Dienstag, 2. September 2014

Fünf-Jahresplan nicht erfüllt

Knöllchen bringen zu wenig Geld.
Die Politessen in Neuruppin verteilen weniger Knöllchen als geplant. Die Stadt hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Strafgelder kassiert als geplant war. Und auch 2014 muss Neuruppin wohl auf Einnahmen verzichten. Die Belastung für die Bürger sei schon groß genug, so Golde. Da müsse der Ärger der Neuruppiner nicht noch durch Strafzettel verstärkt werden.
Quelle: http://www.maz-online.de/Lokales/Ostprignitz-Ruppin/Knoellchen-bringen-zu-wenig-Geld
Oh danke lieber Bürgermeister. Es liegt also allein im Ermessen der Verwaltung, wieviel sie kassiert. Der Bürger kann noch so korrekt parken - es wird so lange abkassiert, wie es gebraucht wird. Sind Strafzettel nicht eigentlich dazu da, den unvernünftigen Bürger zu Maßregeln auf das er sich bessere? Wenn Sie zu wenig Geld haben, dann ändern Sie Ihre Politik. Wenn der Bürger sich ganz im Sinne der angewendeten Rechtsmittel bessert und weniger zum Haushalt beiträgt, dann dürfen Sie sich das nicht als Wohltat auf die Fahne schreiben - sondern auf die Lernfähigkeit der Autofahrer. Vielleicht könnten die unterbeschäftigten Politessen (die ja im Grunde nur Hilfsarbeiter des Ordnungsamtes sind) ja auch einfach mal andere Verkehrsteilnehmer schröpfen? Wie wäre es mit Fahrradfahrern, die auf dem Gehweg (und in falscher Richtung) unterwegs sind? Oder auf den von Hunden vollgeschissenen Grünflächen.

Aber was wir alle schon immer im tiefsten Inneren wußten: Das ganze dient nur die Finanzierung eines maroden Stadthaushaltes - für den Politiker verantwortlich sind. Und beim Autofahrer ist das Blutsaugen einfach: Er hat per Definition Geld, ist aufgrund des Kennzeichens auch jederzeit auffindbar (und der Handlanger bleibt gemütlich anonym, da der Kontakt zum Bürger nicht notwendig ist) und die Rechtslage ist so schön einfach und finanziell lukrativ.
Da passen Geschwindigkeitskontrollen prima in das Bild der behördlichen Wegelagerei - erst Recht, wenn dafür extra Flächen geschaffen werden (wie z. B. neben der A24 an der Baustelle der B167), damit die Büttel sich gut im Unterholz tarnen und verschanzen können. Das haben einige der Schergen ja schon zu DDR-Zeiten gelernt, als mit künstlich geschaffenem natürlichen Sichtschutz die Transitreisenden abgezockt wurden. Geschichte wiederholt sich.
Wie wäre es mit einem neuen Gedankenspiel: Abschaffung oder Reduzierung der Amtsdiener, mehr freie Parkplätze zur Förderung der lokalen Wirtschaft (die nicht über mehrere Hektar betonierter Parkplatzfläche wie am Reiz verfügt) und zum Wohlbefinden der Anwohner (die dann vielleicht auch den ganzen maroden Leerstand interessanter finden). Das spart Geld und bringt viel neues Geld (Mehrwertsteuer für den Staat, Einkommenssteuer, Gewerbesteuer, Grundsteuer usw. für die Stadt). Geld, welches vom Bürger unbemerkt kommt und ihn deswegen auch nicht verärgert. Und dann dürfen sie auch wirklich behaupten, daß sie etwas für den Bürger und sein Wohlergehen tun.

Aber bitte, lieber Bürgermeister und lieber Stadtverwaltung: stellt Euch nicht als Wohltäter hin, nur weil die Finanzen nicht wie erträumt sprudeln.


Sonntag, 10. August 2014

Das große Neuruppiner Verkehrsquiz

Wer in Neuruppin unterwegs ist, sollte sich im Schilderwald und Vorschriftendickicht auskennen. Einheimische haben da manchmal so ihre Defizite. Wer will, kann sich hier testen.

Es gilt die Situation und Gesetzeslage zum Zeitpunkt der Aufnahme im August 2014

Die Lösungen sind zusammen mit einem Diskussionsforum auf einer anderen Webseite zu finden.


Frage 1


Ein Fahrzeug will nach links abbiegen. Wo muß es sich hier einordnen?

[A]
[B]


Frage 2


Ein Fahrzeug will links abbiegen. Wo kann es sich einordnen (warten)?

[A]
[B]


Frage 3


Wo darf man hier mit einem PKW jederzeit und unbegrenzt parken?

[A]
[B]


Frage 4


Welches Schild ist überflüssig und nur "Schilderwald" (Schildbeschriftung: 06-18h)?

[A]
[B]
[C]


Frage 5


Wo darf man hier nachts (von 18-6 Uhr) parken (Schildbeschriftung: 06-18h)?

[A]
[B]
[C]


Frage 6



Sie wollen links abbiegen. Die Ampel zeigt Rot. Wo bleiben Sie stehen, um zu warten?

[A]
[B]


Frage 7


Wer hat Vorfahrt?

[A]
[B]


Frage 8


Wo darf man hier tagsüber (von 6-18 Uhr) parken (Schildbeschriftung: 06-18h)?

[A]
[B]
[C]


... Fortsetzung folgt


Samstag, 9. August 2014

Zum Streit gehören immer zwei

"Amazon setzt den Buchhandel unter Druck."
"Es tobt ein Streit zwischen Amazon und Verlagen um E-Book-Preise. Der Versand-Gigant will weniger für E-Books zahlen. Um Druck zu machen, verzögert er die Auslieferung von Büchern." (Video)

Na klar versucht Amazon das. Dazu ist man marktbeherrschender Globalplayer.

Bild:Wikipedia
Aber es gehören zwei zu dem Spiel. Wieso lassen sich die Verlage unter Druck setzen? Amazon hat (noch) kein Monopol. Es gibt genügend und bessere Alternativen. Allein schon, um dem Datenkraken Amazon aus dem Weg zu gehen, sollte man beim lokalen Buchhändler oder einem alternativen Online-Shop kaufen (z. B. buch.de, buecher.de oder thalia.de). Ich schaue bei Amazon gerne mal in die Rezensionen oder "Blick ins Buch" und kaufe dann woanders. Bücher kosten in Deutschland überall genau gleich viel. Und der Versand ist bei allen Shops kostenlos, da sie so den Rabatt, den sie offiziell nicht auf den Buchpreis gewähren dürfen, doch einräumen können.

Warum lassen sich die Verlage also so unter Druck setzen? Vor Amazon-Zeiten haben sie doch auch ihre Werke verkauft. Wenn Amazon zu hohe Rabatte haben will oder die Vorbestellungen verweigert oder die Lieferzeit verzögert oder hohe Nebenkosten verursacht, um im Streit gegen Verdi mehr Macht zu haben, dann kündige ich als Verlag meinen Vertrag mit denen oder spiele das gleiche Lieferzeitenspiel oder räume anderen Händler mehr Rabatt ein. Es ist ja nicht so, daß ein Verlag keine anderen Vertriebswege hat. Sicher kommen heute viele Kunden über Amazon aber wenn man den Pakt mit dem Teufel aus Habgier eingegangen ist, heißt das nicht, daß man sich nicht umentscheiden kann. Und wenn ich als Verlag einen Bestseller (oder ein anderes renommiertes Werk wie zum Beispiel die Beck-Texte bei dtv, die sich ebenfalls aufregen) im Programm habe, dann wird der auch verkauft werden, wenn er nicht bei Amazon zu finden ist.
Natürlich wird es ein paar Gewinneinbußen geben. Aber die Verlage haben schon vor Amazon ge- und überlebt. Sie werden es auch ohne Amazon (hoffentlich) weiter können - erst Recht, wenn sie ihre Muskeln spielen lassen und sich wehren.

Leichter gesagt als getan? Ich selbst vertreibe auch Produkte. Ich nutzte dazu weder ebay noch Amazon und trotzdem finden die Kunden zu mir. Vielleicht könnte ich mehr auf deren Handelsplattformen verkaufen. Aber soll ich deshalb auch mein Gewissen verkaufen (und mich z. B. zwingen lassen, daß unsichere PayPal anzubieten oder zu garantieren, daß meine Produkte nirgends billiger zu finden sind)?

Es genügt doch schon, wenn der Staat sich erpressen läßt. Mit dem Versprechen auf Arbeitsplätze. Es werden Gewerbeflächen freigegeben, Sonderrechte erteilt, Fördergelder rausgeschmissen. Und dafür verzichtet der Saat auf Steuereinnahmen usw.
Bild: Michael Schmalenstroer




Donnerstag, 10. April 2014

Auf den Spuren der Holländer

Heute habe ich im Supermarkt 4 Kilo schnittfestes Wasser gekauft. Auf dem Etikett stand zwar, daß es sich um Erdbeeren aus Spanien handeln soll, doch ein Geschmackstest ließ das nicht erahnen. Ich war froh, daß ich eigentlich Marmelade kochen wollte. So konnte ich die wenigen schönen Exemplare aussortieren, um sie später à la nature zu essen. Die meisten waren außen zwar knallrot und schön, entpuppten sich aber beim zerschneiden als blaß-weiße Substanz. Und obwohl ich im Laden schon jede Packung in Augenschein nahm, war in fast jeder Schale ein schimmliges Exemplar drin.

Die Niederländer haben das vor Jahren auch schon gemacht: Geschmacklose, aber haltbare Hochleistungstomaten (Sorte Roma), mit für den Züchter und Händler idealen Eigenschaften (dicke, stoßunempfindliche Schale, schönes rot, gleichförmiger Wuchs, große Wasserspeicherkapazität für ein hohes Gewicht) unter Quadratkilometern von Plastikplane auf Nährboden mit ganz viel Wasser begießen. Der Kunde hat's gekauft. Anfangs, weil sie schön aussahen, später, weil sie billig waren, noch später, weil's keine anderen mehr zu kaufen gab. Seit einigen Jahren rudern die Flachländler nun kräftig zurück und bieten die "neuen" Sorten wie sauer Bier an. Seit dem gibt's im Supermarkt Fleischtomaten, Rispentomaten, Kirschtomaten, Datteltomaten, Cocktailtomaten, Honigtomaten mit eigener Website, Geschmackstomaten, Ochsenherzen, Kumatos usw. Alle buhlen um die Gunst des Kunden und sollen uns davon überzeugen, daß die Käsköppe auch Geschmack können. Der Kunde hatte es nämlich satt, die dicken langweiligen Wasserbomben zu akzeptieren. Vielleicht, weil er im Ausland gesehen hat, daß es auch anders geht. Schon mal in Frankreich Tomaten gekauft? Die haben nur zwei Sorten im Supermarkt. Eine ist billig und die andere schmeckt. So ähnlich dürfte es in anderen mediterranen Ländern auch sein. Nur bei uns gibt es jetzt eine Schwemme an Sorten. Sie sehen alle anders aus, schmecken aber dennoch kein bißchen nach Tomate. Das einzige, was es (noch) nicht zu kaufen gibt, sind Tomaccos.

Exotische Sorten und Namen wie "Bullenherz" sollen das Besondere vorgaukeln. Trotzdem bleibt es dabei: geschmackloses, blasses Wasser aus den Niederlanden, das kaum von einer Gurke zu unterscheiden ist. Ohne Sonne und Reifung an der Pflanze und nicht im LKW geht es eben nicht.

Jetzt wiederholen die Spanier (und andere) dieses Spielchen mit anderen Früchten wie eben meinen Erdbeeren. Selbst die von mir selektierten und auch innen roten und vermeintlich reifen Früchte schmeckten nur sauer und das durch einen Berg Sprühsahne und Zucker hindurch. Pur wären sie wohl gar nicht eßbar.
Im Gegensatz zu den Niederländern haben die Spanier aber nicht genügend Wasser und greifen illegal auf Tiefbrunnen etc. zurück. Dadurch fördern Sie die Wüstenbildung und Trinkwasserknappheit. Wir schlagen uns also erst den Bauch mit dem von uns importierten Wasser voll und finanzieren gleichzeitig die EU Hilfsmaßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz und in ein paar Jahren die Wasserprojekte und Hilfsmaßnahmen für Bauern, die "freiwillig" auf den schwachsinnigen und jetzt noch mit Agrarfördermitteln angeheizten Anbau verzichten und wieder zurück zu traditionellen und weniger durstigen Pflanzen wechseln.

Erinnern Sie sich an meinen Beitrag zu Brot? Geschichte wiederholt sich. Ich würde gerne mehr Geld für bessere Früchte ausgeben. Aber es gibt keine besseren. Nur teurere. Die sind dann Öko oder vom Bauern aus der Region. Aber von denen gibt's auch Tomaten. Nur schmecken tun die nicht besser, denn es sind die gleichen Industriesorten nur ohne Anti-Ökozusätze.

Dienstag, 8. April 2014

Das Ende ist nah - Die XP Lüge

"Für Nutzer von Windows XP besteht ab heute beim Surfen im Internet ein erhöhtes Sicherheitsrisiko." So leitete die Tagesschau heute ihren Beitrag zum Thema auslaufender Support für XP ein (11:53).

Eine glatte Lüge, Fehlinformation, lückenhafte Berichterstattung und Panikmache.

Erstens, wurde heute das Surfen (und alles andere) noch mal sicherer gemacht. Es gab nämlich ein weiteres (wenn auch ein angeblich) letztes Sicherheitsupdates. Es wurden also Lücken, die bisher offen waren, (hoffentlich) geschlossen. Man könnte auch behaupten, daß Surfen mit Windows 8 wird unsicherer. Immerhin kann es gut sein, daß die heutigen Updates für Windows 8 eine neue Sicherheitslücke aufreißen, die erst irgendwann vielleicht geschlossen wird - alles schon vorgekommen.

Zweitens wird das Surfen nicht unsicherer. Es steigt nur die Wahrscheinlichkeit, daß Lücken in der Sicherheit aktiver ausgenutzt, da nicht mehr behoben werden und es sich so für Angreifer mehr lohnt, Schadsoftware zu entwickeln, anstatt solche für Lücken zu schreiben, die bald geschlossen werden (was in Microsoftschen Maßstäben Jahre sein können). Davon ist das Surfen betroffen, aber vor allem der Emailverkehr und dort der unbedachte fahrlässige Umgang mit Emails, wie er schon seit Jahren unsicher ist.

Zudem endet auch der Support für Office 2003.

Warum also diese Panikmache in den Medien?

Weil Microsoft prima an der Sache verdient: Neue Windows Versionen verkaufen, neue PCs verkaufen, Support Hotlines usw. Die Industrie freut sich also und reibt sich die Hände, handelt es sich doch um ein probates Mittel, stagnierende Umsatzzahlen anzukurbeln. Ich nutze kein Windows XP mehr, obwohl es mir nicht leicht fiel. Office 2003 werde ich aber weiter nutzen. Ein Update ist mir zu teuer und ich will kein Ribbon. Ich nutze Office im Profisegment und beherrsche die Funktionen, so daß ich mich nicht von nervenden Büroklammern etc. belästigen lassen muß. Auch habe ich keine Lust auf das herumgeiere mit den Kacheln: Wenn ich erst alle Fenster schließen oder verkleinern muß, damit ich eine Kachel auf dem Desktop anklicken kann, dann nervt das. Ist aber natürlich genau im Stile der DAUs, die nicht kapieren, daß man ein Fenster verkleinern kann und nicht immer das ganze Programm beenden muß, wenn man gerade mal was anderes machen will.

Also was machen? Panik? Nein. Ganz ruhig bleiben. Da einige Staaten so dämlich sind, Ihre IT nicht aktuell zu halten, sondern lieber mehr Geld in ein Jahr Support bei MS zu investieren, als es kosten würde, selbst ein Betriebssystem zu schreiben oder eine neue Version zu kaufen oder eine Freeware zu nutzen, nur um dann in einem Jahr festzustellen, daß wieder mal nur ein Investitionsstau produziert, das Problem aber durch die Vogel-Strauß-Haltung nicht beseitigt wurde, wird es weiter Updates geben. Finanziert mit Steuergeldern - ein super Coup von MS.

Außerdem verhindern die Updates des Betriebssystems sowieso nur wenige Probleme. Dafür kommen sie oft genug viel zu spät. Es gibt ein paar einfache Maßnahmen, die schon immer galten und immer gültig sein werden:

  1. Halte Deine Programme aktuell wenn es geht. 
  2. Nutze keine Microsoftprogramme zum Surfen (Internet Explorer) und für Emails (Outlook (Express)).
  3. Installiere eine Firewall
  4. Installiere einen Virenscanner
  5. Installiere Anti Spy Erweiterungen in Deinem Browser.
  6. Öffne keine Anhänge in Emails, die Du nicht erwartest. Auch wenn die Email von einem Bekannten kommt. Erst Recht nicht, wenn die Email auf einmal fremdsprachig ist oder keinen Bezug zum Anhang oder der Beziehung zwischen Dir und Deinem Kommunikationspartner enthält. Erst nachfragen, ob das mit Absicht war.
  7. Verschicke selber keine Anhänge in proprietären Formaten wie Excel, Word, Powerpoint und Co. Nutze (offene) Formate wie PDF, XML, RTF, ZIP
  8. Klicke auf keine Links in Emails, nur weil dort steht, Du sollst es tun. Paypal, Deine Bank, Amazon, ebay usw. werden Dich nach einer Anmeldung auf deren Webseiten informieren, wenn Du was zu erledigen hast. Sie werden Dir keine Emails schicken, in denen so was steht. Und wenn doch: löschen. 
  9. Melde Dich stets bei allen Webseiten nur dann an, wenn Du von Dir aus auf deren Webseite gekommen bist (z. B. durch eingeben der URL oder durch Auswahl eines Lesezeichens im Browser) und nicht per Link hingeleitet wurdest. 
  10. Nutze sichere und verschiedene Paßwörter. Wechsel die Paßwörter gelegentlich mal.
  11. Speichere keine Paßwörter oder TAN Listen mit Hilfsprogrammen oder sonst wie auf dem PC.
  12. Disketten (Häh?), CDs, USB Sticks von Fremden haben im eigenen PC nicht zu suchen, wenn kein Virenscanner läuft. Der Datenträger sollte nach dem Einlegen manuell mit dem Virenscanner analysiert werden.
  13. Deaktiviere die Autostartfunktion.
  14. Deaktiviere das Booten von CD, Diskette, Netzwerk oder USB Stick.
  15. Nutze kabelgebundene Netzwerkzugänge und vermeide WLAN und Bluetooth. Schalte WLAN am Router ab. Aktiviere im Router die MAC-Filterung.
  16. Fragwürdige Dateien zusätzlich von Webvirenscannern prüfen lassen.
  17. Mache regelmäßig Backups.
  18. Schalte Dein Hirn ein.
Übrigens: Du weißt bei den meisten Dingen gar nicht wovon die Rede ist oder wie das funktioniert? Und Du glaubst, vor Deiner Unwissenheit kann Dich ein Update schützen? Ehrlich gesagt: Du hast nichts an einem PC verloren. Such' Dir ein neues Hobby oder nimm ein Buch und fange an zu lernen, wie man die Technik beherrscht und nicht von ihr beherrscht wird.

Freitag, 14. März 2014

Warum passen mir meine Klamotten nicht mehr?

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, ob Sie immer fetter werden? Alle paar Jahre braucht man scheinbar eine neue, größere Kleidergröße. Anstatt L, ist es nun XL. Oder sind Sie schon so weit, daß die Xe durch Zahlen zusammengefaßt werden? 4XL? Will ich ein T-Shirt, daß meine Nieren wärmt, dann muß es so ein Sack sein, da alle kleineren Größen schon an der Taille aufhören. Problematisch ist nur, daß gleichzeitig die Modeindustrie nur noch gewillt ist, die sportlichen auszustatten, denn mehr als XL ist kaum im regulären Angebot. Nach dem Motto, fette Kunden sollen gar nicht mit unserem Label in Verbindung gebracht werden und so uncooles Volk wollen wir gar nicht als Kunden. Oder wieso muß ich Schuhgröße 40 kaufen, wenn ich doch real nur eine 38 oder 39 habe? Bei Reno wird deshalb sogar extra auf jeden Karton ein Aufkleber gepappt: "Echte Größe ...". Und die ist immer geringer, als die vom Hersteller genannte. Können die chinesischen Kinderarbeiter nicht richtig messen? Ist es cool geworden, wenn man behaupten kann, man habe einen 40er Quadratlatschen? Früher zwängten sich die Frauen doch lieber in zu kleine Schuhe, als zuzugeben, daß Sie 'ne 39 haben.

Aber egal, es geht eigentlich gar nicht um Klamotten, sondern um Waschmittel.
Genau hingesehen? Die gleiche (Kleider-) Größe "XL" ist nun weniger groß: Nur noch 44 anstatt 48 Wäschen sind möglich. Das nennt man dann natürlich nicht "L", sondern "Neue Formel". Die kann aber gar nicht Schuld sein, denn es ist auch weniger Inhalt in der Flasche (3,212 l anstatt 3,504 l). In beiden Fällen ergibt das die gleiche Menge benötigten Waschmittels (73 ml) pro Waschgang. Die neue Flasche ist dafür optisch größer, obwohl weniger drin ist. Der direkte Vergleich zeigt den betrügerischen Trick: Sie ist einfach dünner (weniger bauchig).
Die Mode lebt es vor und Henkel schließt sich dem Trend einfach an. Das ist allerdings nicht "die schlaue Art zu waschen", sondern die schlaue Art, den Kunden zu neppen. Schade, daß ich nicht mehr nachschauen kann, was die "echte" XL Flasche mal gekostet hat und ob die Mogel-XL wenigstens günstiger ist.

Donnerstag, 13. März 2014

Luther oder die E-Mobil Lüge

Es ist schön: Die Industrie will ein total unsinniges Produkt bewerben und Politiker und Journalisten plappern die dummdreisten Märchen eifrig nach. Es geht um Elektroautos.
Die Politik hat beschlossen, daß der Ausstoß an Abgasen reduziert werden soll. Anstatt nun einfach eine Obergrenze pro Fahrzeug festzulegen, hat man sich von der Autolobby breitschlagen lassen und eine Art Ablaßhandel geschaffen: Die Obergrenze wird auf die Gesamtproduktion des Herstellers bezogen. Anders  ausgedrückt: Wenn VW eine Dreckschleuder mit den Abgaswerten eines Panzers baut, dann brauchen sie nur noch zwei Fahrräder mit Null Emission herzustellen und die relevanten Abgaßwerte von VW reduzieren sich um zwei Drittel. Das dies der Umwelt nicht hilft, ist jedem klar. Nur den Politikern und den Autojournalisten nicht.
Autos produzieren Abgase. Die großen Wagen oft gar nicht mal die meisten, denn da ist Platz und vor allem Geld für wirtschaftliche Motoren etc. Es gibt auch viel mehr Golf als Q7 auf den Straßen. Und es gilt ja auch nur der schöngefärbte Abgasausstoß bei Normalverbrauch. Als ob ein Fahrer einer übermotorisierten protzigen Potenzkrücke je den Normalverbrauch erreichen würde. Und der durch Lobbyarbeit der Autoindustrie vorherrschende Verbrauchstest erlaubt sowieso schon so viele Tricksereien, daß die angegebenen Werte seit Jahren bei den meisten Fahrzeugen unrealistisch niedrig sind (Tabelle, PDF). Das fördert nicht nur den Absatz, sondern färbt die Umweltbilanz auch noch schön, denn der Abgasausstoß wird allein auf Basis des vom Hersteller genannten Normverbrauchs berechnet. Der Staat glaubt das einfach blind und prüft es nicht nach. Die Autojournalisten veröffentlichen solche Tatsachen auch nur spärlich (selbst der ADAC mit seinem Mitgliederwerbeblatt nicht, der vermutlich der Automobilindustrie zu Nahe steht, um denen auf die Füße zu treten, auch wenn er selbst die Daten ermitteln läßt) glauben auch lieber dem Hersteller, als selber zu rechnen und verlassen sich inzwischen immer öfter auf die Verbrauchsanzeige im Fahrzeugcockpit - als ob die nicht auch schöngefärbt wäre, allein schon, um den Käufer zu beruhigen und ihm keine Daten zu liefern, die eine Regreßklage gegen den tatsächlichen Verbrauchswert erleichtern.
Tatsächlicher Mehrverbrauch im Vergleich zur Herstellerangabe (Download PDF). Nur zwei Fahrzeuge halten sich genau an die Herstellerangabe, wenige sind sogar besser (rechts im Bild). Erstaunlich viele Fahrzeuge mit Umweltfreundlichkeit suggerierenden "blue" im Namen verbrauchen dafür weit mehr als für ein "Öko"-Auto eigentlich akzeptabel.
Also was machen? Fahrräder als Ausgleich dürften nicht zählen. Bauen wir Elektroautos. Das ist ganz einfach und aus Sicht der Autoindustrie auch sehr praktisch. Es ist nämlich eine absolut unbrauchbare und tote Technik. Das wissen die schon seit mehr als 100 Jahren. Wer will schon die gesamte Nutzlast eines PKW an die Akkus verlieren, oder mehrere Stunden (in der Summe gar Tage) auf der Urlaubsfahrt an der Ladestation verbringen und für all das auch noch viel viel mehr Geld ausgeben? Keiner. Also schafft man sich keine Konkurrenz zu den eben noch beworbenen eigenen neuen Modellen und der Kunde kauft das, was er soll: Ein dem Hersteller bekanntes und beherrschtes Produkt, an dem er verdient.
Elektroautos sind vielleicht gerade mal dort sinnvoll, wo nur extrem kurze Strecken mit genau bekannten Reichweiten oder vielen Start- und Stopvorgängen vorkommen und das Auto nachts geladen werden kann. Das sind lokale Lieferdienste (Post) oder häusliche Krankenpfleger, Drittwagen für den Lebensmitteleinkauf oder Rentner etc. die selten und wenig Mobilität brauchen.
Derzeit kann die Industrie aber prima zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es kann viel Geld aus öffentlichen Fördermitteln in unnützer Forschung verbrannt werden. Nebenbei fallen auch noch (staatlich geförderte) Erkenntnisse für Verbrennungsmotoren und deren Antriebstechnik ab. Eigene Mittel sind durch die Industrie kaum aufzubringen oder werden einfach steuermindernd abgeschrieben. Der Ablaßhandel blüht: Man produziere völlig unnütze und überteuerte Elektroautos und verkaufe die auf dem Papier an Großabnehmer wie öffentliche Einrichtungen oder Mietwagenfirmen. Diese dürfen sich dann mit den (logistischen) Problemen und technischen Fehlern herumschlagen und die Wagen rosten auf irgendwelchen Abstellplätzen munter vor sich hin, weil keiner sie nutzen kann oder will. Gleichzeitig hat der Automobilkonzern aber Geld (teilweise wieder vom Staat) mit dem Verkauf verdient und kann seine Konzernabgaswerte schönrechnen und das verdummte PS-Volk bejubelt noch das neue Öko-Image.
Woran man auch als Laie erkennt, daß die Industrie kein Interesse an Elektroautos hat? Weil sie wie zu Edisons Zeiten einfach ihre alten Kutschen mit einem Akkupack und einem Elektromotor ausrüstet, anstatt neues zu konstruieren. Dann werden noch ein paar schicke Aufkleber draufgepappt, die irgendwie grün, blau "E" oder "i" suggerieren und schon hat man etwas, worüber jeder Autojournalist geifernd berichtet.
Damals wie Heute. Der Unterschied findet sich nur in Preis und Karosserieform.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:1900_Flocken_Elektrowagen_Hofgarten.jpg?uselang=de
Das ist aus technischer Sicht natürlich Blödsinn. Ein Auto mit Verbrennungsmotor sieht heute so aus und funktioniert, wie wir es kennen, weil die Kraftquelle an einer (zentralen) Stelle sitzt. Fahrzeughersteller, die seit vielen Jahren Elektromotoren (nicht im Auto) nutzen, haben inzwischen erkannt, daß ein neu konstruiertes Elektrofahrzeug viel effektiver arbeiten kann.
Beispiel für eine veraltete konstruktionsweise, wie sie die Automobilindustrie noch immer vorlebt: zentrale Elektromotoren und Stangenantriebe.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:PRR_DD1_running_gear.jpg
Anstatt die Kraft in einem Motor zu erzeugen und dann über Achsen, Getriebe, Differential, Kardanwelle usw. zu verteilen, wobei erhebliche Verluste durch Reibung der mechanischen Teile und unnötiges Gewicht entsteht, erzeugt man die Kraft einfach da, wo sie gebraucht wird: Direkt am Rad. Beim Auto an allen vier Rädern. Das nennt sich Radnabenmotor. Dadurch fallen sämtliche Übertragungsverlust weg und es ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, weil beim Bremsen die Motoren an jedem Rad bedarfsgerecht als Dynamo mitwirken und Energie "zurückgewinnen" können. Das Auto hätte zudem einen echten Vierradantrieb und es ließe sich eine optimale, situationsabhängige Straßenlage ansteuern, wie sonst nur bei hochentwickelten (und teuren sowie schweren) Allradantrieben möglich ist. Den gewonnen Platz im Motorraum könnte man dann mit Akkus vollpacken.

Warum entwickelt das kein Fahrzeughersteller?

Ganz einfach: kein Interesse. Wissen tun die das alles auch. In der Schublade liegen die Konstruktionen bestimmt längst. Aber wieso damit rausrücken? Noch sponsert die Politik doch andere Forschungsarbeiten und läßt sich einfach mit ein paar Aufklebern am Fahrzeugheck und markigen Werbesprüchen zufriedenstellen. Elektromobilität mit Akkuzellen als Energiespeicher ist schon seit vielen Jahren eine Totgeburt. Aber erst einmal lassen sich prima Gelder abschöpfen. Und seit Jahrzehnten verspricht die Akkuindustrie uns Verbrauchern Akkus ohne Memoryeffekt und ähnlichem. Wer hat je einen Akku gesehen, der auch nur annähernd so lange hielt wie versprochen? Selbst die Lithium-Ionen Akkus machen viel zu früh schlapp, halten die Kapazität nicht mehr und sind dazu noch teuer. Schon mal einen Akku für eine Digicam neu gekauft? Vom Originalhersteller kosten die locker mal 60 Euro. Chinesische Nachbauten nur wenige Euros - halten dafür aber noch weniger lange. Akkus fürs Auto kann man wohl kaum bei ebay kaufen. Also muß man die zu erwartenden Wucherpreise der Automobilhersteller zahlen. Erst wenn das Ende der Sackgasse auch dem letzten Idioten klar geworden ist, wird man sich daran erinnern, daß es schon lange eine brauchbare Alternative gibt: Wasserstoff. Das Zeug kann man auch mit den hierzulande in die Landschaft gepflasterten Windkrafträdern und Solarparks erzeugen und vor allem dauerhaft speichern und verlustfrei transportieren. Ein Tankvorgang dauert nicht mehrere Stunden, sondern so wie bei Benzin auch, nur wenige Minuten. Es ist sicher, unendlich vorhanden und umweltfreundlich, da abgasfrei. Erfolgreich erprobt ist es zudem auch schon bei vielen (teilweise exotischen) Fahrzeugen. Ein klein wenig mehr Forschung in diesem Gebiet würde sicher enorme Fortschritte bringen und wie sich dabei bereits zeigte ist es auch hier wieder wichtig, sich von den historischen Kutschenkonstruktion zu verabschieden und neue Fahrzeuge zu konstruieren, anstatt einfach am alten weiterzufrickeln.

Aber erst einmal sahnt die Industrie schön die Fördergelder für Elektroautos ab, um dann in ein paar Jahren still und heimlich umzuschwenken (wenn in allen Städten teure E-Tankstellen an Parkplätzen installiert wurden, für die wieder ein, den Autoherstellern naher Geschäftspartner, ebenfalls viel Geld kassiert hat und Parken für normale Fahrzeuge immer mehr verboten wurde). Dann kann man wieder neue Fördergelder einstreichen, sich als innovativ feiern lassen und trotzdem weiter die alten Verbrennungsmototren verkaufen, deren Entwicklung sich über die Jahre immer mehr amortisiert hat und an deren Fortbestehen die Ölindustrie ein ganz erhebliches mafiöses Interesse hat.

Es wird Zeit, daß mal wieder jemand ein Blatt Papier an eine Kirchentür nagelt!

Sonntag, 2. März 2014

Ab in den Urlaub?

Im Sommer soll's eine Pauschalreise sein. Nichts außergewöhnliches: Ein Erwachsener, ein Kind, zwei Wochen, Sonne.
Schon mal versucht, bei einem der viel beworbenen Reiseportale so was zu finden? Ein Alptraum. Wie kann es nur sein, daß die so viel Werbung für sich machen und dann auch noch gut abschneiden? Alle sind sie grauenhaft schlecht und völlig unbefriedigend. Das Last-Minute und Frühbucherrabatt nur eine Werbeidee der Reiseindustrie sind und dem Urlauber kaum echten Gewinn bringen, ist wohl inzwischen bekannt.
  • Die Eingabe des Reisezeitraums ist mühsam: Nur einige blenden auf Wunsch die Schulferientermine ein, manchmal falsch. Der genannte Zeitraum wird dann auch nur teilweise oder gar nicht eingehalten. Als ob ich im September weg wollen täte, wenn ich Juli vorgebe.
  • Wieso kann ich Berlin-Brandenburg (BBI/BER) als Abflughafen wählen? In den letzten Jahren und auch in den nächsten zwei bis drei findet von dort kein einziger Flug statt. Das sollte sich doch langsam herumgesprochen haben
Quelle: http://www.lastminute.de
  • Andauernd gehen Werbefenster für Partnerseiten auf: www.ab-in-den-urlaub.de, www.travel24.com, www.reisen.de. Für die Hotelinfos etc. aber nicht, so daß man immer wieder seitenweise zurückklicken muß.
  • Sucht man nach alternativen Reisezielen oder Optionen, hat das Portal auf einmal alle Angaben vergessen und man muß von vorne anfangen. Noch nie was von Sessions und Cookies gehört?
  • Die Partnerseiten sehen alle irgendwie verdächtig gleich aus - vor allem bei der Präsentation der Suchergebnisse. Was soll die Farce?
Ok, fahren wir nach Bulgarien.
Nehmen wir das billige Hotel Orbita.
Quelle: http://www.ab-in-den-urlaub.de Quelle: http://pauschalreisen.travelscout24.de
Und obwohl ja alle Webportale damit vollmundig werben, die besten zu sein, für uns das günstigste Angebot finden und überhaupt die tollsten sind, unterscheiden sich die Treffer doch erheblich vor allem bei den Reiseunternehmern:
Quelle: http://pauschalreisen.travelscout24.de Quelle: http://www.ab-in-den-urlaub.de
Komischerweise werden aus der Schar von Reiseanbietern die man so kennt gar keine aufgelistet. TUI, Neckerman, 1-2-Fly und Co fahren auf einmal nicht zum Ballermann II?
Ok, schauen wir trotzdem mal, was es denn so an Terminen gibt:
Quelle http://www.reisen.de
Wow, was für eine Zeitverschwendung. Und das immer wieder bei den verschiedensten Portalen, Hotels und Destinationen. Nicht selten verändert sich sogar der Preis (natürlich meist nach oben), sobald man sich für einen Termin näher interessiert.
Wieso werden mir dann die ganzen Angebote vorher angezeigt? Kann man die nicht gleich ausfiltern oder sind es nur Lockangebote? Oder soll ich glauben, daß zwischen der Auflistung der Hotels und meinem Klick auf die Terminprüfung so viele Reservierungen eingegangen sind? Will man mich da eventuell unter Druck setzen, schnell und unüberlegt irgendwas zu buchen, aus Torschlußpanik, bevor ich gar nichts mehr bekomme?
Aber ich bleibe ruhig und schau nach stundenlanger Suche und nervendem herumgeklicke in den Webfenstern noch bei einem der großen Namen nach. Und dort finde ich gleich ein passendes Angebot.
Quelle: http://www.tui.com
Verglichen mit "aktuelle Angebote und echte Hammerpreise" bei ab-in-den-urlaub.de, ein echtes und verfügbares Schnäppchen.
Quelle: http://www.ab-in-den-urlaub.de
ab-in-den-urlaub.de ist 170 Euro teurer für einen Tag weniger Urlaub. Ein echter Hammer. Vielleicht zahlt der Reiseanbieter "Discount Travel" (immerhin eine TUI Tochter) einfach zu wenig Provision an das Webportal?
Immerhin findet der "Testsieger" auch das günstige Angebot und besticht auch sonst am ehesten durch sinnvolle Funktionen und Benutzerkomfort, wenn er auch bei der Eingabe der Reisedaten Schwächen hat.
Quelle: http://urlaub.lastminute.de

Donnerstag, 30. Januar 2014

GRATIS mit Sternchen

Der Beschiß lauert einfach überall. Jetzt ist es der Knäckebrothersteller Wasa.
Quelle: Verpackung Wasa Vollkorn
Gratis: Frühstücksbrettchen. Nur zwei Packungen kaufen, Gutscheine einsenden, Gutscheincode bekommen, Brettchen gestalten und Brettchen bekommen.
Ja, so schön liest es sich. Trotzdem klingeln die Alarmglocken. Gratis? Doch sicher nicht. Trotzdem kaufe ich zwei Packungen (hätte ich aber sowieso gemacht). Auf den ersten und zweiten Blick fällt mir kein Haken auf. Zu Hause in Ruhe dann doch: reduzierte Versandkosten von 4,99 pro Brett.
Da haben wir's doch. Wäre  auch irgendwie verwunderlich, wenn man als Verbraucher nicht gelinkt werden soll. Angeblich sollen die Bretter ja fast 20 Euro kosten. So überteuert werden Sie beim Werbepartner auch tatsächlich angeboten. Bei ebay gibt's die für 10,50 (+2,50). Bei Wadoo für 13,95 (+4,90) und bei Lübeckgeschenke aus MDF für 9,90 (+1,90). Und selbst im Fotoshop kostet das Brett eigentlich auch nur 9,99. Wie so viele Onlineshop wirbt auch dieser Anbieter aggressiv mit Gutscheincodes, die man nach wenigen Sekunden Websuche findet. Mit "postkarte2014" spart man 10 Euro.
http://www.posterxxl.de/
Und dann kann ich mir das Motiv frei gestalten. Bei Wasa kann man hingegen nur seinen Namen oder einen anderen Text eingeben und darf sich dann über ein Schneidebrett in Knäckeoptik mit Werbeaufdruck erfreuen.
http://www.posterxxl.de/wasa#
4,99 bzw. gar 5,99 Euro für den Versand ist nebenbei bemerkt auch recht happig. Eine Warensendung kostet gerade mal 1,65 Porto und etwas für die Verpackung. Dies ist dann nicht versichert, aber eventuelle Verluste (die der Versender tragen muß) lassen sich Querfinanzieren. Bei Hermes kostet ein vollwertiges Paket lediglich etwa 3,50 - für Großkunden sicher noch weniger. 
Die beiden Partner werden bei der Aktion vielleicht keinen Gewinn machen. Aber die Verluste werden sich in Grenzen halten und immerhin bekommen sie so wertvolle Adreßdaten und einen prominenten Werbeplatz auf dem Frühstückstisch.

Wie wichtig den Unternehmen allein schon die Adreßdaten der Kunden sind, zeigt auch Nescafé: Beim Instant Plastikkaffee gewinnt jeder
Quelle: Verpackung Nescafé 3in2 StiX
Um aber festzustellen, was gewonnen wurde, wird man gezwungen, zuerst all seine persönlichen Daten anzugeben, bevor man den Gewinncode prüfen kann. Ich gebe da natürlich nur wilde Zeichenfolgen ein und stelle dann - wie erwartet - fest, daß ich wieder nur einen dieser Pseudo-Scheingewinne gekauft habe: Ein Rabatt für eine kostenpflichtige Aktion oder die Videoausleihe. Den Gutschein bekomme ich an meine für Spammer reservierte email-Adresse geschickt. Also wozu die Datenerhebung, wenn die Daten nicht verkauft oder mißbraucht werden sollen?

Sonntag, 26. Januar 2014

T(ime)-Machine

Im Fernsehen läuft derzeit eine total emotional-harmonisch-entspannte Wohlfühlwerbung für Kapselteemaschinen von Nestlé. Kapselkaffeemaschinen sind ja schon so ein Ding für sich: viel Müll, wenig Geschmack, aber immerhin weniger Zubereitungsaufwand. Aber Tee? Da gibt's doch nun gar keinen Aufwand seit der Erfindung des T-Beutels. OK, trinken kann man die Brühe dann nicht; der echte T-trinker wird wohl immer selbst aufbrühen. Aber wer Kapsel-T trinkt, wird mit "hochwertigem" Beutel-T wohl auch gut bedient sein. Aber lassen wir das, ärgern tut etwas anderes: Die Marketingfuzzis haben sich einen schicken Namen ausgedacht: Special.T (mit Punkt). Das ist die Spezialeinheit, die gleich nach dem Einsatz des A-Teams kommt, wenn Hannibal und Co. sich nach dem Gemetzel entspannen wollen. Nicht zu verwechseln mit den Special Forces - der Special-E.
Ist ja so cool, diese Lautmalerei mit dem Tee (und funktioniert auch auf Französisch und damit in allen Verkaufsregionen).

Nachdem sie den schicken Namen hatten, brauchten sie auch noch die Webseite zum Produkt. Das Zeug ist nämlich nur übers Internet erhältlich.

Und da wird es dann peinlich. In einigen der Verkaufsländern ist die Domain special-t.?? bereits vergeben. So in der Schweiz und in Deutschland. Also was macht man: Man versucht potentielle deutsche Kunden dazu zu bringen, eine Webseite aus dem Bereich der gTLD ".com" aufzurufen: http://www.special-t.com. Und das in Zeiten, in denen kaum noch ein Internetnutzer die eigentlich essentielle Angabe "http://www" schreibt und oft eben auch nicht einmal mehr die TLD am Ende. Je nach Browser und Einstellung versucht der Browser dann die fehlenden Angaben zu erraten. Ein Browser in Deutschland hängt vielleicht ".de" hinten dran (oder ruft eine Suchmaschine auf). Mit special-t.de landet man aber im Nirwana und nicht bei der Société des Produits Nestlé S.A. und ihrer tollen T-Machine. Abgesehen von dieser unnötigen Verwirrung der Kunden, frage ich mich noch, wieviele Deutsche bei "special-t-kom" wirklich an eine Teemaschine denken und nicht eher an ein spezielles Lockangebot der rosa T-kom. Interessant wäre eine Marktanalyse zur Frage, welches Image wohl besser ist: Telekom oder Nestlé und wer von der vorprogrammierten Verwechselung mehr profitiert.

Freitag, 17. Januar 2014

Friß und stirb

Hinweistexte auf Verpackungen und in der Werbung sind uns allen hinlänglich bekannt. Oft sind die Fußnoten länger als die Werbebotschaft.
Zu den riesigen Nebenwirkungen schlagen Sie Ihren Arzt oder Apotheker und fressen Sie die Packungsbeilage.
"Serviervorschlag" auf der Packung ist auch so was: Als ob irgendwer denken würde, in der TK Packung wäre die ganze Berglandschaft inkl. Hütte, attraktiver Sennerin, glücklicher Tiere und dann auch noch der Fisch (der wohl kaum aus den Bergen kommt, sondern eher von einem Fabrik-Fischtrawler).

Ein Bildband nimmt nun auch die Produktabbildungen unter die Lupe: Sieht das servierfertige Produkt so aus, wie auf der Packung? Man kennt die Antwort: natürlich nicht. Aber es ist witzig, dies noch mal im direkten Vergleich zu sehen, wobei man den Bildband vielleicht nicht wirklich braucht, die online gestellten Bilder sind schon ausreichend.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Unbefleckte Empfängnis

Gestern stehe ich in der Apotheke und will eigentlich meine Drogen abholen. Spontan überkommt mich der Gedanke, vielleicht auch einen Babyschnuller oder ein -fläschchen zu kaufen.
Die Regale in den neu gestylten Verkaufsräumen sind thematisch geordnet. Es gibt die üblichen Verdächtigen: "Gesundheit", "Erkältung", "Wellness" usw. Und es gibt

MAM

Dort hängen sie: die Schnuller meiner Begehr. Aber ich traue mich nicht ans Regal. Hat was von Ingolf Lück. Ich bin definitiv nicht "MAM".

Aber was oder wer ist das überhaupt? Bin ich ein "PAP"?

Leo meint dazu, es handle sich um einen regionalen, britischen Ausdruck. Die Diskussionen dazu sind etwas uneins: mam = ma'm = madam (Frau/Dame) oder auch doch mal "Mutter". Aber eigentlich eher untypisch, da die geläufige britische Variante mum (von mummy) wäre. Oder amerikanisch mom (mommy). Der Google Übersetzer kapituliert gänzlich an den drei Buchstaben. Die Wikipedia meint dazu, es handle sich sowohl um ein Volk als auch eine Sprache in Mittelamerika. Der Duden kennt's auch nicht. Es wird ja auch keine Gegenbewegung zu NO MA'AM sein? Endlich werde ich doch fündig: im niederländischen steht mam für Mama.

Also ich bin weder eine Mutter noch komme ich aus Mittelamerika oder spreche Mam. Die Verkäuferin (Inhaberin?) der Apotheke flapsig darauf angesprochen, daß ich ja eigentlich einen Schnuller kaufen will, dies aber anscheinend nicht dürfe, versteht mich wohl nicht und schiebt mir lediglich meine Tabletten rüber.
Ich fühle mich diskriminiert und fordere Gleichberechtigung am Schnullerregal! Ja, auch wir Daddys, Papas, Väter übernehmen Verantwortung, wechseln Windeln, spielen und kaufen ein. 

Donnerstag, 21. November 2013

Hilfe für die Philippinen - ganz ohne Geld

Ich hatte es schon mal angesprochen: Im Web gibt's tolle Projekte, die auf Mithilfe warten. Nach dem Taifun Haiyan die Philippinen verwüstet hat, brauchen die Helfer vor Ort Landkarten, um sich zu orientieren und die Einsatzziele zu finden. Oder auch nur, um mit Hilfe eines Vorher/Nachhervergleiches den Schaden festszustellen. Wie so oft sind gerade von derartigen Katastrophen betroffene Regionen bisher schlecht Kartografiert. Das liegt am politischen System aber auch an der Armut vor Ort und dem Desinteresse kommerzieller Kartenanbieter.

Google Maps zeigt eine mehr oder minder weiße Karte (4.12.13):
https://maps.google.de/maps?q=Panay+Island&hl=de&ll=11.544112,123.164806&spn=0.137747,0.222988&sll=52.85462,12.959061&sspn=0.339576,0.891953&hnear=Panay&t=m&z=13
Auch Bing/MSN ist nicht viel besser (4.12.13):
http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=11.569217~123.158488&lvl=14&dir=0&sty=r&where1=Panay%20Island&form=LMLTCC

YahooMaps (4.12.13):
http://maps.yahoo.com/place/?lat=11.56547106454191&lon=123.15999984741211&q=panay%20island&bb=11.598936087947864%2C123.10485363006592%2C11.532006041135956%2C123.2151460647583&addr=Panay%20Island%2C%20Western%20Visayas%2C%20Philippines

Beim Crisismapping setzt man sich hin und zeichnet wichtige Elemente in eine Karte, die dann allen zur Verfügung steht. Das OSM Projekt engagiert sich hier jedes mal aufs neue. Internationale Organisation liefern dazu sogar inzwischen extra teilweise hochaufgelöste Satellitenfotos der Region von vor und nach der Katastrophe. Bilder, die sich ein freies Projekt sonst nicht leisten könnte. Mit den Bildern ist es dann möglich. Straßen, Gebäude, Küstenlinien und andere wichtige Daten in die Karte einzutragen. So können Hilfskräfte vor Ort erkennen, welche Straßen passierbar sind, wo Beschädigungen in welchem Umfang vorliegen und wo Hilfe notwendig ist oder erst einmal nicht.So entstehen in kürzester Zeit hilfreiche Karten, von denen alle profitieren.

OSM (4.12.13):
http://www.openstreetmap.org/#map=14/11.5642/123.1499
Wenn Sie also auch helfen wollen und kein Geld spenden können oder wollen: Machen Sie mit - das kann viel mehr helfen als ein paar Euro. Den Benutzeraccount bei OSM können Sie kostenlos anlegen und die Bedienung der Kartensoftware erfolgt im Browser und ist einfach. Aktuelle Projektaufgaben finden Sie im OSM Tasking Manager. Einfach eine Region auswählen und loslegen. Für Anfänger eignet sich vermutlich eine Aufgabe, bei der es darum geht, den Zustand vor der Katastrophe zu ermitteln. Straßen, Küstenlinien, Flüsse und Gebäude sind das wichtigste.
Eine Aufgabe, die ansteht: Arbeiten Sie die orange umrandete Fläche ab. Einfach in einem Editor (z. B. "iD") durch anklicken des Buttons öffnen.
Die Arbeit ist stupide und nicht heroisch. Aber es ist nun mal notwendig (und der Mensch kann viel besser in den teilweise unscharfen Fotos etwas erkennen und Kategorisieren, als ein Computerprogramm), akribisch jede Hütte zu erfassen. Nur so kann anhand von Vorher und Nachher-Bilder festgestellt werden, wo die Zerstörung in welchem Ausmaß gewütet hat. Die Menschen vor Ort, zu denen die Helfer dank Ihnen durchkamen, werden es danken!

Online kann dann jeder nachsehen, wo der Taifun wie gewirkt hat (so weit die Daten schon erfaßt wurden, kleinen Katenausschnitt wählen und auf Ausführen klicken):
http://overpass-turbo.eu/s/1Au
  • It displays buildings in different colors (damaged=orange, collapsed=red, typhoon:reviewed=green, all others=blue).
  • The outline of a damaged or collapsed building is yellow if the typhoon:damage=yes and source tag is missing, dashed yellow if only the source tag is missing.
  • Impassable roads are marked in magenta, they are dashed if the typhoon:damage=yes tag is missing.
  • Barrier nodes are marked in magenta, if the typhoon:damage=yes tag is missing they are outlined in yellow.
  • Areas of debris tagged with landuse=brownfield + typhoon:damage=yes are displayed in brown.

Und so geht's:
  • Account bei OSM anlegen.
  • Oben im Fenster auf Bearbeiten klicken.

  • Editor auswählen. Für Anfänger: "iD" ist einfach.
  • Erste Schritte machen.
  • Bei OSM Tasking Manager sich bei OSM einloggen.
  • Zustimmen, daß die Zugriff aus OSM Konto bekommen.
  •  Eine der derzeit wichtigen Kategorien auswählen.
  •  Sich einen Task zuweisen lassen.
  • Ab jetzt man 120 Minuten Zeit, diese Aufgabe zu erfüllen. Schafft man es nicht: kein Problem! Jemand anderes wird weitermachen.
  • Ist das selektierte Planquadrat zu groß, kann man auch auf Split klicken, um es zu verkleinern - gut für Anfänger. 
  • Ist man fertig, klickt man auf Mark Task as done.
  • Hat man es nicht geschafft, wird der Task nach Ablauf der Zeit automatisch für andere Teilnehmer freigeschaltet. Will man vorher mit der Arbeit aufhören, kann man mit Unlock den Task freigeben. Die bisherige Arbeit ist aber nicht verloren!
  • Bearbeiten Sie am Anfang keinen Task, bei dem Sie zusätzliche Hintergrundfotos/Satellitenfotos einbinden müssen. Diese erkennen Sie daran, daß unter dem grauen Feld mit Schritt 1 darauf hingewiesen wird. Unlocken Sie dann den Task und wählen Sie dann eine andere Region (am besten weiter oben in der Auswahl der aktuell wichtigen Kategorien eine andere Kategorie wählen). Sollte das Satellitenfoto für Ihren Task zu schlecht sein, lassen Sie es ebenfalls - darum können sich die Profis kümmern. Unlocken Sie den Task und versuchen Sie es mit einem neuen anderen Task.

 Und so bearbeiten Sie den Task:
  1. Unbedingt mit der rechten Maustaste auf den Link .gpx file klicken (wenn man mit dem Editor "iD" arbeitet (immer noch empfohlen für Anfänger) und die Datei/das Ziel als Datei auf dem eigenen PC kurz zwischenspeichern ("export.gpx").
  2. Auf die Schaltfläche für den Editor klicken. Ich empfehle... "iD".
  3. Der Editor öffnet sich in einem neuem Browsertab. Nicht den Tab mit dem OSM Tasking Manager schließen.
  4. Im Editor rechts auf der Leiste auf die Hintergrundeinstellungen klicken und die Helligkeit des Satellitenfotos anpassen.
  5. Bei den Hintergrundeinstellungen klicken Sie auf die Lupe neben Lokale GPX Datei und öffnen die weiter oben auf Ihrem PC gespeicherte GPX Datei ("export.gpx"). Dadurch wird das Planquadrat an dem Sie arbeiten sollen, markiert.

  6. Bearbeiten Sie die Fläche und vergessen Sie nicht, immer wieder (alle zehn Minuten) zu Speichern. Dazu sind zwei Klicks notwendig!

Viel Erfolg!

Samstag, 16. November 2013

Ich sollte Pornostar werden

Im Internet kursieren Fotos der Arbeit einer Stylistin, die sich darauf spezialisiert hat,  mehr oder minder durchschnittlich aussehende Frauen so zu schminken, daß Sie als Pornostar sexy, jung, frisch und frivol aussehen. Die Ergebnisse sind wirklich beachtlich. Teilweise fragt man sich sogar, haben sie die Frau vorher zum Maskenbildner für Gruselfilme geschickt?
Für Otto-Normalfrau, die keine Stunden Zeit morgens bei einem Profi verbringen will oder kann, findet sich vielleicht sogar die eine oder andere Anregung fürs eigene Make-up, denn es wird zwar kräftig davon Gebrauch gemacht, aber meistens sehen die Frauen anschließend nicht aus, als wären sie frontal in den Farbeimer gefallen.
Was ist mal wieder mit uns Männern? Wir müssen mit unseren Falten, Krähenfüßen, müden Augen, Pickeln usw. leben. Inzwischen gibt es zwar auch Männerpflegeprodukte, aber dabei handelt es sich um die gleiche Abzocke, wie bei den Frauen mit deren Nacht- und Antifaltencremes. Die nützen gar nichts und sind nur teuer. Aber ein geschminkter Mann wirkt immer irgendwie weniger hetero.
Bleibt die Hoffnung, daß wir bald alle mit einer Google Glass rumlaufen und die dann "online" permanente Retusche und Fotokorrektur beherrscht und wir nur noch schöne Menschen sehen.

Donnerstag, 7. November 2013

Magische Margarinepackung

Letztens gab es streichfestes Wasser mit Fett- und Emulgatorzusatz im Angebot. Leider ist mir zu spät aufgefallen, daß der versprochene Mehrinhalt (zum gleichen Preis wie sonst der 500 g Becher) sich nach kurzer Zeit anscheinend selbst zerstört oder auf mysteriöse Weise aus dem Becher verschwindet. Diffusion mit dem Plastikbecher, Verdunstung, Osmose - wer weiß schon was das für eine tickende Zeitbombe ist?


Auf jeden Fall machte mich das skeptisch. Gibt das MHD nun an, bis wann ich die 100 g mehr auch nutzen kann oder bezieht sich das nur auf die verbleibende Menge? Normalerweise kann man das Datum ja (vor allem bei Nicht-Frischeprodukten) weit überziehen. Aber was versteht der Hersteller unter "kurzer Zeit"? Die Werbebotschaft, die vielleicht auch nur dazu dienen soll, mich unter Kaufdruck zu setzen, verunsichert mich nun und ich bestreiche mein Brot mit mehr Fett als sonst, damit ich den Inhalt rechtzeitig verbraucht habe.
Leider hat mir eine Anfrage beim Verbraucherservice von Unilever bisher keine Antwort eingebracht. So war ich froh, als ich heute eine ähnliche Aktionspackung sah. Diesmal nennt sich das "Vorteilspack" und das Streichfett hält sich wohl länger - zumindest wird auf den Warnhinweis verzichtet. Ich hoffe, die haben da jetzt nicht noch mehr Chemie reingemischt, damit das klappt.

Samstag, 26. Oktober 2013

Stell' Dir vor es ist Krieg und jeder geht hin

Frei nach Carl Sandburg

Heute herrscht Krieg: jeder Staat gegen den anderen und gegen die Weltbevölkerung. Überall lauert der Anschiß und Terrorismus.

Heute wäre die Möglichkeit gewesen, ein Zeichen gegen den Überwachungswahnsinn zu setzen und auf die Straße zu gehen. Ich nehme mal an, die Zahl der Teilnehmer wird überschaubar bleiben.
Aber das ist auch gut so. Immerhin handelt es sich bei den Abhörmaßnahmen um legale und legitime patriotische Handlungen, wie renommierte Journalisten mit - aus meiner Sicht - etwas verdrehten Moral- und Rechtsverständnissen behaupten.
Daraus wird klar, dass sich der Begriff – und der in den USA ziemlich umfangreiche Schutz der Whistleblower – auf Beschäftigte eines Unternehmens oder einer staatlichen Behörde beziehen, die zum Ergebnis kommen, ihr Arbeitgeber verstoße gegen geltende Gesetze, Verordnungen usw., und die keine Möglichkeit sehen, innerhalb des Unternehmens oder der Firma gegen diese illegalen Praktiken vorzugehen.
Genau das ist es: Spionage gegen ein Land wird von jedem betroffenen Land als illegal angesehen. Der Patriot Act verstößt gegen US Recht. Geheimgerichte sind illegal. Guantanamo ist menschenrechtlich illegal. Überwachung von US Bürgern durch US Geheimdienste ist illegal, das sammeln meiner Daten ist illegal, Abgreifen von Daten seitens einer EU-Regierung und weitergabe an eine Nicht-EU Regierung ist ... illegal! Snowden hatte sicher keine Möglichkeit innerhalb seiner "Firma" gegen diese Praktiken vorzugehen. Nicht einmal Staaten schaffen es, wie man sieht. 

Das der NSA-Chef solchen Müll verzapft, wundert ja nicht sonderlich. Immerhin schadet Snowden dem Frieden und hat Menschenleben auf dem Gewissen, wenn der offenbart, daß Handys führender Staatsoberhäupter abgehört werden. Keine Ahnung, wie das Menschenleben kostet, aber ich muß es auch nicht wissen und darf es auch nicht.

Man merkt, die Bundestagswahlen sind vorbei und wir erwarten die große Koalition (im Gegensatz zu all den heuchlerischen Journalisten und Politikern hat wohl kein Mensch je daran gezweifelt, daß es dazu kommt, als die Wahlergebnisse halbwegs feststanden, dafür sind Politiker viel zu machtgeil - einzig die Frage, wie lange das hält ist vielleicht spannend). Ansonsten wäre es doch eine gute Gelegenheit als Partei Flagge zu zeigen und sich zu positionieren. Vor allem Parteien wie die Piraten, die Linke und die Grünen - also all die Verlierer der Wahl - könnten in ihrem Wahlkreis eine Kundgebung abhalten und dafür sorgen, daß ich nicht 250 km bis zur nächsten Demo zurücklegen müßte (was ich ehrlich gesagt auch nicht machen werde). Vor der Wahl schwenkten diese Parteien noch alle einhellig und heuchlerisch ihre Transparente.

Es ist wirklich traurig. Vor ein paar Wochen - da ging es noch um Wählerstimmen - heuchelten alle Parteien, wie wichtig ihnen das Thema ist. Jetzt sind die Piraten, die Linken und die Grünen die Verlierer und verstecken sich in Ihren Löchern und zerfließen vermutlich vor Selbstmitleid. Dabei ist nach der Wahl vor der Wahl: Wer in den Bundestag will, muß auch in den Landtag. Es wäre die Gelegenheit jeder kleinen Ortsgruppe, eine Kundgebung abzuhalten. Schon 30 Leute auf dem Marktplatz würden dafür sorgen, daß die Lokalpresse darüber berichtet. Gerade jetzt, wo dank Muttis Handyskandal alle wieder mitreden wollen. Aber nein, die Gelegenheit wird verschlafen. Nichts von wegen Kernkompetenz und Umbruch. Immer der gleiche verlogene Propagandastil: Kurzes aufwachen vor einer Wahl, schnell auf alle sich bietenden Züge springen und dann sich wundern, daß die Bürger einen nicht ernst nehmen und nicht wählen. Ein Glück haben unsere Eltern das mit dem Frieden, der Abrüstung und der Atomkraft irgendwie besser hinbekommen. Wie haben die das nur gemacht ohne Handy, Twitter und Facebook? Ach ja: die redeten noch miteinander IRL, beim Offline-Shoppen, auf der Demo. Anschließend gingen sie miteinander ins Bett und raus kamen wir: faul, träge, uninteressiert.

Der rechte Abschaum wie NPD & Co. zeigt sich bei jeder Gelegenheit auf der Straße und macht auf sich aufmerksam. Die demokratischen Parteien ziehen den Kopf ein und wundern sich dann auch noch darüber, daß ihnen die Wähler weglaufen und die Nazis zulauf haben. Wenn man dem Volk nichts bietet und keine Werbung für sich macht, um in den Köpfen präsent zu sein, dann reichen Haßparolen, um als Alternative angesehen zu werden.