. Wenn man diese Erkenntnis gelesen hat, geht's weiter zum Maxibrief International. Dort steht dann: Höchstgewicht: 2kg. Und: Höchstmaße: L+B+H = 900mm. Das ist fast ein Meter - das ist eine riesige Kiste! Und das ist ein Brief - auch wenn's nicht danach aussieht und nicht durch die Schablone paßt, die nämlich nur für nationale Sendungen konzipiert ist.

In meiner Stadt gibt es mehrere Verkaufpunkte. Jeder hat mehrere Mitarbeiter. Und jedesmal muß ich das neu erklären. Selbst allen Mitarbeitern bei der einzigen echten Postfiliale, habe ich das inzwischen beigebracht. Die kennen mich jetzt wenigstens und zicken nicht mehr rum. Die Personalfluktuation an den Verkaufspunkten ist aber so hoch, daß meine missionarische Bereitschaft langsam sinkt und ich genervt reagiere, wenn ich dann auf den Prospekt verweise, den Mitarbeiter auffordere, gemeinsam mit mir einen Blick hineinzuwerfen und dieser dann mit Unwillen reagiert und sagt "wenn sie das so wollen, mache ich das, aber auf ihre Verantwortung wenn's dann zurückkommt". Wow, das ist Servicebereitschaft und man sieht, wie sich der Mitarbeiter mit seinem Produkt, was er verkauft, identifiziert.

Ach ja: Mit der Erkenntnis, daß es ein Brief ist und ich ein Einschreiben will, ist es leider noch immer nicht getan. Jetzt kommt die nächste Hürde: Wenn ich die Sendung in ein nicht-EU Land schicke, handelt es sich um einen Warenexport. Der Empfänger ist also Mehwertsteuerbefreit. In meiner Rechnung wird diese nicht ausgewiesen. Dafür verlangt aber das Finanzamt einen Exportbeleg, da ich sonst zur Nachzahlung der Mehrwertsteuer verpflichtet werde. Kein Problem: Dazu ist der Postmitarbeiter verpflichtet, den Empfänger auf dem Kassenbeleg des Einschreibens (mit der aufgedruckten Trackingnummer) handschriftlich einzutragen. Immerhin: die echten Postangestellten wissen und machen das. Aber bei den Verkaufspunkthiwis stößt mein Hinweis darauf auf ungläubige Ablehnung. Gut, dann bitte einen Kuli, ich mache das selber. Ist ja auch doof, wenn so ein unbequemer Kunde, an dem man vermutlich nur ein paar Cent verdient den Betrieb des Zeitungskiosk lahm legt. Aber ich habe ja eigentlich andererseits keinen gezwungen, diese Postdienste zu offerieren. Aber ich erwarte dann wenigstens, daß in meiner Anwesenheit die Einschreibenaufkleber auf die Pakete geklebt werden und nicht liegengelassen werden ("das mache ich dann später"), um lieber die genervt wartenden Nikotin- und Lottosüchtigen abzufertigen. Sind die eigentlich genervt, weil ich so unbequem bin und eine angebotene Leitung auch wünsche oder weil sie erkennen, daß der Mitarbeiter unwissend ist? leider befürchte ich, daß der Groll gegen mich gerichtet ist.

Donnerstag, 4. November 2010

"Das liegt dann an Ihnen"

Digitalfotos lasse ich normalerweise im Labor auf Papier ausbelichten. Die Qualität ist unschlagbar und es sind echte, rasterfreie, chemisch entwickelte Fotos und keine ausgedruckten. Um mal eben ein paar Schnappschüsse an die Kids vom Handballverein zu verteilen, lohnte der Aufwand nicht und ich probierte die Drucker im Drogeriemarkt aus.

Mit katastrophalem Ergebnis. Fünf Abzüge der gleichen Bilddatei sollten doch eigentlich gleich aussehen. Aber nicht bei Rossmanns Kodakprintern. Bei einigen Ausdrucken gab es starke Farbfehler. Also mal eben zur Fachverkäuferin hin und nachgefragt wie man da vorgeht, damit ich fünf gleiche (halbwegs gute) Abzüge bekommen. Irgendwie verstand die Frau einfach nicht worauf es ankommt. Erst begriff sie gar nicht die Aufgabenstellung und dann kam "wenn die Bilder unterschiedlich sind, liegt das wohl an ihren Daten". Wie bitte? Eine Datei, fünf Abzüge, manche davon sind OK, andere nicht, das ist dann mein Fehler? Auch nachdem sie dann zustimmte, weitere Ausdrucke zu machen ("aber nicht zu viele, denn wir wollen ja nicht lauter Abzüge haben und wenn das an ihnen liegt..."), begriff sie das Problem nicht und zuckte nur die Schultern: "liegt dann an den Bildern, kann man nichts machen".

Freitag, 29. Oktober 2010

Präimplantationsdiagnostik

Ein heißes Thema derzeit. Eigentlich bin ich eher für die Möglichkeiten, schwerwiegende Erbkrankheiten zu erkennen und ggf. sich sogar dann gegen eine Befruchtung auszusprechen.

Was aber, wenn PID zum Standard wird? Ein Argument der Gegner ist derzeit, daß die Zulassung des Verfahrens die (derzeit) lebenden Behinderten abwertet. Was aber ist mit zukünftig behinderten Menschen? Wenn es erst einmal Standard ist, Behinderungen ausschließen zu können, wie wird dann die Gesellschaft über diejenigen denken, die dann behindert auf die Welt kommen? Vielleicht weil sich die Eltern den Test nicht leisten konnten oder nicht in einem Industrieland leben oder nicht wollten? Zum Beispiel, weil das Elternpaar auf natürlichen Sex und nicht auf Reagenzglasbefruchtung steht? Der Behinderte wird dann stets gebrandmarkt sein.

Zudem wird die Politik schnell wieder eine neue Minderheit entdecken, die man weiter diskriminieren kann: Es ist doch klar, daß die Krankenkassen-
versorgungsleistungen, Bildungsmöglichkeiten usw. für behinderte Menschen ganz schnell gekürzt werden. Schon heute ist nicht genug Geld für diese Menschen da - später wird es noch weniger sein, denn alle gesunden werden sagen, daß für diese Menschen kein Geld aus der Gemeinschaft ausgegeben werden soll, wenn ihre Situation doch hätte vermieden werden können. Es trifft immer die ärmsten und hilflosen, für die es keine große Lobby gibt.

Und was ist mit denjenigen, die zwar gesund sind, aber bei denen das Risiko besteht, doch noch krank zu werden? Klar wird man gleich ein Gesetz erlassen, daß Diskriminierung von nicht genetisch reinen Menschen verhindert. Aber welche Wirkung hat das denn in der Praxis? Schon heute funktioniert das nicht. Arbeitgeber stellen z. B. junge Frauen teilweise ungern ein, weil die ja dann bald ein Kind bekommen und im Betrieb ausfallen - verboten, aber gängige Praxis. Und ein Gentest von ein paar beim Vorstellungsgespräch verlorenen Hautschuppen oder Haaren ist so einfach und unauffällig durchführbar. Wie das dann aussieht, wird in dem sehenswerten Film Gattaca gezeigt.

Ich weiß auch keine Lösung, denn ich kann gut verstehen, wenn man als Elternteil schwerwiegende Behinderungen für Neugeborene vermeiden will. Aber es muß wohl die Ausnahme bleiben. Z. B. bei hoher Wahrscheinlichkeit für eine Behinderung aufgrund der Erbeigenschaften der Eltern und nicht einfach wahllos alle Verdachtsmomente abklären.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Alfred der Ritter

Gestern war ich mit meiner Tochter im Kölner Schokoladenmuseum. Eigentlich ist es ja eher ein Verkaufsshop mit angeschlossenem Alibi-Museum. Darüber kann man ja noch hinwegsehen (wenn man sich denn erst einmal den horrenden Eintritt leisten kann). Was dem Faß aber wirklich den Boden ausschlägt ist die Abteilung "Kult" und die dortigen Computerspiele für Kids.
Eins der Spiele verlangt vom Spieler, daß er Geschmackssorten, die es nicht gibt, einer handelsüblichen Schokoladensorte auszusortieren. Was hat so ein Spiel in einem "Museum" zu suchen? Ich kann hier weder einen pädagogischen Nutzen sehen, noch erschließt sich mir, was ein Kind hier über Schokolade lernt. Es ist doch vielmehr ein Test, wie gut mein Kind das Produkt kennt. Also im Grunde, wie gut die Werbung funktioniert und wie aufmerksam das Produkt wahrgenommen wird. Ginge es einzig um ein kurzweiliges Vergnügen, hätte man sicher auch anderen Motive finden und vielleicht ein Memoryspiel entwickeln können. Paranoid wie ich bin, nehme ich sogar gleich an, daß die Spiele mitprotokolliert werden und die Werbeabteilung dann die Ergebnisse nutzt, um neue Sorten, Verpackungen oder Kampagnen zu entwickeln.

Auch wenn meine Tochter sehr erbost war, als ich sie vehement von dem Spiel wegzog, so denke ich, sind hier die Grenzen des guten Geschmacks (um den es doch in diesem Haus überall gehen soll), stark überschritten. Leider weisen auch andere Spiele hier eine ähnlich perfide Ausrichtung auf, so daß ein schaler Geschmack im Mund verbleibt, über den auch das Schockotäfelchen zur Begrüßung oder der wiederholte Gang zum Schokobrunnen nicht hinweg hilft.

Freitag, 24. September 2010

Frohe Ostern!

Es ist der 24. September. Bis Heiligabend sind es noch genau drei Monate oder 91 Tage. Gestern erst war Herbstanfang. Die letzten Tage herrschte schönstes Frühlingswetter.

Aber im Supermarkt ist bereits Weihnachtszeit. Bereits in den letzten Wochen füllten sich die Regale langsam mit Stollen und Lebkuchen. Jetzt sind ganze Gänge bis zur Decke hoch vollgestapelt mit allem erdenklichen Weihnachtsnaschwerk. Haben die Hersteller Platznot? Müssen sie die Lagerhallen für die Osterartikel frei räumen? Was soll das? Wie soll ich meinem Kind nun zweieinhalb Monate bei jedem Einkauf erklären, daß wir erst im Dezember davon kaufen werden und der Adventskalender die letzten 24 Tage anzeigt und nicht 91 Türen hat? Klar, frisch ist auch der echte Dresdner Christstollen und der Lebkuchen sowieso garantiert nicht. Der wurde vermutlich bereits Anfang des Jahres abgepackt.
Bereits im Sommer mußte man sich ja schon die Herbstdekoartikel anschauen. Wer will denn da in die Sommerfrische fahren, wenn zu Hause schon Herbst angezeigt ist. Gut, der deutsche Sommer ist auch nicht mehr das, was er mal war, aber muß man das denn so deutlich zeigen? Oder ist das ein Verkaufstrick in Absprache mit den Reiseunternehmern: Früh die kalte Jahreszeit androhen und gleichzeitig Werbung für die Karibik machen?

Von den Klamottengeschäften kennt man das ja schon lange: Wer einen warmen Wintermantel braucht, muß den im Sommer kaufen. Damit man dann im Winter feststellt, daß der Mantel bei -10 Grad nicht so kuschelig warm ist, wie damals bei 35° im Laden. Und das es doch einen Unterschied macht, ob Frau nur ein sexy Top an hat oder in drei Lagen Winterpullis gehüllt ist. Aber Klamotten kaufe ich nicht zweimal die Woche,  so daß ich nicht so oft darauf aufmerksam werde.

Ich muß gestehen: Auch ich bin der Sache erlegen: Es gibt ein paar Weihnachtssüßigkeiten, die könnte ich immer essen. Gut, dann verkauft doch auch Zimtsterne und Marzipan das ganze Jahr über bei den normalen Süßigkeiten, wenn die Jahreszeit eh keine Rolle mehr spielt.

Sonntag, 19. September 2010

Noch mehr Abzocke - jetzt bei BB Radio

Statt Fernsehen nun im Radio - da ist es ja irgendwie noch penetranter:

An einer Birke hängen 90 Birnen. 13 reife Birnen fallen ab, 24 Birnen werden von Kindern gepflückt und 8 von Raupen gefressen. Wieviele Birnen hängen am Baum?


Eine Birke hat keine Birnen

Das ist nicht nur frech, ist aber wohl die Masche, denn man findet diese und andere Lösungen auf deren Webseite:

  • Wie wird die Hauptstadt Spaniens richtig ausgesprochen, Barselona oder Barzelona? Madrid
  • Eine E-Lok fährt von Norden nach Süden. Der Wind kommt von Westen, wohin weht der Dampf? Eine E-Lok produziert keinen Dampf
  • Ein Hahn legt in einem Stall ein Ei. Vor dem Stall lauern ein Dachs, ein Fuchs und ein Kuckuck. Wer holt sich das Ei? Ein Hahn legt kein Ei.
  • Wie oft kann man einen 1000-Euroschein in 10-Euroscheine wechseln? Es gibt keinen 1000-Euroschein.
  • Wenn man 7 Heuhaufen und 11 Heuhaufen zusammenträgt, wieviele Haufen hat man dann? Einen Heuhaufen!

Anscheinend sind die Hörer so verblödet, nicht nur da anzurufen. Die machen sich nicht einmal die Mühe, sich neue Fragen auszudenken, sondern nehmen heute die gleiche Frage, wie schon am 23.5.2010
Peinlich ist auch das heruntergeleiere der Teilnahmebedingungen. Aber immerhin erfährt man so etwas spannendes: Die Gewinnchance beträgt 1:200.000 (oder auch vielleicht mal 2:200.000)!
Rechnen wir mal: 50 Cent pro Anruf kostet der Spaß. Ich gehe davon aus, daß die genau wissen, wieviel sie verdienen wollen. Also rufen 200.000 Leute an. Das macht 100.000 Euro Umsatz. Der Telefondienstleister verdient auch was. Mal wahllos einen gegriffen: Ausschüttung "ab 31 Cent/je Anruf". Macht also für den Sender schlappe 62.000 Euro Gewinn! Klar, da kann man es sich leisten lächerliche 500 Euro Gewinn zu vergeben. Vielleicht bleibt ja auch noch was übrig, um sich weitere pseudo-wohltätige Aktivitäten auszudenken und generös Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

Montag, 13. September 2010

Lidl lohnt sich. Für Ihren Orthopäden

Einem Einkauf bei Lidl stehe ich immer zwiespältig gegenüber. Einerseits ist es günstig und sie haben einige interessante Artikel und es geht auch meist recht zügig; andererseits sind da die Einkaufswagen: ich hasse sie!

Es sind die wohl größten, die es gibt. Vor allem sind es die tiefsten. Jeden Artikel muß man sorgfältig bis zum Korbboden begleitend ablegen, da der freie Fall zu weit wäre. Warum müssen die Dinger nur solche Baumarktmaße haben? Ich habe Rücken. Jedes mal bücken, um ein Paket hineinzulegen, ist unbequem. Und an der Kasse alle wieder raushieven  und anschließend gleich wieder reindrapieren und am Auto noch mal alles raus.
Klar: Psychologisch ist das günstig - für den Discounter - denn so wirkt der Wagen leer und der Hamsterinstinkt will ihn füllen. Aber bitte, wer kauft denn bei Lidl primär ein? Renter, die nur ein paar Dinge kaufen/benötigen/tragen und niedrige Einkommensschichten. Letztere haben gar kein Geld, um die Karre voll zu stopfen. Schon mal bei Lidl regelmäßig jemanden gesehen, der einen Großeinkauf aufs Band stapelt und die Kapazitäten dieser Lastkähne wirklich braucht? Selbst beim Tochterunternehmen Kaufland sind die Wagen kleiner - und da sehe ich öfter Großeinkäufer. Warum also dann diese Psychotricks? Rentner bücken sich bestimmt nicht gerne - auch wenn sie kleiner sind. Und mich törnen die Einkaufswagen extrem ab - bin ich alleine?

Montag, 6. September 2010

VW Abzocke mit Murx

Gestern habe ich mal wieder meine Einzelsitze in meinen Bus einbauen wollen. Mal abgesehen davon, daß ich mir wieder den Rücken verrenkt habe, beim Teile aus dem Keller tragen, konnte ich den einen nicht verschieben.

Also mal ein wenig gesucht und nach erfolglosem fetten festgestellt, daß einer der in die Schiene einrastende Verriegelungsbolzen abgebrochen ist. Da haben die VW Techniker aber auch mal wieder gepfuscht: Die ganze Mechanik ist ausreichend massiv, um einen halben Panzer daraus zu schmieden, aber das fragilste Teil ist dann aus sprödem Plastik. Kein Wunder, daß das irgendwann bricht. Auch der Halter für den anderen Bolzen zeigt schon Risse.

Als mein Kumpel sagte, "daß kannst Du dann ja als Ersatzteil kaufen", lächelte ich erst mal mild und meinte, bei VW bekommt man bestimmt nur die ganze Konsole und nichts einzeln. Aber siehe da: das Teil hat eine Nummer. Also zu VW und zwei kaufen. Als der Freundliche dann lapidar meinte, er wolle pro Stück 30 Euro haben, verschlug es mir die Sprache. Da kann ich mir die Teile ja vom Schlosser gleich komplett aus Metall drehen lassen. Ohne mich. Das nenne ich mal abzocke: erst Murks bauen und dann kassieren. Jetzt werde ich im ersten Schritt mal probieren, wie gut Zweikomponentenkleber hält.