Donnerstag, 30. Juni 2022

Pharmaindustrie profitiert von Corona und bereichert sich weiter auf Kosten der Armen

Die EU und andere Regierungen haben der Pharmaindustrie seit dem Ausbruch von Corona Milliarden gegeben, damit diese schnell einen Impfstoff produzieren. Danach wurden weitere Milliarden ausgegeben, um diesen Impfstoff zu kaufen. 

Die Industrie wurde also zweimal durch den Staat bezahlt und sie hat bis zu 20-fach Profit gemacht. Aber um den Profit weiter zu erhöhen, weigert sie sich, Patente freizugeben oder Medikamente kostenlos an arme Länder abzugeben - obwohl dies zu Beginn versprochen wurde. Die Pharmaindustrie geht also real über Leichen.

Wieder ein Beispiel, wie Lobbyisten die Regierung in der Hand haben und Kommerz über soziales Handeln geht.


Tödliche Profite: Das Geschäft mit den Corona-Impfstoffen

Samstag, 14. Mai 2022

Hamstern Sie!

Daß die Lebensmittelindustrie und deren Lobbyisten uns anlügen, wird immer deutlicher. Noch immer (fünf Wochen später) gibt es im Supermarkt nie oder nur selten und dann nur pro Verbraucher einzelne Einheiten Mehl, Öl, Reis, Nudeln und mehr. Selbst Oliven- oder Rapsöl ist kaum zu bekommen und in deren Herstellungsländern und an den Transportwegen hat sich nichts geändert - warum also diese Knappheit? Künstlich herbei geführt? Und Sonnenblumenöl kostet statt dem sonst üblichen 1€/l jetzt deutlich mehr als 4€/l selbst bei Discountern wie Lidl. Das hat wohl kaum etwas mit gestiegenen Kosten zu tun, sondern grenzt schon an Wucher. Reis und Hartweizen kommen noch immer aus Asien und Kanada oder dem Mittelmeerraum. Keine Regionen mit Problemen. Also warum jetzt auf einmal leere Regale? Da es ja nichts gibt, kann man nicht mal sagen, es wird als Ausgleich für real knappe Nahrungsmittel gekauft. Geht das auf einmal alles in die Dritte Welt, die jetzt kein billigen Weizen mehr bekommt und deshalb Ernährungsprobleme hat? Wohl kaum, denn das ist denen zu teuer und die Lieferverträge mit den Herstellern für die EU sind sicher langfristig. 

Also haben alle, die gehamstert - oder sich einfach Notreserven angelegt - haben, es genau richtig gemacht.

Dienstag, 12. April 2022

Schlechter Kundenservice bei Deutsche Post und DHL hat System

 Sicher hat jeder schon mal ein Paket o. ä. nicht bekommen, weil er nicht zu Hause war. Im Kasten liegt dann (auch nicht immer) eine Benachrichtigungskarte von der Post/DHL (das ist das gleiche, auch wenn die Firmen und Mitarbeiter wie auch die der Postbank stets das Gegenteil behaupten) bekommen.

Da steht dann drauf, daß man das Paket am nächsten Tag - aber bitte nicht vor 12 Uhr - irgendwo in einer Filiale (die mittags zu hat) abholen darf. Die Mitarbeiter sind aber oft so überarbeitet, daß sie die nicht zugestellten Sendungen aber dann doch noch nicht sortiert haben und man ein zweites mal hinkommen muß. Andere Paketdienste unternehmen bis zu drei Zustellversuche. Nicht so die Post. Was diese aber auch verschweigt: Man kann sich die Sendung erneut zustellen lassen. Das steht aber nirgends und auch auf der Webseite ist das Angebot nicht zu finden (nur über eine Suche, wenn man denn weiß, was man sucht). Eine Frechheit ist dann, daß man die Adresse der Filiale und auch die eigene Adresse komplett eingeben muß. Als ob die nicht selber feststellen können, wo die Sendung ist und wo sie hin soll. Steht auf dem Paket, steht im Tracking usw. Aber das hat Methode: Das Formular ist so schlecht, daß man beim kleinsten Fehler alle Angaben immer wieder komplett neu eingeben muß. Das ist vermutlich, damit man genervt ist und dann doch in die Filiale zu den unfreundlichen Postbank-Angestellten geht, die ja nur zufällig gerade (und immer) am DHL/Post-Tresen arbeiten.

Donnerstag, 7. April 2022

Die Lügen und falschen Versprechen in Bezug auf Hamsterkäufe

Bereits 2020 kam es zur Klopapier-Krise: In allen Supermärkten war kein Toilettenpapier mehr zu bekommen.

Auch damals hieß es: "es besteht kein Grund zu Hamsterkäufen. Der Bedarf kann gedeckt werden"

Dem war nicht so. Wochenlang gab es nichts oder nur sporadisch.

2022 (Ukraine-Krieg) wiederholt es sich. Diesmal mehr bei Speiseöl, Mehl, Nudeln aber auch andere Grundversorgungsmittel wie Salz und Margarine.

Wieder heißt es von der Politik: "Bitte keine Hamsterkäufe, dafür besteht kein Anlass. Wir haben die Versorgung sichergestellt" (Bundesernährungsminister Cem Özdemir). Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte zuletzt erklärt, dass er nicht mit Versorgungsengpässen wegen des Ukraine-Kriegs rechne. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) hat an die Menschen in Deutschland appelliert, Hamsterkäufe zu unterlassen.

Aber wie sieht es in der Realität aus? Leere Regale in allen Supermärkten in denen ich einkaufen gehe. Und ich bezweifle, daß ich damit alleine bin. Bei einem steht das Mehl sogar hinter der Kasse und wird nur als Bückware rausgerückt. Genug sieht anders aus. Klar, es gibt genug zu essen. Der netto Kalorienbedarf ist gedeckt. Aber es ist dennoch lästig

Angeblich ist das so, weil die Ukraine so viel Öl und Getreide exportiert. Das ist Blödsinn. Die Ukraine exportiert im Frühjahr kein Getreide und keine Saaten für die Ölgewinnung - da findet keine Ernte statt. Zudem gehören die USA, China, Indien und Frankreich ebenso zu den weltweit größten Produzenten. Rapsöl ist genauso wenig zu bekommen. Raps kommt aber gar nicht aus der Ukraine, sondern direkt aus Deutschland und anderen Ländern, die nicht im Krieg oder sanktioniert sind. Wie kann also der Krieg Schuld an leeren Rapsöl-Regalen sein? Schon vor dem Krieg war Speiseöl immer wieder knapp und die Regale leer. Weil viele es als Beimischung für Diesel nutzten (nicht empfehlenswert bei modernen Autos), seit Jahren Nahrungsmittel zur Produktion von Ethanol und damit zum Verbrennen angebaut (angeblicher "Bio"-Kraftstoff) und genutzt werden und weil die Industrie einfach nicht liefert. 

Es liegt daran, daß an diesen Produkten nichts verdient wird. Der Handel hat also kein Interesse, sich das Zeug vorab ins Lager zu stellen, sondern läßt sich Just-In-Time beliefern - wie die ganze Industrie. Und dazu gibt es langfristige Verträge, die keiner ändern will, weil dann nachverhandelt würde. 

Also sitzt man es aus und erzählt Märchen.

Gut, daß ich gerade keinen Geburtstagskuchen backen muß oder frittieren will.

Sonntag, 13. März 2022

Unnütze Sachspenden (mit einer Liste für sinnvolle Sachspenden)

Gestern habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit bei einer staatlichen Hilfsorganisation bei der Sachspendenannahme für DB/Schenker gearbeitet. Es ist löblich, Spenden zu geben und zu sammeln. Vor allem durch diese Firma, die kein Problem mit dem sonst teuren und umständlichen Transport hat.

Traurig ist als erstes, daß die Firma und alle Beteiligten einfach mal wieder nicht in der Lage sind, ihre Aktion zu kommunizieren. An der Hofeinfahrt ein kleines, unscheinbares Schild. Im Webauftritt ein Text irgendwo im Pressebereich (man muß schon wissen, daß man diese Info sucht, bevor man die Info bekommt), während auf der Startseite eine dämliche Animation dazu läuft, wie toll die Firma international tätig ist. Die Stadt Hannover hat die Info auch nur im Pressebereich vergraben. Meine Hilfsorganisation schwieg vollständig.

Bundesarchiv Bild 183-S1207-502, Inhalt eines CARE-Paket
Bundesarchiv, Bild 183-S1207-502 / CC-BY-SA, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Die Folge: kaum etwas los. Jeder PKW wird gefeiert. Ein LKW mit richtig viel, was die Leute wo anders gesammelt haben (u. a. einen neuen Stromgenerator!) und so den Transport lösen - clever und richtig. Ein 100.000€ Mercedes: Mann am Steuer steigt nicht einmal aus, Frauchen vom Rücksitz übergibt drei Decken und noch irgendwas. Euer ernst? Die Tankfüllung für die Fahrt hat mehr gekostet.

Und was bringen die meisten anderen? Klamotten und Müll. Ja, Klamotten - egal welche - sind unnütz. Schuhe, die nicht gebündelt sind, wer sucht die zusammen? Bei jeder Kleidersammelstelle werden 90% der Spenden aussortiert und zu Textildämmung verarbeitet oder nach Afrika verschickt oder landet in der Wüste. Ja Leute: eure tollen Designerklamotten, abgetragenen Mäntel und gebrauchten Slips will keiner. Transport, Sortierung und Verteilung bindet viel zu viel Ressourcen für keinerlei Nutzen. Und es gibt schon genügend, sollte doch etwas spezielles gebraucht werden. Aber es wird angenommen - weil man will ja helfen - sinnvoll oder nicht.

Dann sind da viele Medikamente. Paracetamol bergeweise: Ein Schmerzmittel für mittlere Schmerzen - wer kümmert sich schon um leichte Schmerzen im Krieg? Nasenspray und Hustensaft: absolut überflüssige Produkte der Wohlstandsgesellschaft. Antibiotika, Insulin, Plasma etc. gebraucht. Aber wer weiß, welchen Temperaturen sie beim Transport ausgesetzt waren? So etwas wird von Spendengeldern direkt von Pharmakonzernen aufgekauft - dazu spendet man Geld. Oder Heftpflaster: Süß, der blutet wie ein Schwein nach einem Bauchschuß, kleben wir ein Kinderpflaster drauf. Und Kratzer und "AuaAua" wird im Krieg keiner ernst nehmen.

Die Liste läßt sich endlos fortsetzen.  

Aber was ist mit einer Liste sinnvoller Dinge? Da gibt es gar keine. Ich finde zumindest keine im Internet. Unnütze Artikel ohne Ende - nichts konkretes. Also habe ich mal selber eine erstellt - als Orientierung ohne Anspruch auf Perfektion. Eine Orientierung kann das CARE-Paket sein. Als Kommentar können ja Ergänzungen etc. abgegeben werden

Grundsatz:

  • Geldspenden sind sinnvoller
  • wenig Volumen bei hohem Gewicht (keine Luft),
  • Stoß-/Bruchfest,
  • lieber No-Name und dafür mehr
  • es geht ums Überleben, nicht um Komfort
  • Frost-/Temperaturunempfindlich
  • lange Haltbarkeit
  • Originalverpackt (nie lose/offen)


Nahrung:

  • DOSEN-Konserven (Wurst, Fleisch, Fisch, Brot, Gemüse, Ravioli, Suppen/Eintopf, kein Glas)
  • Spaghetti (andere Nudeln zu viel Luft)
  • Reis, Linsen, Kichererbsen, Mais
  • Mehl
  • Zucker
  • Margarine (Becher, kein Halbfett, nicht flüssig, nicht Papier)
  • Wasser, Getränke (Plastikflaschen, Pappkarton)
  • Baby-TROCKEN-Nahrung (Milchersatz, kein Glas)


Möglich und nett aber nicht wirklich lebensnotwendig

  • Süßigkeiten (Schokolade am besten)
  • Kaffeepulver/Tee (keine Beutel, kein Instant)


Divers:

  • Verbandsmaterial, steril (Erste-Hilfe-Kasten oder einzeln: Mullbinden/Verbandpäckchen, Einmalhandschuhe, sterile Kompressen, Heftpflaster/Tape, keine Pflaster/Wundschnellverband)
  • Seifen-STÜCKE (nicht flüssig)
  • Damenhygiene
  • Windeln
  • Stromgeneratoren, E-Heizung
  • Taschenlampen mit Ersatzbatterien


Unnütz:

  • Milch
  • Cornflakes, Knäckebrot, Zwieback und ähnliche zerbrechliche "Luft"
  • Brotaufstrich
  • Kinder-Quetschi-Süßgetränke
  • Deo, Shampoo, Zahnpflege, Desinfektion, Rasierer
  • Taschentücher, Klopapier etc.
  • Tiernahrung


Müll:

  • Kleidung, Schuhe, Decken usw.
  • Medikamente
  • Elektrogeräte
  • Haushaltswaren
  • Spielzeug, Plüschtiere usw.


Eine Idee, wie eine Organisation oder größere Gruppe (Schulklasse) helfen kann: Stellt Euch vor einem Supermarkt auf (vorher die Filialleitung fragen oder auf der öffentlichen Straße stehen) und verteilt diese Einkaufsliste. Anschießend bringt die Spenden zu einer seriösen Sammelstelle.

Dienstag, 8. März 2022

Ukraine-Krieg und was mich zur Weißglut bringt

Seit zwei Wochen führt Rußland einen grundlosen Angriffs-Krieg gegen die Ukraine. Ich denke, hauptsächlich, weil Putin sich vor seinem eigenen Volk, seinen Anhängern und seinem eigenen Ego als starker Mann aufspielen will und Feldherr, der einen "letzten verzweifelten Kampf" führt/gewinnt. Alles andere sind vorgeschobene Gründe aus meiner Sicht.

Eine Frage ist, warum ist es dieser Krieg Wert, daß darüber täglich rund um die Uhr medial berichtet wird und bereits rund 67 Millionen Euro (5.3.22) Spenden bei nur einem Spendensammler eingegangen sind. Bei der Aktion Deutschland Hilft erfährt man das nicht. Auch nicht, was sie mit dem Geld bisher für die Ukraine gemacht haben. Nur, daß es dort an vielem fehlt. Die letzte Pressemitteilung ist vom 1.3.22; heute ist der 8.3.22 - erst Mal sammeln und dann...? Andere (ähnliche) Kriege und Konflikte interessieren uns einen feuchten Dreck: Balkan, Syrien... gespendet, 24/7 berichtet, geholfen, Sanktionen? Kaum oder Fehlanzeige. OK. Ukraine ist näher und Rußland ist immer der böse Feind aus dem Osten, der uns bedroht. Und die Flüchtlinge kommen zu uns. Egal.

Was mich ärgert ist, daß ich keine Hilfe oder angemessenen Reaktionen der Politiker sehe. Ja, die Politiker verurteilen es aufs schärfste und fordern Putin auf, den Krieg zu beenden. So ein Schwachsinn. Das interessiert den doch gar nicht, was ihr sagt und er kann gar nicht aufhören. Wie soll er das denn seinen Leuten und seinem Ego erklären? "Hey ich bin selbstreflektiert, habe eingesehen, daß es keine gute Idee war und danke den Politikern im Westen, daß Sie mich so nett darauf hingewiesen haben?" Wohl eher nicht.

Ich sehe auch nicht einen Politiker an der Grenze zu Polen oder der Ukraine. Normalerweise läßt es sich kein Politiker aus der Dritten Reihe nehmen, in ein Krisengebiet zu fahren und sein blödes Gesicht in die Kamera zu halten. Aber diesmal? Weder unser Bundeskanzler noch Bundespräsident noch die Außenministerin sind zu sehen. Sie sind so sehr damit beschäftigt, dämliche Aufforderungen abzugeben, daß sie keine Zeit dazu finden? Vielen würde das aber Mut machen.

 Sie überlegen weitere Sanktionen. Die helfen nur sehr langfristig. Aber man hört andauernd, man soll jetzt Energie sparen, das würde ein Zeichen setzen- Wir sparen seit Jahren Energie und sollen immer weiter sparen. Man kann nur begrenzt sparen. Irgendwann hat man nichts mehr zum sparen. Mein Tipp: konsequent sein - hatte ich schon mal. So was ist genauso dämlich, wie zu sagen, wir müssen jetzt mehr auf erneuerbare Energien setzen. Das macht sich vielleicht in 10-20 Jahren bemerkbar. Zudem brauchen wir Gas und Öl nicht nur als Energieträger. Gas wird zu einem großen Anteil auch in der chemischen Industrie benötigt und Öl ist die Grundlage unseres heiß geliebten Kunststoffs, Kosmetika und von Medikamenten. Also: verzichtet auf einfach alles!

Praktisch ist der Krieg aber schon: Endlich können wir unsere Lager mit alten NVA-Waffen leeren, die seit 40 Jahren in den Lagern verrotten und deren Entsorgung zu teuer und gefährlich ist. Auf mehr Krieg will sich keiner einlassen. Ist immerhin Rußland und die haben Atomwaffen. Die USA, England und weitere marschieren sonst überall gerne ein, um sich Rohstoffe zu sichern, den glauben zu verteidigen oder militärische Basen zu sichern. Dumm, daß die Ukraine keine Rohstoffe hat, die Leute eh keinen radikalen Glaubensrichtungen angehören und man schon genug Basen am Schwarzen Meer hat.

Und humanitäre Hilfe? Ich sehe keine staatliche. In allen Berichten wird endlos gezeigt, wie private Helfer sich engagieren: Essen, Decken, Nähe verteilen, Mitfahrgelegenheiten und Wohnraum anbieten. Aber ich sehe nirgends ein massives Aufgebot an professionellen Helfern vom DRK, dem THW, der Caritas usw. Wo sind die? Das THW und das DRK hat je einen LKW mit Hilfsgütern irgendwo hin geschickt. Mehr erfährt man nicht. Ein LKW. Wow. Aldi oder Lidl bekommen jeden Tag einen LKW - pro Filiale geliefert. Was soll da ein LKW einem ganzen Land helfen? Lächerlich. Die helfer versinken in Bürokratie und Selbstbeweihräucherung, was sie alles können aber sie machen nichts. Vermutlich, weil ihnen keiner sagt, sie sollen was machen. In Hannover ist man stolz auf gut 1000 Plätze in einer Messehalle. Sieht schick aus. Aber wieso ist die Halle leer? Gibt es nirgends Leute, die da rein könnten? Es sind 1,5 Millionen auf der Flucht. Die Halle könnte an einem Tag voll sein: Die ÜSTRA (städt. Verkehrsbetriebe fährt mit 20 Bussen an die polnische Grenze - das dauert keine sechs Stunden. Dann steigen je 50 Leute ein und sie fahren zurück. Wo ist das Problem? Muß man wirklich darauf warten, daß die Flüchtlinge einem wie Vieh zugeteilt werden oder von alleine kommen?






Donnerstag, 24. Februar 2022

Rußland greift Urkaine an und der Westen schaut nur zu, Teil II

 Überraschung:

Angriff auf die Ukraine. Russland hat den Krieg begonnen. Russland hat begonnen, die gesamte Ukraine anzugreifen. 

Und was passiert? Nichts. 

Einige Zitate dämlicher Kommentare, denen keine Taten folgten: 

"Der russische Angriff auf die Ukraine ist ein eklatanter Bruch des Völkerrechts. Er ist durch nichts zu rechtfertigen. Deutschland verurteilt diesen rücksichtslosen Akt von Präsident Putin aufs Schärfste", Olaf Scholz

"Es ist ein schamloser Bruch des Völkerrechts, wir verurteilen ihn auf Schärfste.", Robert Habeck

"Die Weltgemeinschaft wird Russland diesen Tag der Schande nicht vergessen", Annalena Baerbock 

"Putin hat sich als Lügner entlarvt." Gemeinsam mit den Partnern aus EU, Nato und G7 sei man solidarisch mit der Ukraine. "Der Kreml wird harte #Sanktionen erfahren", Christian Lindner 

"Wir verurteilen den ungerechtfertigten Angriff Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste", Charles Michel und Ursula von der Leyen

"Russlands Vorgehen wird schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen", Justin Trudeau

"Wir verurteilen die Aggression, die Sie gegen mein Volk verüben. Es gibt kein Fegefeuer für Kriegsverbrecher. Sie fahren direkt zur Hölle, Botschafter [an Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja]", Sergij Kyslystya

Ursula von der Leyen will den Zugang russischer Banken zu den europäischen Finanzmärkten stoppen und das russische Vermögenswerte in der EU eingefroren werden, und wichtigen Sektoren der russischen Wirtschaft soll der Zugang zu Schlüsseltechnologien und Märkten verwehrt werden. 

Unisono klingen die anderen Volksvertreter sie verurteilen aufs Schärfste. Das ist, als ob man einem kleinen Kind droht. "Ich zähle bis drei..." hat noch nie ein Kind zu irgendetwas bewegt.

Ich will auch keinen Krieg aber nur den Zeigefinger erheben reicht manchmal nicht und man kann auch mehr machen, als zu den Waffen zu greifen. Aber von all diesen Worten und "Sanktionen" hast sich Putin auch bei der Annektion der Krim nicht beeindrucken lassen. 

Also was wird passieren? Die Ukraine wird annektiert, wir sind alle erschüttert und etwas Geld wird irgendwo auf einem Konto verbleiben. Langfristig können wir uns doch nicht von russischen Energielieferungen unabhängig machen. Spätestens, wenn Rußland den Preis so enorm senkt, daß es einfach zu verlockend sein wird, wird wieder eine neue Pipeline gebaut oder in Betrieb genommen. Es ist Rußland und Gasprom doch vollkommen egal, was Energie kostet - es ist ein Druckmittel, das sie in den nächsten 30 Jahren loswerden müssen, weil es danach nichts mehr Wert ist.


Mittwoch, 23. Februar 2022

Rußland greift Urkaine an und der Westen schaut nur zu

Der Diktator Putin bedroht das nächste Land und greift es an den Außengrenzen an und der Westen schaut zu und plustert sich nur auf.

Das er was gegen die NATO-Erweiterung hat kann ja sein aber ist nur vorgeschoben, denn kein Land kann ein anderes so einfach zwingen, einem Bündnis (nicht) beizutreten. Eigentlich geht es nur darum, die Muskeln spielen zu lassen und in der Heimat als starker Mann aufzutreten.

Man erinnere sich: 2014 annektierte die Russische Föderation die Krim. Das war völkerrechtlich eine Kriegserklärung und Annexion. Das ist illegal.

Westliche Politiker haben das verurteilt und fanden, daß Rußland da was ganz böses macht. Weil es dort nichts zu gewinnen gibt, hat man ein paar Sanktionen erlassen: Geldhahn für Politiker und Firmen zudrehen, Handelsverweigerung.

Hat es Rußland irgendwie gekümmert? Nein. Sie sind dort und alle haben es vergessen.

2022 rasselt Putin mit dem Säbel an der Ostukraine. Oh ist das böse. Alle wittern Krieg. Putin kümmert das nicht. Seit Wochen werden Sanktionen besprochen und vom Westen kommen Drohungen "wir werden das nicht zulassen", "wir haben Sanktionen geplant". Derweil hat Russland unter Mißachtung des Minsker Abkommens und des Völkerrechts die ukrainischen separatistischen „Republiken“ Donezk und Luhansk über deren effektiv kontrolliertes Gebiet hinaus anerkannt und macht sich Liebkind, indem er den Bewohnern die russische Staatsbürgerschaft anbietet und Pässe unters dumme Volk bringt.

Wieder haben die NATO, USA und EU "ein Bündel an Sanktionen": Geldhahn zudrehen, Einreiseverbote, Handel einstellen, und das Lieblingsprojekt Nord Stream 2 (des ehemaligen Bundeskanzlers und jetzigen Putin-Arschkriechers Gerhard Schröder, dem nichts mehr peinlich ist, solange er Geld bekommt) wird mal wieder auf Eis gelegt. Kümmert das Rußlande? Nein. Kennt man ja auch schon.

Die Blaupause Krim wenden Rußland und Westen erneut an, wohlwissend, daß wir nichts machen und Still halten. Ist ja weit weg, die haben kein Öl oder Gas und Scheiß doch auf Völkerrecht. Unsere Politiker sind feige und machtlose Marionetten.

Aber Hauptsache, der Sport findet statt: In China, dem Land ohne Menschenrechte, von dem wir leider wirtschaftlich abhängig sind, werden Olympische Spiele abgehalten, weil der Rubel (Wortspiel) rollt und sich die alten Säcke vom IOK/IOC Geld in die Schweizer Taschen schaufeln wollen. Und das Champions-League-Finale im russischen St. Petersburg findet sicher auch statt. Sportler sind doch so unpolitisch und für Völkerverständigung. Geld? Spielt doch keine Rolle - wirklich, echt, ganz ehrlich: nicht.

Dienstag, 11. Januar 2022

Pespi Cola light: zu 100% recycelt *)

Pespi Cola light: zu 100% recycelt

 

Will man das wirklich? Einhundert Prozent recycelter Softdrink?

Klar, es gibt Situationen, da muß man seine Pisse trinken und mit guter Filtertechnik ist das sicher auch kein Problem, wie die NASA es macht.

Aber dafür Geld bezahlen?

Ich will das eigentlich nicht. Ich könnte jetzt auch etwas zum Geschmack dieses schwarzen, zuckerlosen Getränks sagen. "Schmeckt wie Pisse" kennt man ja auch von dem einen oder anderen Bier. Wobei, wie immer: woher weiß derjenige das eigentlich? Na gut: "Laternenpfahl ganz weit unten" - auch nicht besser.

Und was ist das mit "Flasche aus Flaschen"? Sind da die Schwachköpfe aus der Werbeabteilung zu Plastikflaschen umgearbeitet worden?


















































*) ja, da gibt's wie immer ein Sternchen auf der Packung. Aber wieso? Ist wie "Serviervorschlag" - also alles nur, damit man die Werbung nicht falsch auslegt und irgendwas einklagt.

Sonntag, 12. Dezember 2021

Trickserei der Discounter mit dem Tierwohl und der Haltungsform

Fangen wir mit einer einfachen Aufgabe zur Einschätzung an: Wie würden Sie die folgenden vier Farben einer Skala von 1 bis 4 zuordnen, wobei 1 schlecht und 4 gut ist?

Ich vermute Mal, die meisten würden zu diesem Ergebnis kommen:


 ...

 

 ...

 

 

 ...

 

Erstaunlich, daß die Stiftung "Tierwohl" mit ihrer Werbekampagne diese Farbanordnung nutzt:

Quelle: https://www.haltungsform.de

Orange ist besser, als Blau. Warum? Ganz einfach. Das Logo wird fast ausschließlich von Lebensmitteldiscountern verwendet. Und die meisten dort verkauften Fleischprodukte dürften lediglich Level 1 oder 2 erreichen. 4 ist nur für Bio gedacht. Es sieht einfach viel besser aus, wenn auf den meisten Packungen ein blaues Symbol als ein orangefarbenes prangt.

Aber sind die meisten tierischen Produkte eh nicht so  billig produziert, daß sie gerade einmal 1 (Stallhaltung Massentierhaltung) zeigen müßten?

Sicher. Aber es zwingt ja keiner, den Hersteller das Logo überhaupt zu benutzen. Also läßt man es einfach weg, wenn man schon nicht vorlügen kann, daß "Stallhaltung Plus" was wirklich gutes ist. Das kann man sich nämlich schon drauf kleben, wenn man den Tieren minimal mehr Platz einräumt: Auf einem Quadratmeter dürfen dann nur 35 kg statt 39 kg untergebracht werden. Also 4 kg weniger pro Quadratmeter. 

Ein schlachtreifes Schwein wiegt etwa 120 kg. Somit stehen ihm 3,08 m² oder bei der "Stallhaltung Plus" sagenhafte 3,43 m² zur Verfügung - 0,35 m² mehr: weniger als 6 Blatt Papier DIN A4 mehr Platz.

Außerdem muß man etwas Stroh oder einen Pickstein in den Tierknast werfen und natürlich Geld an die Organisation Tierwohl bezahlen, um Mitglied zu sein - das war's für den Anstieg von 1 auf 2. Zu teuer? Dann eben ohne "Werbe-Siegel":

Beides Eigenmarken von Lidl - bei billigem Schweinefleisch gibt's kein "Tierwohl"


Lidl (und vermutlich alle anderen Händler/Hersteller) macht das so: Auf dem Kochschinken wird erst gar kein "Tierwohl"-Siegel angebracht, weil es vermutlich eben nur zu dem ganz schlechten roten gereicht hätte und wer will schon so ehrlich sein und Anti-Werbung auf seine Packung drucken? Dann doch lieber das ebenso lächerliche von Lidl selbst ausgedachte "Ressourcen schonen - verantwortlicher verpackt". Das besagt nämlich gar nichts. Es gibt nicht einmal eine Webseite mit Informationen zu dem Thema.

 

Freitag, 30. Oktober 2020

Leerdammer wirbt mit falschem Versprechen

Endlich! dachte ich: Eine nicht enden wollende Käseverpackung:

Bild: Leerdammer/Bel Deutschland GmbH

Dauerhaft! 15 Scheiben Inhalt

Egal, wie oft und wie viel Scheiben ich dieser magischen Verpackung entnehme: es bleiben dauerhaft 15 Scheiben drin. Das nenne ich wirklich Mal einen Vorteilspack. Wie beim irischen Gott Dagda und seinem Kessel.

Wie enttäuschend dann die Realität: Ich entnehme eine Scheibe und egal, was ich mache, es ist eine weniger in der Packung. Ich schließe den Deckel, warte etwas, stelle die Schachtel zurück in den Kühlschrank... Nichts hilft. Und nicht einmal das Recyclingversprechen wird eingehalten: Von der gegessenen Scheibe gehen 100% auf die Hüfte und keine 30% irgendwohin zurück.

Ich bin frustriert!

Lieber Hersteller: Wie funktioniert das Wunderding? 


Online Spielcasino kann nicht einmal zählen

Online Casinos sind eigentlich in Deutschland illegal. Dank Hintertür dürfen die dann aber doch ihrem fragwürdigen Geschäft nachgehen. Dumm nur, wenn sie dann nicht einmal zählen können.

Werbung Pokerstars.de

"I'm in" sind nicht zwei, sondern drei Wörter: "I am in". Das Auslassungszeichen ist eben ein Auslassungszeichen. 

Der Werbetext zur neuen Kampagne besagt dann u. a.:

„Wir haben lange Nachforschungen angestellt, um ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden zu erlangen, da unsere Community bei diesem Brand-Refresh genauso ein Rolle spielt wie wir. Wir leben und atmen die Zukunft für die PokerStars-Welt und freuen uns dies alles zum leben zu erwecken."

In Zusammenarbeit mit Anomaly, einer führenden Creative Agency, hat die Werbung viele Monate Forschung und Produktion in Anspruch genommen...

Trotz monatelanger Forschung ist das keinem in der coolen Werbefirma aufgefallen? Vielleicht braucht es doch mehr. Wie wäre es mit Hirn? Na hoffentlich verzählen sie sich nicht auch beim Kartengeben oder der Punktevergabe.

 

Dienstag, 17. September 2019

Wie man mal eben 13,5% an Wählerstimmen verjubeln kann

(Deutsche) Politiker sind wirklich erbärmlich. Wenn ihnen nichts mehr einfällt, um ihre Hilflosigkeit, fehlende Perspektiven und Verlogenheit zu kaschieren, greifen sie auf das zurück, was sie gut können: Polemik und Verbote.

Da tötet ein Autofahrer in einem SUV in Berlin vier Menschen und schon ist diese Lappalie Weltpolitik. Man möge mich nicht falsch verstehen: vier getötete Menschen sind bedauernswert. Aber allein in Deutschland starben 2018 3.265 Menschen - die hat kein Politiker beweint oder zum Anlaß genommen über das Verbot von Autos laut zu reden.

Rein statistisch gesehen sind die meisten davon von Klein- und Mittelwagen getötet worden, denn die stellen die Mehrheit zugelassener Fahrzeuge dar. Also alle unsicheren Klein- und Mittelwagen verbieten, denn von denen geht die meiste Gefahr aus? Sicher nicht. Aber auf SUVs kann man gut rumhacken. Paßt auch prima zur derzeit verlogenen Umweltpolitikdebatte, denn SUVs sind stinker und unnütz.

Ja. SUVs sind unnütz und stinker. Sie sind groß, schwer und bieten kein bißchen mehr Platz als richtig große Autos wie des deutschen Lieblingskind bei Firmenfahrzeugen der Passat oder ein Auto mit wirklich viel Platz bei gleichem Raumbedarf wie ein SUV: Busse und Transporter (Großraum-Vans oder "Utilities", wie sie beim KBA heißen). SUVs sind reine Protzkarren und Schwanzverlängerungen, denn kein einziger ihrer Besitzer benötigt Allrad oder sonstige Geländefahreigenschaften - niemals. Aber man sitzt toll und es ist cool.

Aber zurück zu den Wählern: Irgendwer sülzt was davon, daß man SUVs in Innenstädten verbieten soll. OK, gute Idee. Dann müssen wir aber auch Lieferwagen, LKW, und Linienbusse verbieten, denn die sind ebenfalls groß und in der Stadt ist es egal, ob du 100 PS oder 300 hast und den Menschen mit 2,5 t oder 30 t totgefahren hast: er ist tot.

Na gut, das wird natürlich keiner fordern - nicht einmal Politiker. Nein, die schließen sich lieber der Diskussion an und wundern sich dann, wenn sie bei der nächsten Wahl so viele Stimmen an Naziparteien wie die AFD verlieren und das Volk die Volksparteien abstraft, weil sie einfach keine andere Wahl mehr haben. Denn eins ist klar: sobald ein Politiker den Mund aufgemacht hat und sich dem Gedankenspiel auch nur ein wenig anschloß, hat seine Partei schlagartig 13,5% Wählerstimmer verjubelt.

Anfang 2019 waren in Deutschland 3.144.333 SUVs und 2.400.305 Geländewagen zugelassen (Excel-Datei). Davon ausgehend, daß zu jedem Fahrzeug 1,5 Wähler gehören (Besitzer Plus Familienangehörige), sind das 8.316.957 Wähler. 2019 waren zur Europawahl 61.600.263 Wähler in Deutschland zugelassen (PDF). Die acht Millionen Wahlberechtigte werden ganz bestimmt so schnell nicht wieder die Partei wählen, die ihr Auto entwerten und ihren Lebenststil angreifen will. Das sind 13,5% Stimmenanteil - verloren! Oh Wunder, welch Überraschung.

Es geht mir gar nicht um SUVs, sondern um die Kurzsichtigkeit und den Frust als Wähler. Wenn Politiker immer nur alles verbieten, was Spaß macht (Fleisch essen, Auto fahren, in den Urlaub fliegen) oder uns belehren und Schulmeistern wollen, dann hat man keine Lust, diese Spaßbremsen zu wählen - egal, wie sehr man auch die Sache an sich unterstützt. Dabei könnten Politiker auch ohne den Bürger ständig als Schuldigen und Unbelehrbaren zu gängeln, gutes bewirken - wenn sie es denn tatsächlich wollen täten und es sich nicht nur um Lippenbekenntnisse handeln würde. Statt Verbote wären Anreize vielleicht der bessere Weg:
  • Ihr wollt mehr Elektroautos (völliger Schwachsinn aber das lassen wir Mal): schafft Steuererleichterungen für Kauf und Unterhalt. 
  • Weniger große Stinker auf den Straßen? Fahrt selber Kleinwagen und ändert die Steuererleichterungen für Firmenfahrzeuge.
  • Weniger Kurzstrecken- und Urlaubsflüge? Schon Mal versucht ein Bahnticket von Deutschland nach Spanien zu kaufen? Vereinheitlicht Tarifsysteme und senkt die Preise. Die Bahn ist ein Staatsunternehmen!
  • Weniger Feinstaub in Innenstädten? Steckt Geld in den ÖPNV und nicht in den Bau von Großflughafen-Bauruinen.
  • "Überfremdung", problematische Asylpolitik? Zeigt Menschlichkeit, Investiert in den Problemländern und nicht in erpresserische Diktaturen. Investiert in hervorragende (nicht in gerade einmal ausreichende) Bildung hierzulande.
Ich weiß: es wird sich nichts ändern. Verbote und Gesetze werden weiterhin erlassen, anstatt Probleme zu lösen. Aber ich wundere mich auch nicht über die Wahlergebnisse - mal sehen, wen ich denn demnächst wähle. Eine "Volkspartei" sicher nicht.



Samstag, 13. Juli 2019

An alle Schnäppchenjäger, die nicht zählen können: ganze ZWEI Tage!

Amazons "Prime Day" 2019 startet demnächst. Das ist eigentlich nur ein Verkauf von Kram zu vielleicht günstigeren Preisen. Als Geiz-ist-Geil-Menschen, die wir alle sind, finden wir das toll. Seit Tagen nervt die Werbung von Amazon dazu. Und weil ein Tag viel zu kurz ist, wird aus dem DAY (Singular) ein zweitägiges Event (Plural wäre dann "dayS"). Weil das aber wohl keiner versteht, bleibt es beim "Day" und dem lächerlichen Zusatz "das sind ganze zwei Tage".

Werbespot

Ach ja: Wer dabei sein will, muß Prime-Mitglied sein. Das kostet derzeit im Jahr 69 Euro!

Traurig ist, daß unsere Presse das "Event" nutzt, um auf den Zug aufzuspringen und lauter Infoseiten - zum Wohle der Leser und Verbraucher - generiert, die nicht nur kostenlos (?) Werbung für Amazon machen, sondern auch noch lauter Angebote herauspicken und vergleichen.

Werbung für Prime Day als "News" verkauft, Quelle: https://www.google.com/ 



Werbung mit der spionierenden Alexa für ebay anläßlich der "Prime Days"





Dienstag, 12. Februar 2019

Abzocke bei der Deutschen Post

Zum Jahresanfang hat die Deutsche Post nicht nur ihr Portfolio verschlechtert, sie erhöht auch noch die Preise drastisch - und keinem scheint es aufzufallen. Nur die Preiserhöhung beim Standard-Brief wird diskutiert. Dabei gibt es schon jetzt eine erhebliche Verschlechterung, denn in einem normalen Brief darf auf einmal keine Ware mehr verschickt werden. Angeblich folgt die Post damit einem Beschluß des Weltpostvereins - welcher das sein soll, verrät die Post auch auf Nachfrage nicht. Bisher war es erlaubt, in einem Brief zu verschicken, was man wollte. Dazu gehörte auch Ware, solange sie in die vorgegebenen Verpackungen paßte. Und auch wenn den meisten Postlern und Hilfskräften das nicht klar war, so konnte - wie bereits geschrieben - auch eine Kiste als Brief frankiert werden. Das war praktisch, um als Kleinunternehmen Ware von geringem Gewicht, Ausmaß und Wert kostengünstig zu verschicken. Kombinierte man das mit einem Einschreiben, wie es für jeden Brief möglich ist (und nicht das wie sauer Bier beworbene und nutzlose "Prio"), dann war die Sendung auch versichert und der Verbleib nachweisbar. Jetzt ist das auf einmal nicht mehr erlaubt. Vermutlich, weil vor allem die Chinesen das exorbitant und mit staatlicher Subvention ausgenutzt haben, um Billigware zu exportieren. In einem Brief dürfen laut Post seit dem 1.1.19 keinerlei Ware mehr verschickt werden - nur noch schriftliche Mitteilungen. Laut Presseabteilung der Post liegt das u. a. daran, daß
"internationale Dokumenten- und Warensendungen getrennt bearbeitet werden müssen, und zum anderen Anforderungen von immer mehr Ländern, die bei allen Sendungen mit Wareninhalt eine elektronische Datenvoranmeldung aus Zoll- und Sicherheitsgründen verlangen."
Was natürlich Schwachsinn ist, denn wieso sollte eine Sendung innerhalb der EU zollrechtlich bearbeitet werden und was sind "Sicherheitsgründe" außer nichts weiter als eine Ausrede im Zuge der allgemeinen Panikmache um angeblich gestiegene Terrorgefahren? Natürlich muß eine Sendung in ein Drittland zolltechnisch bearbeitet werden. Das ist aber ein Problem des Zolls und nicht der Post. Selbst wenn die Post jetzt auf einmal Sendungen auf Sprengstoff oder was weiß ich kontrolliert, so muß sie das doch mit allen Sendungen machen - auch mit nationalen, denn ein Terrorist wird sich wohl einen Dreck darum scheren, ob er in einem Brief keine Bombe verschicken darf, sondern dazu jetzt Warenpost nutzen muß. Und ein wenig Anthrax bekommt jeder locker in einem Standard-Brief unter. Natürlich müssen internationale Sendungen - gleich welcher Art - getrennt bearbeitet werden: sie sollen ja ins Ausland gehen, aber das war schon immer so.

Was wird jetzt anders? Es gibt die neue Warenpost. Das ist ganz genau das gleiche wie bisher: ein Groß- oder Maxi-Brief mit den gleichen Gewichten und der gleichen Dienstleistung aber er kostet mehr Geld und er bedeutet mehr Aufwand. Und außerdem gibt es ihn nicht mehr für Privatleute. Wer privat also etwas verschicken will, wird gezwungen, ein Päckchen (unversichert!) oder ein teures DHL Paket zu kaufen - oder geht am Besten zur Konkurrenz, die billiger ist und mehr bietet. Es ist anzunehmen, daß der Briefzusteller auch nicht von der neuen Regelung profitiert. Ich kann verstehen, daß es keinen Spaß macht, große Briefe durch die Gegend zu tragen und zuzustellen bzw. eben nicht, weil die Teile nicht in den Briefkasten passen. Aber genau das wird weiterhin der Fall sein, denn Warenpost ist weiterhin ein Briefprodukt. 
Damit ein Gewerbetreibender Warenpost verschicken kann, muß er sich bei der Post registrieren und mindestens fünf Sendungen pro Quartal ins Ausland verschicken (was bei Nichterfüllung dieser Auflage passiert ist nicht heraus zu bekommen). Nicht nur, daß man sich registrieren muß, die Post also Daten bekommt, die sie eigentlich nichts angehen, es ist auch ein erheblicher Aufwand und man muß die Sendung teilweise auch noch bei der Post einzeln erfassen. Ob das tatsächlich notwendig ist oder in den Infobroschüren nur so verkauft wird (weil es ja - aus Sicht der Post - sooo toll und praktisch ist), ist mir unklar.
Mein Tip für Privatversender: einfach bei der Post registrieren und als Rechtsform "freie Berufe" auswählen. In jedem steckt ein freier Künstler, also entspricht es der Wahrheit und keinen geht es etwas an, ob ich damit Geld verdiene oder sonst etwas. Bei der Registrierung steht auch nirgends etwas davon, wieviele Sendungen man verschicken muß.

Die Bundesnetzagentur teilt auf Anfrage, warum es Warenpost nicht für private Kunden gibt, mit:
"Da es sich bei den in Deutschland tätigen Postdienstleistern um private Unternehmen handelt, sind diese zunächst unmittelbarer Ansprechpartner im Hinblick auf ihre Produktgestaltung. Wie zuvor erwähnt, können diese Änderungen ohne vorherige Genehmigung durch die Bundesnetzagentur vorgenommen werden. Der Sachverhalt wird derzeit anhand der regulierungsrechtlichen Vorgaben untersucht."
Die ganze Sendung wird auch noch teurer wenn man Pech hat. Wie immer verschleiert die Post, daß sie nutzlose Dienstleistungen anbietet, die sich toll anhören aber keinen echten Mehrwert bringen. Warenpost "untracked" nennt sich das, was bisher einfach ein Brief war. "Warenpost International S" kostet € 3,70 und sieht auf den ersten Blick aus, wie der Preis bisher für einen Groß-Brief (für "M" und "L" gilt das folgende analog). Wäre da nicht die kleine versteckte hochgestellte "1" und das kleingedruckte
 "Preise zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer für Versand in Länder der EU"
Quelle: https://www.deutschepost.de/de/b/briefe-ins-ausland/warenpost-international.html
So einen Schmu dürfen die nur machen, weil sich das Angebot ausschließlich an Gewerbetreibende richtet - andernfalls wäre das abmahnfähig, weil Preise für Verbraucher inkl. Mehrwertsteuer anzugeben sind. Der Brief kostet also 19% (70 Cent) mehr als bisher: € 4,40 - bei gleicher Leistung und mehr Arbeit. Für einen Gewerbetreibenden, der nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist, eine saftige Preiserhöhung, zu der die Bundesnetzagentur mitteilt:
"Die Umsatzsteuerbefreiung gilt für Produkte im Rahmen des Universaldienstes. Für Fragen der steuerrechtlichen Beurteilung ist das Bundeszentralamt für Steuern der richtige Ansprechpartner."
Als besonderes "Plus" hat sich die Post nun den Brief "tracked" ausgedacht. Das Ding ist genauso nutzlos wie "Prio", denn es wird lediglich der Transportweg über die Sortieranlagen registriert und es erfolgt weder eine echte Zustellbestätigung noch ist die Sendung zuverlässig versichert:
"Für Warenpost International Tracked in bestimmte Länder gewähren wir eine Haftung für Verlust und Beschädigung für den nachgewiesenen Schaden bis max. 20,00 € des nachgewiesenen Schadens. Bis zu einer Gesamthöhe von 20,00 € werden Warenwert und Porto erstattet."1
Mehr als 20 Euro bekommt man also nicht und davon muß man das Porto abziehen. Bei Warenpost L bleiben also gerade einmal 3 Euro für den Warenwert. Und vorher muß man genau nachschauen, in welchen Ländern denn überhaupt eine Haftung übernommen wird.

Also bleibt nur der neue Service "mit Unterschrift" und der kostet (und bietet) - man staune - genau das gleiche, wie bisher ein Brief (€ 3,70/7,00/17,00) mit der Zusatzleistung Einschreiben (€ 2,50). Allerdings eben wieder 19% mehr, wenn man nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. 

Die Post bietet also faktisch eigentlich gar nichts neues, verschlechtert aber das Angebot, erfordert mehr Aufwand und kassiert auch noch mehr Geld. Zu all den damit aufkommenden Fragen antwortete die Presseabteilung der Deutschen Post nur mit abgedroschenen Phrasen ohne neuen Inhalt:
"Es ist korrekt, dass Privatkunden seit 1.1.2019 keine Waren mehr international per Brief versenden können. Gründe sind zum einen eine vom Weltpostverein beschlossene Regelung, wonach internationale Dokumenten- und Warensendungen getrennt bearbeitet werden müssen, und zum anderen Anforderungen von immer mehr Ländern, die bei allen Sendungen mit Wareninhalt eine elektronische Datenvoranmeldung aus Zoll- und Sicherheitsgründen verlangen. Dies führt bei der Deutschen Post zu höheren Kosten."
Wobei man natürlich sagen muß: nicht die Post profitiert, sondern der Staat, denn der bekommt nun die Mehrwertsteuer geschenkt - bisher waren die Sendungen von der Steuer befreit. Ob sich Bundesbehörden vielleicht deshalb so zurückhalten, bei der kritischen Hinterfragung der neuen Angebotsgestaltung? Wenn aber doch die Post nach ihrer eigenen Aussage höhere Kosten hat, wieso ist dann der einzige Profiteur von der versteckten Preiserhöhung und der Ausdünnung der Angebote sowie des erhöhten Aufwandes das Bundesfinanzministerium?

Auf die Frage, was mit Sendungen aus dem Ausland passiert, die wie bisher als Brief verschickt werden aber offensichtlich Waren enthalten, schweigt sich die Pressestelle der Post ebenfalls aus. Immerhin richtet sich das ganze Prozedere wohl primär gegen diese Transportrichtung. Sendungen aus Drittländern müssen mit einer Zollinhaltserklärung versehen sein, so daß die Erkennung von Waren einfach ist. Eine mögliche Folge könnte sein, daß solche Sendungen von der Post zurückgewiesen werden und der Käufer dann seine Ware nicht erhält und aufgrund der langen Transportwege das erst nach acht Wochen auffällt.

Mein Fazit: Einfach weiter Waren innerhalb der EU in einem Brief verschicken. Die Mitarbeiter bei der Post (die ja eigentlich gar keine sind, sondern Angestellte der Postbank und nur Hiwidienste für die Post nebenbei verrichten), meckern zwar und lassen dumme Bemerkungen fallen, in denen sie den Kunden als Betrüger abstempeln ("sie dürfen gar keine Waren mehr per Brief verschicken; ich nehme das nur auf ihr Risiko an, ihr Problem, wenn es dann zurückkommt") aber sie haben eigentlich gar keine Handhabe, denn woher wollen sie wissen, was in dem Brief steckt? Dank Briefgeheimnis dürfen sie gar nicht reinschauen und es ist mir als Firma erlaubt, den Umschlag für meine Briefe selbst zu wählen. Und wenn der aussieht, wie ein Paket, dann ist das halt so aber das gibt dem Postler nicht das Recht, mir Betrug zu unterstellen.

Sonntag, 11. November 2018

Die Groteske um Angst und Panik vor dem Terror

Flughafenkontrollen sind ein schönes Beispiel dafür, wie krank die Geisteshaltung von Regierungen und Sicherheitskräften ist, wenn es um die Panikmache im Bezug auf Sicherheit geht. In Hannover gibt es Körperscanner und dermaßen kleinkariert-pingelige Hilfskräfte, daß man die Lust verlieren kann. In Berlin-Schönefeld ist der Sicherheitscheck ein deutlich geringeres Ärgernis. In Portugal fast schon Südländsich lässig. Und dennoch versinken wir nicht jeden Tag in Terroranschlägen.

Aber auch die Handgepäckregeln sind lächerlich. Keine Flüssigkeiten in großen Flaschen. Aber leere Flaschen kann ich in jeder beliebigen Größe mitnehmen (ebenso Snacks). Also einfach anschließend auf dem Klo auffüllen, statt überteuertes Wasser im Flugzeug zu kaufen. Meine Terrorfreunde bringen dann ganz legal in 100 ml Rationen die flüssigen Sprengstoffe und ich mixe es in meiner Gallone zur Bombe. Aber es ist natürlich ein riesiger Gewinn an Sicherheit, wenn ich in der 1,5 Literflasche auch nicht die kleinste Menge Flüssigkeit durch den "Sicherheitscheck" bringe. Nicht einmal 100 ml sind darin erlaubt. Liebe Fanatiker, die ihr Angst schürt, um eure Sicherheit zu verkaufen: 1500 ml Luft + 100 ml Irgendwas teuflisches sind 100 ml in einer 1,5 l Flasche!

Wenn ich wirklich böses im Sinn hätte, würde ich vielleicht die Stangen der Haltegriffe eines gewöhnlichen Rollkoffers benutzen. Diese schön anspitzen und wieder in den Trolley schieben - alles ganz legal. Aber bloß keine winzigen Taschenmesser zulassen.

Noch effektiver sind Lithium-Polymer-Akkus. Die sind in jedem Smartphone - und noch viel fetter und gefährlicher in jeder Powerbank. Ein paar davon auf ein paar Mittäter verteilen und dann einen Kugelschreiber oder o. g. Handgriff, eine Haarnadel oder sonst etwas metallisches hineinrammen - viel wirksamer als manch anders. Und völlig legal mit an Board zu nehmen.

Wozu die noch immer anhaltende Hysterie um mögliche Terrorangriffe 2018 führen kann? Wagen Sie es bloß nicht französische Sicherheitshiwis (lediglich Angestellte des Hafens und keine staatlichen Kräfte) auf die Lächerlichkeit ihrer Tätigkeit hinzuweisen. Beim Einschiffen vom Festland nach Korsika werden um die 200 vollgepackte Fahrzeuge ohne Probleme auf die Fähre durchgewunken. Kommt man als Einzelperson zu seinem Auto, weil man das Gelände beim Warten legal verlassen hat, wird man gefilzt, als würde man in seiner sommerlichen Shorts und dem T-Shirt sonst was schmuggeln können. Weist man nun darauf hin, daß man, wollte man denn ein Attentat begehen, das ganze Bombenbaumaterial in seinem Auto, das nicht kontrolliert wurde und bereits auf die Fähre wartet, viel leichter unterbringen kann, geht der Trubel los: Auf einmal wollen sie ein Exempel statuieren und durchsuchen jede Kleinigkeit aus dem Fahrzeug - natürlich erfolglos. Und die Polizei kommt mit einem Großaufgebot.
So viel Panik und kein Verständnis dafür, wie hirnverbrannt die pseudo Sicherheitsvorkehrungen doch sind. Nein, ich lasse mir das Maul nicht verbieten oder mich durch verfallene Tickets (160€) oder 18h fragwürdige U-Haft einschüchtern. Euer Glaube an eine nicht mehr als schon seit 2000 Jahren vorhandene Terrorgefahr ist lächerlich und unbegründet und man sollte das immer wieder deutlich machen.

Ach ja: ich mußte die Bilder vor euren Augen löschen (warum? Ist es Euch peinlich, so überzuregieren?). Habe ich getan. Vielleicht solltet ihr lernen, das Löschen nicht heißt, etwas ist aus der Welt. Die NSA und andere kriminelle Nachrichtenagenturen und Schergen praktizieren das jeden Tag und terrorisieren damit die Welt viel mehr. Löschen heißt auch nicht, ich darf es nicht wiederherstellen. Und auch nicht, ich darf es nicht veröffentlichen.

Nachtrag:
Wie blödsinnig es ist, Ganzkörperscanner, noch mehr Kontrolle, rundum Überwachung und Aushebelung von Datenschutz und Privatsphäre zu propagieren, wird gerade deutlich: Für Technik im Wert von vielleicht 200€ legt ein einzelner mit einer Drohne in Gatwick eine Millionenstadt lahm und verursacht einen enormen wirtschaftlichen Schaden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis an der Drohne auch noch Sprengstoff und ein Fernauslöser hängt. Silvester gibt es Schwarzpulver frei verkäuflich in unbegrenzter Menge und ein Datenkanal ist an einer Drohnen-Fernbedienung bestimmt auch noch frei.

Wie Hotels mit wenigen Cents die Welt zu einem besseren Ort machen könnten

Ich verstehe es nicht: wieso gibt es in Hotels immer keine Haken und Ablagen? Es kostet doch nun wirklich kein Geld und würde den Aufenthalt so viel schöner machen. Im Bad gibt es freie Flächen en masse aber keine Kleiderhaken. Handtücher und eigene Utensilien wollen aufgehangen werden. Vielleicht will man auch Mal Klamotten trocknen? Auch im Eingangsbereich: wo soll ich mit meiner nassen Regenjacke hin? Einfach ein paar Haken an der Wand!
Und Ablagen? Was ist so verkehrt daran, ein schmales Brett über dem Waschbecken anzubringen? Riesige Spiegelflächen aber kein Platz für meinen Rasierer usw.
Für den Preis eines Aufenthaltes (40€) kann ich das ganze Hotel damit ausstatten. Lieber Hoteliers: nutzt Eure eigenen Zimmer einfach Mal selber! Zu Hause hat man doch auch Haken und Ablagen.

Samstag, 1. September 2018

Werden Erzeuger bei Netto Marken-Discount nur bezahlt, wenn der Kunde hilft?

Kochhinterschinken Spitzenqualität für 1 Euro kaufen, essen und auch noch was Gutes tun:

Verpackung von Westfleisch/Netto

Wenn ich diese Packung kaufe, bekommt ein heimischer Erzeuger 10 Cent garantiert. Laut Pressemeldung: "Pro verkauftem Produkt gehen 10 Cent direkt an heimische Erzeuger".

Fangen wir mit Punkt 1 an: Die zehn Cent gehen nicht an den Erzeuger dieses Produktes. Die Pressemeldung betont es immer wieder: "[...] direkt an Landwirte aus der Heimat". Wo diese Heimat liegt und wer diese Landwirte sind, wird nirgends gesagt. Der Landwirt kann also auch ein Discounter-Naher Unternehmer sein, der Massentierhaltung betreibt und minderwertige, genveränderte Lebensmittel aus überzüchteten Tieren produziert. Klar: Auf dem Foto sieht man ein sympathisches Fotomodel mit glücklichem Ferkel. Aber das ist ein Werbefoto und wohl kaum einer der profitierenden Erzeuger. 


Verpackung von Westfleisch/Netto
Schauen wir auf die Rückseite. Dort befindet sich das (alte) Identitätskennzeichen des Herstellers/Erzeugers: DE EV 42 EG (neue ID: NW 86001: die Westfleisch Erkenschwick GmbH. Mit einem Bilanzgewinn von rund 20 Millionen Euro 2017 ist Westfleisch ein Erzeuger, der sicher keine weitere finanzielle Unterstützung durch den Kunden benötigt - aber dank Netto bekommen könnte: Erzeuger und heimisch.
In wie weit damit ein "wichtiger Beitrag für den Erhalt und das Wohlergehen der heimischen Landwirtschaft" geleistet wird, erschließt sich mir nicht. Aber eins steht fest: kein Landwirt, Erzeuger oder gar Groß-Fleichverarbeiter wird je zugeben, daß er nicht das Wohlergehen der heimischen Landwirtschaft und deren Erhalt eintreten wird oder gar diese schädigt.

Auch wenn ich blauäugig glauben sollte, daß Netto wirklich was Gutes tun will und wirklich die 2014 eingenommenen 3,3 Mio. Euro an echte Landwirte auszahlt - immerhin wird das in der Pressemeldung behauptet - auch wenn diese vier Jahre alt ist und nichts mit der o. g. Verpackung aus 2018 zu tun haben muß. Die Frage ist doch: warum ist das notwendig? Bekommen Landwirte von Netto (und dessen Produzenten Westfleisch) andernfalls gar kein Geld für Ihre Produkte? Nur wenn ich diese +10-Cent-Verpackung kaufe, wird der Landwirt für seine Arbeit bezahlt? Und sind die Einkäufer bei Netto so knallharte Verhandler, daß sie die Landwirte derart ausbeuten, daß sie keine fairen Preise zahlen? Also wenn ich ein anderes Produkt bei Netto kaufe, bin ich Teil der Unterjochung von Bauern, die sich gegen das Preisdumping nicht wehren können? Das Preisdumping gibt es. Ich glaube, Netto ist Teil der Machenschaften.
Aber ich denke auch: keiner wird gezwungen, sein Produkt an irgendwen zu einem Preis zu verkaufen, der ihm nicht gefällt. Andernfalls hätten wir mafiöse Verhältnisse. Lieber Bauern: wenn ihr Tiere überzüchtet, Äcker ausbeutet und das alles, um immer mehr immer billiger zu produzieren, müßt ihr euch nicht wundern, wenn das Überangebot zu einem Preisverfall führt. Das nennt sich Marktwirtschaft.

Freitag, 29. Juni 2018

Ich kann gar nicht so viele King Boxen (nicht) kaufen, wie ich kotzen möchte.

Bei Burger King gibt's das Wunsch-Essen nur für diejenigen, die sich Werbung aufzwingen lassen und Daten preisgeben.
Letztens gab's die "King Box" bei der Fast-Food-Kette. Heute bekam ich sie nicht mehr. Nur wenn ich mir die App auf dem Smartphone installiere und den Code der Kassenkraft zeigen, wäre das möglich. Wohlgemerkt, ich will keinen Rabatt, ich will einfach essen. Ich sagte, ich hätte mein Handy nicht dabei - hilft nicht. Ich bräuchte doch nur zu googeln. Oder mein Kollege soll sie sich installieren.Wieso soll ich mir eine App installieren, nur damit ich vor der Kasse stehend mir den Code anzeigen lasse, den ich dann vorzeige? Das kostet mich nicht nur Speicher und Datenvolumen, es ist auch ein eklatanter Eingriff in meine Privatsphäre. Ich kann gar nicht überprüfen, was da gesammelt wird und ich will es auch gar nicht - warum soll ich meine Freizeit damit verbringen, deren AGB durchzulesen und Zugriffsrechte der App abzunicken oder einzustellen? Ich will anonym was essen. Burger King will meine Daten, ein Nutzerprofil anlegen oder noch schlimmeres - und das gebe ich ihnen nicht. Es gibt schließlich keinerlei Grund für so eine Frechheit und dreiste Gängelei außer der Anbieter hat seinen Vorteil davon - ich habe keinen! Nein, ich will keine tollen Angebote bekommen, um nichts zu verpassen. So etwas ist kein Vorteil, das ist Werbung! Ich frage mich, ob eine derartige Zwangsdatensammlung um ein Produkt zu erwerben überhaupt mit der Datenschutz-Grundverordnung vereinbar ist. Die App sammelt personenbezogene Daten und über den Code können sie mich identifizieren. Oder über meine MAC-Adresse, die der App bekannt ist und dem WLAN im "Restaurant".
Artikel 5: "Personenbezogene Daten...
...müssen für festgelegte, eindeutige und legitime Zwecke erhoben werden
...dem Zweck angemessen und erheblich sowie auf das für die Zwecke der Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein („Datenminimierung“);"
Nach Artikel 7 ist ein Zwang zur Einwilligung nicht zulässig, wenn der Vertrag auch ohne eine solche erfüllbar ist: "ob unter anderem die Erfüllung eines Vertrags, einschließlich der Erbringung einer Dienstleistung, von der Einwilligung zu einer Verarbeitung von personenbezogenen Daten abhängig ist, die für die Erfüllung des Vertrags nicht erforderlich sind." Der Kauf eines Burgers stellt einen Vertrag dar. Burger King zwingt mich, die App zu installieren und der Datenerhebung zuzustimmen, nur damit ich diesen Vertrag eingehen kann. Ich sehe da einen Verstoß. Aber egal: so gewinnt man keine Kunden, so verliert man welche. Aber es gibt bestimmt genügend Lemminge, die wieder einmal nicht reflektieren und einfach mitmachen - "wird schon alles nicht so schlimm sein, ich habe ja nichts zu verbergen".

Ganze 62 MB belegt die Werbe-App von Burger King und will Rechte abgenickt haben, die für eine schlichte Essensbestellung an Unverschämtheit kaum zu übertreffen sind. Warum wohl?

Mittwoch, 1. November 2017

Katholiken-Bevorzugung bei Pro Sieben

Pro Sieben bevorzugt eindeutig Katholiken als Zuschauer. Gestern war Reformationstag. Luther hat vor 500 Jahren die Welt verändert und den Katholiken Rechte abgesprochen, was zur Gründung der evangelischen Kirche führte. Normalerweise gedenken die katholisch dominierten Bundesländer nicht dieses Tages. Eher die östlichen Bundesländer haben dann frei. Weil nach 500 Jahren auch die Bayern,
Baden-Württemberger und andere Erzkatholische gottesfürchtige Mal frei haben wollten, und weil 500 auch so eine schöne Zahl ist und irgendwann muß man ja auch Mal sagen, daß der Luther doch ganz gut war, haben diese Bundesländer dieses Jahr einen weiteren Feiertag (zu den eh schon mehr vorhandenen) per Dekret geschenkt bekommen.

Normalerweise merkt man, daß Feiertag ist, daran, daß die TV-Sender massig (alte) Spielfilme zeigen. Gestern: Fehlanzeige. Mehr oder weniger Alltagsprogramm. Bei Pro 7 gibt es gerade einmal drei Spielfilme im Abendprogramm.

Heute: Allerheiligen. Feiertag in Bayern und bei den anderen Katholiken. Pro Sieben bringt den ganzen Tag 12 Spielfilme. Wenn also evangelische Bundesländer (und ausnahmsweise die katholischen auch) frei haben, ändert das nichts am Programm. Haben aber die Katholiken frei, dann wird auf Spaß umgeschaltet.

Objektiv ist die Betrachtung aber zugegeben auch nicht: Zu Pro Sieben gehört auch Sat 1 und die haben es umgekehrt gemacht (10:0). Aber auffällig ist es trotzdem.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Die Deutsche Post setzt prioritäten

Die Warteschlange in der Postfiliale ist teilweise schon unerträglich lang. In letzter Zeit wird sie noch länger. Jeder Kunde, der nicht genau weiß, was er will und eigentlich nur einen Brief frankiert und loswerden will, wird in ein Verkaufsgespräch verwickelt. Natürlich hat man dabei nur die Absicht, dem Kunden das optimale Produkt anzudrehen. Das kostet mehr und bringt so gut wie nichts. Außer, das die Warteschlange länger wird, weil kein Kunde kapiert, was ihm da aufgequatscht wird. Weil die Kunden, die eine einzelne Marke am Schalter holen sowieso eher etwas planlos sind (sonst würden sie die Marke am Automaten holen oder hätten ein paar auf Vorrat), denken sie, ihnen wird was sinnvolles angeboten: Zusatzleistung PRIO.

Das kostet 90 Cent extra und bringt rein gar nichts.

Angeblich wird der Brief priorisiert transportiert. Nachprüfen kann das keiner und eigentlich ist es doch egal. Ob ein Brief am nächsten oder übernächsten Tag ankommt, ist egal. Sollte es anders sein, muß man ein entsprechendes Produkt kaufen, was ungleich teurer ist. Dabei erreichen schon heute 95 Prozent aller Briefe den Empfänger am nächsten Werktag. Nach Aussage der Post und so muß es auch sein und der Kunde darf sich darauf verlassen. Auch wenn diese angezweifelt wird. Auch bei Prio kocht die Post nur mit Wasser. Wenn sie die Sendung abgeben, nachdem der letzte Abhol-Fahrer die Filiale aufsuchte, druckt sie dieses peinliche Eingeständnis jetzt auch auf die Belege: "Versandschlusszeit überschritten. Der Transport der Sendung beginnt am nächsten Werktag".

Eine rechtsverbindliche Zustellung sichert der Service nicht zu! Hierfür ist einzig ein Einschreiben der richtige Weg. Die Sendung ist über die Sendungsnummer zwar (kompliziert) verfolgbar, aber genau der letzte Schritt wird gar nicht dokumentiert. Die Sendung wird das letzte Mal in der Großbriefsortieranlagen des Ziel-Briefzentrums gescannt. Anschließend wird sie eventuell zugestellt, geht verloren, landet beim Nachbarn oder wird weggeschmissen. Keiner weiß es. Abends werden lediglich die Briefe wieder gescannt, die nicht zugestellt wurden. Der Rest wird als zugestellt angesehen.

Die Post bietet keine Haftung bei Verlust - wie auch, denn es existiert keine Information darüber, wo die Sendung geblieben ist.

Der Kunde soll also für etwas bezahlen, was ihm eh schon zusteht (Zustellung am nächsten Werktag) und etwas, was ihm nichts bringt (Teil-Tracking). Und weil das ein gutes Geschäftsmodell ist - schließlich wird ein Brief auf seinem Weg sowieso mehrmals vollautomatisch gescannt, verkaufen die Postillione das Produkt wie sauer Bier am Schalter. Und alle anderen Kunden müssen warten, bis die Verkäufer ihren Spruch aufgesagt haben, die Kunden überlegten, leicht bedrängt wurden ("Sendung kann verfolgt werden" - hört sich toll an) und dann zögerlich zustimmen. Heute wurde ich dann auch noch Zeuge, wie der Verkaufsmitarbeiter dem Kunden in radebrecherischen Denglisch einreden wollte, das sei toll für die Steuererklärung, weil er dann belegen kann, eine Sendung verschickt zu haben. Das ist natürlich blödsinn, denn dafür reicht die normale Quittung aus.


Samstag, 10. September 2016

Fakeprofile - oder: Tinder ohne 50 Facebook-Freunde

Letztens hat mir einer beim Kneipenbesuch von seinem Tindergarten erzählt. Da ich selbst von den Singlebörsen eher enttäuscht bin, wurde ich hellhörig. Angeblich sei es ganz einfach, da neue Kontakte zu finden und auch IRL zu treffen. Geschätzte 800 potentielle weibliche Fotos gab es allein für die derzeitige Mini-Metropolen-Region. Einfach wisch und weg, um zwischen hop und flop zu entscheiden.
Also auch mal testen: Nach ein paar Minuten war klar: das hatte ich schon. Und dann endete der Versuch, weil man sich nur mit einem Facebook.Account anmelden kann. Und den habe ich nicht - zumindest keinen mit echten Daten über mich. Also einen neuen Account anlegen. Facebook und Twitter & Co. wollen das natürlich nicht und nerven einen mit Bestätigungscodes, die sie am liebsten per SMS versenden wollen. Klar, ich gebe denen einfach meine Handynummer. Dummerweise gehen die meisten virtuellen SMS-Dienste nicht mehr. Die Anbieter haben die Nummern gesperrt. Aber mit ein wenig Geduld und zwei weiteren Fake-Email-Accounts, die man bei Gmail und Yahoo sehr einfach einrichten kann, klappt es dann irgendwann, sich einen Code per Email zusenden zu lassen. Als nächstes will Tinder aber dann auch noch eine SMS versenden. Und die sind hartnäckig und akzeptieren keine Email. Aber selbst, wenn man dann eine echte Handynummer angibt, klappt es nicht und man erfährt nur, daß es einen Fehler beim generieren des Codes gab. Eine Websuche fördert dann zu Tage, daß man bei Facebook 50 Freunde haben muß.
Kein Problem. Ich kapiere ja Facebook eh nicht. Was soll das? Ich klicke wild rum und markiere irgendeinen dummen Quatsch mit einem Like und Teile das dann ggf. noch öffentlich, so daß der Kram in meinem Profil auftaucht. So kann man schnell ein aktives Profil vorgaukeln. Einfach bei Facebook nach Freunden suchen und dann wahllos die angezeigten Leute als Freunde hinzufügen ist auch ganz einfach.

Quelle: https://www.facebook.com/

Das macht man bei etwa 50 beliebigen Leuten. Keine Ahnung wer das ist, was die wollen, wie die politisch ticken - ist mir doch egal, ich will ja nur einen Fake-Account. Wenige Minuten später trudeln dann auch die ersten angenommenen Anfragen ein. Jetzt braucht man nur noch auf Bestätigen zu klicken und schon hat man neue Freunde. Anscheinend sind die ausgewählten Pseudo-Freunde alle so geil auf eigene Freunde, daß die wahllos die Anfragen annehmen. Innerhalb von 20 Minuten hatte ich so über 300 eigene Freunde.
Wundert sich da noch jemand, wenn sich alle über die schlechten Umgangsformen bei Twitter, in Foren und bei Facebook beschweren, wenn die Authentifizierung von Angeboten immer auf die gleichen anderen Angeboten basieren und man sich im Grunde im Kreis herum eigenständig als interessante, real existierende Persönlichkeit bestätigen kann? Ich wundere mich nur, wie viele Leute da ihre echten Daten angeben und halbnackte Fotos frei Verfügbar machen, die ich dann auch noch weiter verteilen kann und sogar soll.






Donnerstag, 24. März 2016

Der Verlust von Glaubwürdigkeit, Nutzen und Qualität

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe;
und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.
Und Gott sah, daß das Licht gut war.
Da schied Gott das Licht von der Finsternis
und nannte das Licht Google und die Finsternis Nacht.[frei nach 1.Mose 1]

Google ward plain und smart;
und lieferte das, was man suchte
Und Larry Page sprach: Lasset den Mensch uns abhängig machen.
Und der Mensch wurde Abhängig.
Und dem Gott Kommerz gefiel das.

Seit dem sind die Zeiten vorbei, in denen Google einfach das lieferte, was man suchte und auch das, was man gar nicht wußte, daß man es sucht. Inzwischen beherrscht Werbung die Suchergebnisse. Von dezent am Rand sind sie immer mehr in den Vordergrund gerückt. Sei es für bezahlende Anbieter, sei es für Google-Dienste. So sehr, daß man inzwischen teilweise nur noch Werbung sieht.
Aber soll es nicht um das Böse per se gehen.

Mich ärgert Amazon. Schon lange predige ich, dort nicht zu kaufen. Bzw. nur dann, wenn es wirklich einen Vorteil bringt. Bücher gehörten noch nie dazu, denn die bekommt man überall zum gleichen Preis und kostenlos nach Hause. Bisher war aber einer der großen Vorteile von Amazon, daß sich dort viele Hobby-Rezensenten tummeln. Ist eine kritische Masse an Meinungen pro Artikel erreicht, kann man sich ein ganz brauchbares Bild schaffen. Bei Gebrauchsgegenständen ist dies aber zweifelsfrei praktisch. Bei Büchern ist da sicher viel persönlicher Geschmack dabei. Und ob es wirklich sinnvoll ist, die 958. Bewertung abzugeben, schiebe ich eher auf die heutige Profilneurose der inhaltsleeren Selbstdarstellung. Schon immer mußte man dann auch noch diejenigen ausfiltern, die einfach nicht den Unterschied zwischen einer Anbieterbewertung und einer Produktbewertung kapieren und als Produktbewertung schreiben "schnelle Lieferung, gute Verpackung" oder durch mit einem Sternchen versehene Kommentare à la "falsche Lieferung" die Durchschnittswertung herabziehen.

Quelle: http://www.amazon.de

Trotzdem können auch Berichte bei Büchern hilfreich sein. Wenn zum Beispiel die Papierqualität, das Schriftbild, die Bindung oder auch die Übersetzung reflektiert werden. "Schaue bei Amazon, kaufe bei buch.de", lautete mein Motto. Dort liegt die Zahl der Bewertungen leider im Promillebereich, obwohl sie vor ein paar Jahren sogar noch honoriert wurden.
Quelle: http://www.buch.de
Amazon (aber auch Buch.de) sind aber inzwischen dazu übergegangen, einfach alle Bewertungen wild durcheinander zu würfeln. Solange der Titel halbwegs übereinstimmt, wird einfach eine Auswahl an Beiträgen angezeigt.
Eine Suche nach "Moby Dick" fördert die tollsten Resultate hervor:
  • Auf der Artikelseite häufen sich die englischen Kommentare von 1999 und früher. Interessant, wo es sich doch um eine eindeutig deutschsprachige Ausgabe handelt, die vor allem erst 2016 erschien. Damit die Bewertungen noch wertvoller erscheinen und die Glaubwürdigkeit steigt, hat Amazon die Funktion "Verifizierter Verkauf" eingeführt (wieviele Kunden das lateinische Wort überhaupt kennen mögen?). Glücklich der Kunde, der Zeitreisen entdeckt haben muß und die Ausgabe von 2016 schon Mitte 2015 gebraucht kaufen konnte. 
Quelle: http://www.amazon.de
  • Aber auch Buch.de schafft es, Bewertungen für genau die gleiche Ausgabe so zuzuordnen, daß man schon sehr genau lesen muß: Was denn nun? Keine Bewertungen, Bewertung für gebundene Ausgabe, Manga?
Quelle: http://www.buch.de

  • Schwierig wird es bei diesem Angebot: Es gibt ein Taschenbuch und eine gebundene Ausgabe. Eine Bewertung schreibt:
  • Quelle: http://www.amazon.de
    Das ist hilfreich, die Ausgabe will ich nicht. Nur welche mag das sein? Ich vermute mal, die gebundene.
  • "Blick ins Buch" und "Leseprobe" sind eigentlich auch ganz hilfreich. Amazon zeigt zwar regelmäßig andere Exemplare an, als man eigentlich angeklickt hat, weist aber immerhin (etwas unauffällig) darauf hin:
Quelle: http://www.amazon.de

Quelle: http://www.buch.de

All das ist nur eine kleine Auswahl. Aber es zeigt den Weg: hin zur Unbrauchbarkeit. So wie Gott erkannte, daß der Mensch ein Irrtum war, bleibt zu hoffen, daß irgendwann die neuen Götter auch erkennen, daß wir keine Werbung und Qualität wollen. Aber vielleicht liegt es auch am Menschen: er ist nicht perfekt. Wird Zeit, daß wir wieder jemanden aus dem Paradies verbannen - nur wen?

Samstag, 12. März 2016

Ich will die Mauer wieder haben

Es bleibt peinlich, wenn es um die Flüchtlingspolitik geht. Millionen frieren, hungern, sind verängstigt, weil (demokratisch gewählte) Faschisten und nationale Volkshetzer in den deutschen und europäischen Reihen demagogische, bierseelige Stammtisch- und Latrinenparolen verbreiten, um sich zu profilieren und nach 70 Jahren denken, daß ihre bisher kaschierte nationalistische Fremdenfeindlichkeit und Volk-von-Gottes-Gnaden-Denke endlich wieder salonfähig ist.
Wen wundert's, daß die nationalistisch Verbohrten und die völkisch Verblödeten, eigentlich am dringendsten neues Blut in ihren Reihen bräuchten. Aber vielleicht ist es auch ganz gut, wenn Länder, in denen solche Nazi-Politiker und Bürger leben, aussterben: "In den neuen Bundesländern sterben seit 1969 Jahr für Jahr mehr Leute, als geboren werden, in den alten Bundesländern ist das seit 1972 der Fall"[1]. Ich hoffe, das geht hier und im Osten schneller voran - dann ist endlich Lebensraum im Osten für Menschen, die es vielleicht würdigen.
Es ist ja auch nur der übliche Politiker-Irrsinn, daß man lieber einen Grenzzaun in jedem Land hochzieht, der Milliarden kostet, als daß man den Menschen für ein paar Millionen hilft.
Um den aktuellen Anne-Frank-Film frei zu zitieren: "Da, wo sieben Menschen satt werden, werden es auch acht." Oder:Da, wo 81,5 Millionen in Wohlstand leben, sollten es 92,9 Millionen (11,41 Millionen - das sind die gleichen 14 % wie im Hinterhaus) mehr auch können. Was sind angesichts dieser gigantischen Kapazität die real existierenden 1 Millionen Flüchtlinge?

Samstag, 6. Februar 2016

Unbezahlter Mitarbeiter bei Goolge werden

CAPTCHAs sind eine praktische Methode sicherzustellen, daß der Anwender ein Mensch ist und nicht irgendeine Software sich (automatisch) Zugang verschaffen will. Meistens handelt es sich dabei um irgendwelche sinnlosen Zeichen. Google dachte sich, daß man das Potential der zig-Tausend oder Millionen täglicher Abfragen auch sinnvoll nutzen kann. Ein Projekt von Google besteht darin, (alte) Bücher zu scannen und zu veröffentlichen. Damit die Texte durchsucht werden können, ist eine Schrifterkennung (OCR) notwendig. Diese scheitert sehr oft bei alten Vorlagen, weil die Schrifttypen sehr verschieden sind und die Vorlagen oft von schlechter Qualität oder verschmutzt sind. Menschen sind in der Lage, die Wörter trotzdem zu erkennen. In den Captchas wird deshalb ein unbekanntes Wort und ein bekanntest Wort angezeigt.

Der Benutzer gibt beide ein. Ist die Eingabe des bekannten Wortes korrekt, gilt der Benutzer über das Captcha als verifiziert und die Eingabe für das unbekannte Wort wird gespeichert. Das unbekannte Wort wird einer Vielzahl an Benutzern gezeigt. In der Datenbank entsteht so ein Sammlung von Eingaben. Das Wort, welches am häufigsten eingegeben wurde, dürfte mit relativ hoher Sicherheit das richtige sein. So können Tippfehler und andere Fehlerquellen minimiert werden. Durch die hohe Anzahl an Teilnehmern werden so relativ schnell viele Wörter erkannt und können voll automatisch in die Texterkennung übernommen werden.
Das ist eigentlich eine gute und sinnvolle Idee. Natürlich birgt die Nutzung von Google-Diensten wie immer die Gefahr, daß Google weitere Daten sammelt und Profile erstellt. Google kann jedes Captcha einer Anwendung zuordnen, da sich derjenige, der das Captcha anzeigen will, um den Nutzer zu überprüfen, für die Nutzung von reCaptcha bei Google eine Kennung besorgen muß.
Seit 2012 ging Google dazu über, auch gelegentlich Hausnummer anzuzeigen, die deren Streeview-Fahrzeuge aufgenommen haben. Das passierte aber nur gelegentlich und es war problemlos möglich, das jeweilige Captcha zu überspringen und wieder ein herkömmliches zu bekommen. Jetzt geht reCaptcha aber weiter und läßt massiv Straßenschilder bearbeiten. Es werden keine anderen Texte mehr präsentiert. Damit versucht Google seinen eigenen Streetview Dienst zu optimieren. Der Benutzer wird somit zum unbezahlten Mitarbeiter bei Google ohne daß die Allgemeinheit davon wirklich profitiert.